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Ratgeber

Erste Hilfe bei Hitze: Sonnenstich, Hitzeerschöpfung und Hitzschlag

Bei akuten Hitzeerkrankungen gilt in allen Fällen: Betroffene in eine kühlere Umgebung bringen und den Rettungsdienst alarmieren. Die DGUV unterscheidet Sonnenstich, Hitzeerschöpfung und Hitzschlag und nennt für jede Form Sofortmaßnahmen.

Was gilt bei jeder Hitzeerkrankung?

Die DGUV Information 204-037 nennt drei Grundsätze: Betroffene in eine kühlere Umgebung (zum Beispiel Schatten) bringen, bei Bewusstlosigkeit in die stabile Seitenlage legen und den Notruf 112 wählen, und bei fehlender normaler Atmung sofort mit der Wiederbelebung beginnen, bis der Rettungsdienst eintrifft. Wie die Wiederbelebung abläuft, steht im Ratgeber Wiederbelebung Schritt für Schritt.

Was ist ein Sonnenstich, und woran wird er erkannt?

Beim Sonnenstich reizt Sonnenstrahlung auf den ungeschützten Kopf die Hirnhäute. Nach der DGUV gehören ein hochroter Kopf, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Nackensteifigkeit dazu, unter Umständen zeitlich verzögert. Das DRK nennt zusätzlich Schwindel, Unruhe und einen heißen Kopf bei kühler Körperhaut und weist darauf hin, dass Anzeichen erst auftreten können, wenn die Sonne schon nicht mehr einwirkt. Kleine Kinder sind besonders gefährdet.

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Was hilft beim Sonnenstich?

Die DGUV-Karte empfiehlt: Betroffene mit leicht erhöhtem Kopf lagern, den Kopf mit feuchten Tüchern kühlen und den Rettungsdienst alarmieren. Das DRK ergänzt, Bewusstsein und Atmung weiter zu beobachten und bei vollem Bewusstsein Flüssigkeit anzubieten.

Was ist in der Praxis zuerst zu tun?

Erstens die betroffene Person aus der Hitze holen, etwa in den Schatten oder einen kühleren Raum. Zweitens den Zustand einschätzen: ansprechbar, verwirrt, bewusstlos, normale Atmung oder nicht. Drittens den Rettungsdienst über 112 alarmieren und die formspezifischen Maßnahmen ergreifen, also Lagerung, Kühlung mit feuchten Tüchern und bei Bewusstsein Flüssigkeit. Beobachtet werden Bewusstsein und Atmung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes.

Was ist eine Hitzeerschöpfung?

Bei der Hitzeerschöpfung führt die Überwärmung des gesamten Körpers zu Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen. Typisch sind nach der DGUV starkes Schwitzen, Hautblässe, ein schneller Puls und ein Blutdruckabfall (Schockzeichen). Empfohlen wird, Betroffene mit leicht erhöhtem Kopf und erhöhten Beinen zu lagern, den Rettungsdienst zu alarmieren und bei vorhandenem Bewusstsein für ausreichendes Trinken zu sorgen.

Was ist ein Hitzschlag, und warum ist er ein Notfall?

Der Hitzschlag ist eine extreme Überwärmung des Körpers durch Hitze. Als besondere Symptome nennt die DGUV heiße, trockene, rote Haut, taumelnden Gang, Verwirrtheit und Bewusstlosigkeit. Das DRK weist darauf hin, dass ein Hitzschlag lebensbedrohlich werden kann. Sofortmaßnahmen laut DGUV: den Rettungsdienst alarmieren, schwere Kleidung öffnen und die Betroffenen mit feuchten Tüchern kühlen. Das DRK rät, kein Eis direkt auf die Haut zu legen.

Wie unterscheiden sich die drei Formen auf einen Blick?

Sonnenstich: Ursache ist Sonne auf den ungeschützten Kopf, typisch sind hochroter Kopf und Nackensteifigkeit. Hitzeerschöpfung: Ursache ist Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen, typisch sind starkes Schwitzen, Blässe und schneller Puls. Hitzschlag: Ursache ist die extreme Überwärmung des ganzen Körpers, typisch sind heiße, trockene, rote Haut und Verwirrtheit. Die Übergänge sind fließend; bei Unsicherheit über die Form gelten die gemeinsamen Grundsätze (kühle Umgebung, Notruf, bei Bewusstlosigkeit stabile Seitenlage).

Was sagen die europäischen Leitlinien zur Kühlung?

Die ERC-Leitlinien 2025 richten sich in diesem Punkt an Fachpersonal. Sie sehen bei Hitzekollaps und Hitzeerschöpfung eine kühle Umgebung, einfache äußere Kühlung und die Gabe von Flüssigkeit als ausreichend an. Bei einem Hitzschlag empfehlen sie aktive Kühlmethoden mit möglichst schneller Abkühlung, etwa mit Eis oder Eintauchen in kaltes Wasser. Für Ersthelfende nennt die DGUV-Karte feuchte Tücher und den Notruf; das DRK rät, kein Eis direkt auf die Haut zu legen. Wer helfen will, hält sich an die Anweisungen der Leitstelle.

Worauf ist bei Kindern zu achten?

Das DRK nennt kleine Kinder als besonders gefährdet, weil sie wenig Haare, dünne Schädeldecken und offene Fontanellen haben. Säuglinge und Kleinkinder sollen vollständig vor direkter Sonne geschützt werden. Spezielle Hinweise zu Notfällen bei Kindern enthält der Ratgeber Erste Hilfe bei Baby und Kind.

Wann ist der Notruf 112 nötig?

Die DGUV-Karte führt den Rettungsdienst bei allen drei Formen unter den Sofortmaßnahmen auf. Bei Bewusstlosigkeit, Verwirrtheit oder fehlender normaler Atmung gilt die Notrufnummer 112 ohne Abwarten. Eine feste Zeitgrenze für das Abwarten nennt die DGUV nicht.

Wie lässt sich vorbeugen?

Das DRK empfiehlt, direkte Sonne in der Mittagszeit zu begrenzen, den Kopf zu bedecken, Säuglinge und Kleinkinder vollständig vor direkter Sonne zu schützen und ausreichend zu trinken.

Wo lässt sich das üben?

Der Umgang mit Notfällen lässt sich im Erste-Hilfe-Kurs trainieren; wer im Betrieb Ersthelfer ist, frischt sein Wissen in der Fortbildung auf. Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Beratung.

Quellen & Fundstellen

Rechtsstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Im Zweifel gilt der jeweils aktuelle Verordnungstext.

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FAQ

Häufige Fragen

Worin unterscheiden sich Sonnenstich und Hitzschlag?

Der Sonnenstich entsteht durch Sonnenstrahlung auf den ungeschützten Kopf und reizt die Hirnhäute; der Hitzschlag ist eine extreme Überwärmung des ganzen Körpers (DGUV Information 204-037).

Was ist bei Bewusstlosigkeit zu tun?

Stabile Seitenlage und Notruf 112; bei fehlender normaler Atmung sofort Wiederbelebung.

Soll bei Hitzeerschöpfung getrunken werden?

Ja, sofern die Person bei Bewusstsein ist, sollte für ausreichendes Trinken gesorgt werden.

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