Traumatische Trommelfellruptur
Die traumatische Trommelfellruptur bezeichnet einen plötzlich entstehenden Riss des Trommelfells, der im Unterschied zu einer im Rahmen einer Mittelohrentzündung entstandenen Perforation durch eine unmittelbare mechanische Einwirkung oder eine abrupte Druckveränderung entsteht, etwa durch das unsachgemäße Einführen spitzer Gegenstände in den Gehörgang, einen kräftigen Schlag auf das Ohr oder eine plötzliche Explosion in unmittelbarer Nähe. Diese akute Verletzung des Trommelfells führt zu einem plötzlich einsetzenden, oft heftigen Ohrenschmerz sowie einer unmittelbaren Hörminderung des betroffenen Ohres, wobei die meisten traumatischen Trommelfellrupturen bei sachgerechter Behandlung innerhalb weniger Wochen von selbst folgenlos ausheilen. Eine begleitende Verletzung der tieferen Strukturen des Innenohres kann bei besonders ausgeprägter Gewalteinwirkung zusätzlich zu einer bleibenden Hörminderung oder Gleichgewichtsstörung führen.
Ursachen
Die traumatische Trommelfellruptur entsteht am häufigsten durch ein unsachgemäßes Einführen spitzer oder scharfkantiger Gegenstände in den Gehörgang, etwa im Rahmen einer eigenständigen Reinigung des Ohres mit Wattestäbchen oder anderen ungeeigneten Hilfsmitteln, wobei der Gegenstand dabei versehentlich zu tief in den Gehörgang vorgeschoben wird sowie das Trommelfell direkt verletzt. Eine kräftige, flächige Schlageinwirkung auf das Ohr, etwa durch einen Schlag mit der flachen Hand, kann durch die dabei entstehende plötzliche Druckveränderung ebenfalls zu einem Riss des Trommelfells führen. Eine plötzliche, starke Druckwelle, wie sie bei einer nahen Explosion oder einem Blitzschlag entsteht, sowie ein Barotrauma bei raschem Tauchgang oder Flug stellen weitere bedeutsame Ursachen dar.
Symptome
Die traumatische Trommelfellruptur äußert sich durch einen plötzlich einsetzenden, oft stechenden Ohrenschmerz im Moment der Verletzung, gefolgt von einer unmittelbaren, unterschiedlich stark ausgeprägten Hörminderung des betroffenen Ohres. Bei einem Teil der Betroffenen tritt zusätzlich ein leichter, meist blutig tingierter Ausfluss aus dem betroffenen Gehörgang auf, der durch die Verletzung der Trommelfellschleimhaut verursacht wird. Bei besonders ausgeprägter Gewalteinwirkung mit gleichzeitiger Schädigung der tieferen Innenohrstrukturen können zusätzlich Ohrensausen sowie ein akutes Schwindelgefühl auftreten, die auf eine bedeutsamere Beteiligung des Innenohres hinweisen.
Diagnostik
Die Diagnose der traumatischen Trommelfellruptur wird durch eine mikroskopische Untersuchung des Gehörgangs sowie des Trommelfells gestellt, bei der sich der frische, meist unregelmäßig begrenzte Riss des Trommelfells direkt darstellen lässt. Eine sorgfältige Anamnese des genauen Unfallhergangs liefert wichtige Hinweise auf die zugrunde liegende Ursache sowie das zu erwartende Ausmaß der Verletzung. Eine Hörprüfung ermittelt das genaue Ausmaß der bestehenden Hörminderung, während bei Verdacht auf eine begleitende Innenohrbeteiligung eine weiterführende Untersuchung des Gleichgewichtssinnes sowie des Innenohres empfohlen wird.
Behandlung
Die Behandlung der traumatischen Trommelfellruptur besteht bei den meisten Betroffenen zunächst in einer abwartenden Verlaufsbeobachtung unter konsequenter Vermeidung von Wassereintritt in das betroffene Ohr, da sich der Riss bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen innerhalb weniger Wochen von selbst wieder verschließt. Eine vorbeugende antibiotische Behandlung wird bei Verunreinigung der Verletzung oder bereits bestehenden Anzeichen einer Infektion eingesetzt, um eine begleitende Mittelohrentzündung zu vermeiden. Bei einem nach mehreren Monaten weiterhin bestehenden Trommelfelldefekt oder bei einer bedeutsamen, anhaltenden Hörminderung kann eine operative Rekonstruktion des Trommelfells mit körpereigenem Gewebe notwendig werden.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der traumatischen Trommelfellruptur ist bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen sehr gut, da sich der Riss innerhalb weniger Wochen spontan sowie folgenlos verschließt, wobei sich auch die begleitende Hörminderung in diesem Zeitraum in aller Regel vollständig zurückbildet. Bei einer begleitenden Verletzung der tieferen Innenohrstrukturen kann eine bleibende Hörminderung oder Gleichgewichtsstörung zurückbleiben, deren Ausmaß maßgeblich von der Schwere der ursprünglichen Gewalteinwirkung abhängt. Eine regelmäßige Verlaufskontrolle wird empfohlen, um den spontanen Heilungsverlauf zu überwachen sowie bei ausbleibendem Verschluss rechtzeitig eine operative Behandlung einzuleiten.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Traumatische Trommelfellruptur: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Was ist eine häufige, gut vermeidbare Ursache?
Ein unsachgemäßes Einführen spitzer Gegenstände, etwa Wattestäbchen, in den Gehörgang.
Heilt die Verletzung von selbst aus?
Bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen ja, innerhalb weniger Wochen spontan sowie folgenlos.
Was sollte bis zur Abheilung vermieden werden?
Das Eindringen von Wasser in das betroffene Ohr.
Welche zusätzlichen Symptome deuten auf eine Innenohrbeteiligung hin?
Ohrensausen sowie ein akutes Schwindelgefühl.
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