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Symptome

Störungen des Ganges und der Mobilität

Störungen des Ganges und der Mobilität umfassen ein breites Spektrum an Veränderungen der Art, wie ein Mensch sich fortbewegt, von einer leichten Unsicherheit beim Gehen bis hin zu einer erheblich eingeschränkten Gehfähigkeit. Da für einen normalen, sicheren Gang das koordinierte Zusammenspiel von Muskulatur, Nervensystem, Gleichgewichtsorgan, Gelenken und Sinneswahrnehmung notwendig ist, können Störungen in praktisch jedem dieser Bereiche zu einem veränderten Gangbild führen. Solche Veränderungen zeigen sich unter anderem als kleinschrittiger, schlurfender Gang, als einseitiges Hinken, als breitbeiniger, unsicherer Gang oder als eine allgemeine Verlangsamung der Gehgeschwindigkeit. Gangstörungen betreffen besonders häufig ältere Menschen und sind ein bedeutsamer Risikofaktor für Stürze, weshalb ihre frühzeitige Erkennung und Abklärung eine wichtige Rolle für den Erhalt der Selbstständigkeit im Alltag spielt.

Ursachen

Gangstörungen können durch Erkrankungen in ganz unterschiedlichen Bereichen des Körpers entstehen. Neurologische Ursachen sind besonders häufig, darunter Erkrankungen wie Morbus Parkinson mit seinem charakteristischen kleinschrittigen, vorgebeugten Gangbild, Schlaganfälle mit einseitiger Lähmung, Polyneuropathien mit gestörtem Gefühl in den Füßen sowie Erkrankungen des Kleinhirns, die zu einem breitbeinigen, unsicheren Gang führen können. Orthopädische Ursachen wie Arthrose der Hüft- oder Kniegelenke, Rückenschmerzen oder Fußfehlstellungen können ein schmerzbedingtes Schonhinken verursachen. Auch eine allgemeine Muskelschwäche im höheren Lebensalter, bekannt als Sarkopenie, trägt erheblich zu Gangunsicherheit bei. Weitere mögliche Ursachen sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit Schwindel bei Belastung, eine eingeschränkte Sehfähigkeit, bestimmte Medikamentennebenwirkungen sowie psychische Faktoren wie eine ausgeprägte Sturzangst, die selbst zu einem vorsichtigen, unsicheren Gangbild führen kann.

Symptome

Das Erscheinungsbild einer Gangstörung ist stark von der zugrunde liegenden Ursache abhängig. Ein kleinschrittiger, schlurfender Gang mit vermindertem Armschwingen ist typisch für Erkrankungen der Basalganglien wie Morbus Parkinson, während ein breitbeiniger, taumeliger Gang eher auf eine Störung des Kleinhirns oder des Gleichgewichtsorgans hindeutet. Ein einseitiges Hinken kann sowohl schmerzbedingt, etwa bei Arthrose, als auch neurologisch, etwa nach einem Schlaganfall, bedingt sein. Bei einer Polyneuropathie mit gestörtem Gefühl in den Füßen berichten Betroffene häufig, den Boden nicht mehr richtig zu spüren, was den Gang unsicherer macht, besonders bei Dunkelheit oder auf unebenem Untergrund. Viele Betroffene entwickeln zudem eine kompensatorische, vorsichtigere Gangweise mit kürzeren Schritten und einer breiteren Standfläche, um das erhöhte Sturzrisiko auszugleichen, was jedoch die allgemeine Mobilität zusätzlich einschränken kann.

Diagnostik

Die Abklärung einer Gangstörung beginnt mit einer ausführlichen Anamnese und einer sorgfältigen Beobachtung des Gangbildes, oft ergänzt durch standardisierte Gang- und Gleichgewichtstests, die Geschwindigkeit, Schrittlänge und Stabilität objektiv erfassen. Eine neurologische Untersuchung prüft Muskelkraft, Reflexe, Koordination sowie das Gefühlsempfinden in den Beinen, um Hinweise auf eine zugrunde liegende neurologische Erkrankung zu finden. Eine orthopädische Untersuchung der Gelenke und der Wirbelsäule kann schmerzbedingte Ursachen aufdecken. Je nach vermuteter Ursache können weiterführende Untersuchungen wie eine Bildgebung des Gehirns oder der Wirbelsäule, eine Nervenleitgeschwindigkeitsmessung bei Verdacht auf eine Polyneuropathie oder eine augenärztliche Untersuchung bei Verdacht auf eine visuelle Ursache sinnvoll sein. Auch die aktuelle Medikamentenliste wird überprüft, da bestimmte Medikamente, insbesondere solche mit dämpfender Wirkung auf das Nervensystem, das Sturzrisiko erhöhen können.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache: Bei neurologischen Erkrankungen wie Morbus Parkinson steht eine gezielte medikamentöse Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund, ergänzt durch spezifisches Gangtraining. Bei orthopädischen Ursachen können Schmerzbehandlung, Physiotherapie, Hilfsmittel wie orthopädisches Schuhwerk oder, bei fortgeschrittener Gelenkerkrankung, eine operative Behandlung sinnvoll sein. Unabhängig von der genauen Ursache spielt ein gezieltes Kraft- und Gleichgewichtstraining eine zentrale Rolle in der Behandlung der meisten Gangstörungen, da es die Muskulatur stärkt und die Sturzsicherheit verbessert. Gehhilfen wie ein Stock oder ein Rollator können bei Bedarf zusätzliche Sicherheit bieten. Eine Anpassung der häuslichen Umgebung, etwa das Entfernen von Stolperfallen und eine gute Beleuchtung, sowie eine Überprüfung und gegebenenfalls Anpassung der Medikation ergänzen die Behandlung sinnvoll.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf einer Gangstörung hängt wesentlich von der zugrunde liegenden Ursache sowie von der Konsequenz der eingeleiteten Behandlung ab. Bei behandelbaren Ursachen, etwa einer schmerzbedingten Gangstörung durch Arthrose oder einer Medikamentennebenwirkung, lässt sich das Gangbild häufig deutlich verbessern. Bei fortschreitenden neurologischen Erkrankungen ist eine vollständige Wiederherstellung eines normalen Gangbildes oft nicht möglich, jedoch kann durch gezieltes Training und angepasste Hilfsmittel die Selbstständigkeit im Alltag über einen längeren Zeitraum erhalten werden. Eine unbehandelte Gangstörung erhöht das Sturzrisiko erheblich, was insbesondere bei älteren Menschen zu schwerwiegenden Verletzungen wie Knochenbrüchen führen kann. Eine frühzeitige Erkennung und gezielte Behandlung trägt daher wesentlich dazu bei, die Mobilität und Unabhängigkeit möglichst lange zu erhalten.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Warum sind Gangstörungen bei älteren Menschen so häufig?

Weil mehrere altersbedingte Veränderungen zusammenkommen können, etwa Muskelschwäche, Gelenkverschleiß, eine nachlassende Gleichgewichtsfunktion sowie häufigere neurologische Erkrankungen, die sich in ihrer Wirkung auf das Gangbild summieren können.

Warum ist eine Gangstörung ein wichtiger Risikofaktor für Stürze?

Weil ein unsicheres, instabiles Gangbild die Fähigkeit einschränkt, auf plötzliche Hindernisse oder Gleichgewichtsverluste angemessen zu reagieren, was das Risiko für einen Sturz und daraus resultierende Verletzungen deutlich erhöht.

Welche Untersuchungen helfen, die Ursache einer Gangstörung zu finden?

In der Regel eine neurologische und orthopädische Untersuchung sowie standardisierte Gang- und Gleichgewichtstests; je nach Verdacht können weiterführende Untersuchungen wie eine Bildgebung oder eine Nervenleitgeschwindigkeitsmessung ergänzt werden.

Kann Training das Sturzrisiko bei Gangstörungen tatsächlich senken?

Ja, ein gezieltes Kraft- und Gleichgewichtstraining verbessert die Muskulatur und die Standsicherheit und zählt zu den wirksamsten Maßnahmen zur Reduktion des Sturzrisikos bei den meisten Formen von Gangstörungen.

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