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Innere Medizin

Urethritis und urethrales Syndrom

Die Urethritis bezeichnet eine Entzündung der Harnröhre, die sich meist durch ein brennendes oder schmerzhaftes Gefühl beim Wasserlassen sowie durch einen Ausfluss aus der Harnröhre äußert. Sie wird üblicherweise in eine gonorrhoische Form, verursacht durch das Bakterium Neisseria gonorrhoeae, und eine nichtgonorrhoische Form unterteilt, die durch andere Erreger, allen voran Chlamydien, hervorgerufen wird und deutlich häufiger vorkommt. Als urethrales Syndrom wird ein ähnliches Beschwerdebild mit Schmerzen beim Wasserlassen bezeichnet, bei dem sich trotz gründlicher Untersuchung kein eindeutiger Erreger oder eine andere klare organische Ursache nachweisen lässt, was insbesondere bei Frauen mit wiederkehrenden Blasenbeschwerden ohne Bakteriennachweis im Urin beobachtet wird. Beide Krankheitsbilder können den Alltag durch anhaltende, störende Beschwerden erheblich beeinträchtigen und erfordern eine sorgfältige Abklärung, um die passende Behandlung einzuleiten.

Ursachen

Die Urethritis wird am häufigsten durch sexuell übertragbare Erreger verursacht, wobei Chlamydien die häufigste Ursache der nichtgonorrhoischen Form darstellen, gefolgt von anderen Erregern wie Mykoplasmen oder Trichomonaden. Die gonorrhoische Urethritis wird durch das Bakterium Neisseria gonorrhoeae ausgelöst und geht häufig mit einem ausgeprägteren, eitrigeren Ausfluss einher als die nichtgonorrhoische Form. Seltener können auch andere Bakterien oder mechanische Reizungen, etwa durch einen Blasenkatheter, eine Harnröhrenentzündung auslösen. Beim urethralen Syndrom lässt sich trotz gründlicher Untersuchung kein eindeutiger Erreger nachweisen; diskutiert werden unter anderem eine erhöhte Empfindlichkeit der Harnröhrenschleimhaut, hormonelle Veränderungen, insbesondere nach den Wechseljahren, mechanische Reizungen sowie eine noch nicht vollständig verstandene Störung der lokalen Immunabwehr oder Schleimhautfunktion.

Symptome

Das Leitsymptom sowohl der Urethritis als auch des urethralen Syndroms ist ein brennendes oder schmerzhaftes Gefühl beim Wasserlassen, das oft von einem verstärkten Harndrang und dem Gefühl einer unvollständigen Blasenentleerung begleitet wird. Bei einer Urethritis kommt häufig ein Ausfluss aus der Harnröhre hinzu, der bei der gonorrhoischen Form meist eitrig-gelblich und reichlicher, bei der nichtgonorrhoischen Form eher spärlicher und klarer bis leicht trüb ist. Manche Betroffene bemerken zudem ein Jucken oder ein allgemeines Unwohlsein im Bereich der Harnröhrenöffnung. Beim urethralen Syndrom stehen die Schmerzen beim Wasserlassen im Vordergrund, ohne dass ein deutlicher Ausfluss besteht; die Beschwerden können wiederkehrend auftreten und über längere Zeit anhalten, was für Betroffene besonders belastend sein kann, da trotz ausbleibendem Erregernachweis keine rasche Erklärung für die Beschwerden gefunden wird.

Diagnostik

Bei Verdacht auf eine Urethritis wird ein Abstrich aus der Harnröhre entnommen, der mikroskopisch und mikrobiologisch auf das Vorhandensein von Bakterien, insbesondere Gonokokken und Chlamydien, untersucht wird. Eine Urinuntersuchung ergänzt die Diagnostik und kann zusätzlich Hinweise auf eine begleitende Harnwegsinfektion liefern. Da sexuell übertragbare Erreger häufig ursächlich sind, wird in der Regel auch eine Testung auf weitere sexuell übertragbare Infektionen sowie eine Partneruntersuchung empfohlen. Beim Verdacht auf ein urethrales Syndrom wird nach Ausschluss einer nachweisbaren Infektion sowie anderer organischer Ursachen, etwa einer Harnröhrenstriktur oder gynäkologischer Erkrankungen bei Frauen, die Diagnose als Ausschlussdiagnose gestellt. Hierzu gehören eine gründliche Urinuntersuchung, gegebenenfalls eine Blasenspiegelung sowie eine sorgfältige gynäkologische oder urologische Untersuchung, um andere Ursachen der Beschwerden zuverlässig auszuschließen.

Behandlung

Bei nachgewiesener bakterieller Urethritis richtet sich die Behandlung nach dem identifizierten Erreger und erfolgt in der Regel mit einer gezielten Antibiotikatherapie, wobei bei sexuell übertragbaren Erregern auch der Sexualpartner beziehungsweise die Sexualpartnerin mitbehandelt werden sollte, um eine erneute Ansteckung zu verhindern. Während der Behandlung wird üblicherweise empfohlen, bis zum Abschluss der Therapie und der Beschwerdefreiheit auf sexuelle Kontakte zu verzichten. Beim urethralen Syndrom, bei dem kein Erreger nachweisbar ist, steht eine symptomorientierte Behandlung im Vordergrund, die je nach vermuteter Ursache Maßnahmen wie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, entzündungshemmende Medikamente, bei Frauen nach den Wechseljahren gegebenenfalls eine lokale Hormonbehandlung sowie eine Anpassung möglicher reizender Faktoren umfassen kann. Eine begleitende Beratung und Aufklärung kann helfen, mit den oft wiederkehrenden Beschwerden besser umzugehen.

Verlauf und Prognose

Eine bakteriell bedingte Urethritis heilt bei rechtzeitiger und angemessener antibiotischer Behandlung in der Regel innerhalb weniger Tage bis Wochen folgenlos aus. Wird die Behandlung verzögert oder bleibt sie aus, können sich Komplikationen wie eine aufsteigende Infektion mit Beteiligung von Prostata oder Nebenhoden bei Männern beziehungsweise der inneren Geschlechtsorgane bei Frauen entwickeln. Das urethrale Syndrom verläuft häufig wechselhaft mit Phasen der Besserung und erneutem Auftreten der Beschwerden, wobei sich viele Betroffene durch eine gezielte, symptomorientierte Behandlung deutlich erleichtern lassen, auch wenn eine vollständige, dauerhafte Beschwerdefreiheit nicht in jedem Fall erreicht wird. Eine sorgfältige Abklärung zu Beginn ist wichtig, um behandelbare Ursachen nicht zu übersehen und die Betroffenen langfristig bestmöglich zu unterstützen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Urethritis und urethralem Syndrom?

Bei der Urethritis lässt sich meist ein Erreger, häufig Chlamydien oder Gonokokken, nachweisen, während beim urethralen Syndrom ähnliche Beschwerden bestehen, ohne dass trotz gründlicher Untersuchung eine eindeutige infektiöse oder andere organische Ursache gefunden wird.

Muss bei einer Urethritis auch der Sexualpartner behandelt werden?

Ja, da es sich meist um eine sexuell übertragbare Infektion handelt, wird in der Regel empfohlen, auch den Sexualpartner beziehungsweise die Sexualpartnerin mitzubehandeln, um eine erneute Ansteckung zu verhindern.

Was kann getan werden, wenn kein Erreger gefunden wird, die Beschwerden aber bestehen bleiben?

Beim urethralen Syndrom steht eine symptomorientierte Behandlung im Vordergrund, die je nach individueller Situation unterschiedliche Maßnahmen umfassen kann, etwa eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr oder, bei Frauen nach den Wechseljahren, eine lokale Hormonbehandlung.

Welche Komplikationen können bei unbehandelter Urethritis entstehen?

Eine unbehandelte Urethritis kann zu aufsteigenden Infektionen führen, die bei Männern die Prostata oder Nebenhoden und bei Frauen die inneren Geschlechtsorgane betreffen können, weshalb eine rechtzeitige Behandlung wichtig ist.

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