Tracheomalazie
Die Tracheomalazie bezeichnet eine übermäßige Nachgiebigkeit der Luftröhrenwand, meist bedingt durch eine unzureichend stabile Knorpelstruktur. Dadurch kann die Luftröhre, besonders beim Ausatmen, Husten oder Schreien, teilweise zusammenfallen und die Atemwege vorübergehend verengen. Die angeborene Form ist die häufigere und bildet sich meist innerhalb der ersten Lebensjahre von selbst zurück, erworbene Formen können in jedem Lebensalter durch andere Ursachen entstehen.
Ursachen
Bei der angeborenen Form ist die Knorpelstruktur der Luftröhre bei der Geburt noch unzureichend ausgereift oder von Natur aus schwächer ausgebildet, was sich meist mit zunehmendem Wachstum bessert. Sie tritt gehäuft bei Frühgeborenen sowie bei Kindern mit bestimmten Fehlbildungen der Speiseröhre auf. Erworbene Formen können durch eine lange liegende Beatmungskanüle, eine chronische Entzündung, Druck von außen durch ein Gefäß oder einen Tumor sowie im Erwachsenenalter durch eine chronische Lungenerkrankung mit dauerhaftem Husten entstehen.
Symptome
Kennzeichnend ist ein charakteristisches, oft bellendes oder pfeifendes Atemgeräusch, das sich beim Ausatmen, Husten, Schreien oder bei Anstrengung verstärkt. Bei Säuglingen kann zusätzlich ein anhaltender, teils musikalisch klingender Husten sowie in schwereren Fällen eine wiederkehrende Atemnot mit bläulicher Hautverfärbung auftreten. Häufige, wiederkehrende Atemwegsinfektionen können bei betroffenen Kindern gehäuft vorkommen, da das Sekret durch die verengten Atemwege schwerer abtransportiert wird.
Diagnostik
Die direkte Betrachtung der Luftröhre mittels eines flexiblen Bronchoskops während normaler Atmung ist die zuverlässigste Methode, um das charakteristische, atemabhängige Zusammenfallen der Luftröhrenwand nachzuweisen. Ergänzend können bildgebende Verfahren wie eine Computertomografie mögliche äußere Ursachen, etwa ein drückendes Gefäß, aufzeigen. Bei erworbener Form im Erwachsenenalter wird zusätzlich nach einer zugrunde liegenden chronischen Lungenerkrankung gesucht.
Behandlung
Milde Formen bei Kindern erfordern häufig keine spezifische Behandlung, da sie sich mit fortschreitendem Wachstum bessern; unterstützend können Atemtherapie und die Behandlung begleitender Atemwegsinfekte hilfreich sein. Bei ausgeprägteren Beschwerden mit deutlicher Atembehinderung kommen eine kontinuierliche Überdruckbeatmung während des Schlafs oder, in seltenen, schweren Fällen, eine operative Stabilisierung der Luftröhre infrage. Bei erworbener Form durch eine äußere Ursache wird diese, soweit möglich, behandelt oder beseitigt.
Verlauf und Prognose
Die angeborene Form bessert sich bei den meisten Kindern innerhalb der ersten ein bis zwei Lebensjahre deutlich, da die Knorpelstruktur der Luftröhre mit dem Wachstum stabiler wird. Schwere Formen mit ausgeprägter Atembehinderung sind seltener, können aber eine intensivere, spezialisierte Behandlung erfordern. Bei erworbenen Formen im Erwachsenenalter hängt der Verlauf stark von der zugrunde liegenden Ursache ab.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Tracheomalazie: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ist Tracheomalazie dasselbe wie Laryngomalazie?
Nein, bei der Laryngomalazie ist der obere Kehlkopfbereich betroffen, bei der Tracheomalazie die tiefer gelegene Luftröhre selbst, auch wenn beide Erkrankungen ähnliche Ursachen und Verläufe haben können.
Wächst sich die kindliche Form von selbst aus?
Bei den meisten Kindern ja, innerhalb der ersten ein bis zwei Lebensjahre bessert sich die Stabilität der Luftröhrenwand deutlich.
Warum bekommen betroffene Kinder häufiger Atemwegsinfekte?
Weil das Abhusten von Sekret durch die zeitweise verengten Atemwege erschwert ist, wodurch sich Erreger leichter festsetzen können.
Kann Tracheomalazie auch bei Erwachsenen entstehen?
Ja, meist als erworbene Form durch eine chronische Lungenerkrankung, langjährigen Husten oder frühere Beatmung, seltener als Fortbestehen einer nicht vollständig ausgeheilten kindlichen Form.
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