Zahnluxation
Die Zahnluxation bezeichnet eine traumatisch bedingte Verlagerung eines Zahnes aus seiner ursprünglichen Position innerhalb des Zahnfachs, wobei das Ausmaß der Verlagerung von einer geringen Lockerung über eine seitliche oder tiefe Verschiebung bis zur vollständigen Ausschlagung des Zahnes aus seinem Zahnfach reichen kann. Eine solche Verletzung entsteht überwiegend durch eine direkte Gewalteinwirkung auf den Zahn, etwa im Rahmen eines Sturzes, einer sportlichen Aktivität oder einer tätlichen Auseinandersetzung, wobei insbesondere Kinder im Milchgebiss sowie im Wechselgebiss besonders häufig betroffen sind. Bei einer vollständigen Ausschlagung eines bleibenden Zahnes entscheidet die Geschwindigkeit sowie die genaue Art der Erstversorgung maßgeblich darüber, ob der betroffene Zahn langfristig erhalten werden kann, weshalb eine rasche, sachgerechte Reaktion von entscheidender Bedeutung ist.
Ursachen
Die Zahnluxation entsteht durch eine direkte Gewalteinwirkung auf einen oder mehrere Zähne, wobei Stürze, insbesondere im Kindesalter beim Spielen oder Fahrradfahren, sportliche Aktivitäten mit Körperkontakt sowie tätliche Auseinandersetzungen zu den häufigsten Ursachen zählen. Kinder im Milchgebiss sowie im Wechselgebiss sind aufgrund ihres noch nicht vollständig ausgereiften Bewegungsapparats sowie ihrer altersbedingt erhöhten Sturzneigung besonders häufig betroffen. Die genaue Art sowie Richtung der einwirkenden Kraft bestimmt maßgeblich, ob es zu einer geringen Lockerung, einer seitlichen oder tiefen Verlagerung oder einer vollständigen Ausschlagung des betroffenen Zahnes kommt.
Symptome
Die Zahnluxation äußert sich durch eine sichtbare Fehlstellung oder erhöhte Beweglichkeit des betroffenen Zahnes, die von einer geringen Lockerung bis zu einer deutlichen, seitlichen oder tiefen Verschiebung innerhalb des Zahnfachs reichen kann, begleitet von Schmerzen sowie häufig einer Blutung aus dem umliegenden Zahnfleisch. Bei einer vollständigen Ausschlagung fehlt der betroffene Zahn vollständig an seiner ursprünglichen Position, wobei das leere Zahnfach in aller Regel deutlich blutet. Begleitend können Verletzungen der umliegenden Lippen, des Zahnfleisches sowie der Wangenschleimhaut auftreten, die durch dieselbe Gewalteinwirkung verursacht wurden.
Diagnostik
Die Diagnose der Zahnluxation wird durch eine zahnärztliche Untersuchung gestellt, bei der die genaue Art sowie das Ausmaß der Verlagerung des betroffenen Zahnes sowie eine mögliche Beteiligung des umliegenden Knochens sowie Zahnfleisches beurteilt werden. Eine Röntgenaufnahme des betroffenen Zahnes sowie des umliegenden Kieferknochens wird zur genaueren Beurteilung der Zahnwurzel sowie zum Ausschluss einer begleitenden Fraktur des Kieferknochens empfohlen. Bei einer vollständigen Ausschlagung des Zahnes wird zusätzlich der Zustand der Zahnwurzeloberfläche beurteilt, da dieser für die Erfolgsaussichten einer möglichen Wiedereinpflanzung von entscheidender Bedeutung ist.
Behandlung
Die Behandlung der Zahnluxation richtet sich nach dem genauen Ausmaß der Verlagerung, wobei ein nur gering gelockerter Zahn häufig durch eine vorübergehende Schienung an den benachbarten, gesunden Zähnen stabilisiert wird, bis sich die umliegenden Haltestrukturen wieder gefestigt haben. Bei einer vollständigen Ausschlagung eines bleibenden Zahnes ist eine sehr rasche Wiedereinpflanzung des Zahnes in sein ursprüngliches Zahnfach von entscheidender Bedeutung, wobei der ausgeschlagene Zahn bis zur zahnärztlichen Versorgung idealerweise in einer speziellen Zahnrettungsbox oder ersatzweise in kalter, keimarmer Milch aufbewahrt werden sollte, um die empfindlichen Zellen der Zahnwurzeloberfläche bestmöglich zu schützen. Nach erfolgreicher Wiedereinpflanzung wird der Zahn ebenfalls für mehrere Wochen an den Nachbarzähnen geschient.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der Zahnluxation hängt entscheidend von der Geschwindigkeit sowie der Art der Erstversorgung ab, wobei bei einer vollständigen Ausschlagung eines bleibenden Zahnes die Erfolgsaussichten einer dauerhaften Erhaltung des Zahnes mit jeder verstrichenen Minute ohne sachgerechte Aufbewahrung deutlich abnehmen, sodass eine Wiedereinpflanzung idealerweise innerhalb weniger Stunden erfolgen sollte. Bei rechtzeitiger, fachgerechter Behandlung kann ein erheblicher Teil der wiedereingepflanzten Zähne langfristig erhalten werden, wobei dennoch ein Risiko für eine spätere Schädigung der Zahnwurzel oder des Zahnnervs besteht, das regelmäßige zahnärztliche Nachkontrollen über mehrere Jahre erfordert. Milchzähne werden nach vollständiger Ausschlagung in aller Regel nicht wiedereingepflanzt, um eine mögliche Schädigung des darunterliegenden, noch nicht durchgebrochenen bleibenden Zahnes zu vermeiden.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Zahnluxation: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wie sollte ein ausgeschlagener bleibender Zahn aufbewahrt werden?
Idealerweise in einer speziellen Zahnrettungsbox oder ersatzweise in kalter, keimarmer Milch.
Warum ist Zeit bei dieser Verletzung so entscheidend?
Weil die Erfolgsaussichten einer dauerhaften Erhaltung des Zahnes mit jeder verstrichenen Minute abnehmen.
Werden ausgeschlagene Milchzähne wiedereingepflanzt?
In aller Regel nicht, um den darunterliegenden bleibenden Zahn nicht zu schädigen.
Wie wird ein leicht gelockerter Zahn behandelt?
Durch eine vorübergehende Schienung an den benachbarten, gesunden Zähnen.
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