Lärmschwerhörigkeit
Die Lärmschwerhörigkeit ist eine dauerhafte Schädigung der empfindlichen Haarsinneszellen im Innenohr, verursacht durch eine zu intensive oder zu lang andauernde Lärmbelastung. Sie kann durch wiederholte berufliche oder freizeitbedingte Lärmexposition über Jahre entstehen oder durch ein einzelnes, sehr lautes akustisches Ereignis wie eine Explosion ausgelöst werden. Die geschädigten Sinneszellen können sich nicht regenerieren, weshalb die Vorbeugung besonders wichtig ist.
Ursachen
Chronische Lärmschwerhörigkeit entsteht durch wiederholte Belastung mit lauten Geräuschen über Jahre, etwa in lärmintensiven Arbeitsumgebungen wie Baustellen oder Produktionshallen, aber auch durch häufigen Besuch lauter Konzerte oder das Musikhören über Kopfhörer bei hoher Lautstärke. Ein akutes Lärmtrauma entsteht dagegen durch ein einzelnes, sehr lautes Ereignis wie einen Knall, eine Explosion oder einen Schuss in unmittelbarer Nähe des Ohrs, das die Sinneszellen schlagartig schädigen kann.
Symptome
Die chronische Form beginnt meist schleichend mit einer Hörminderung im hohen Frequenzbereich, die zunächst kaum bemerkt wird, da tiefere, für das Sprachverständnis wichtigere Frequenzen länger erhalten bleiben. Häufig begleitend tritt ein Ohrgeräusch (Tinnitus) auf. Ein akutes Lärmtrauma verursacht dagegen einen plötzlichen, oft einseitigen Hörverlust unmittelbar nach dem lauten Ereignis, häufig begleitet von einem Druckgefühl im Ohr und einem anhaltenden, hochfrequenten Ohrgeräusch.
Diagnostik
Ein Hörtest (Audiogramm) zeigt bei der chronischen Lärmschwerhörigkeit den für diese Erkrankung typischen Hörverlust in einem bestimmten hohen Frequenzbereich, der sich von anderen Formen der Schwerhörigkeit unterscheiden lässt. Bei akutem Lärmtrauma wird zusätzlich rasch eine Hörprüfung durchgeführt, um Ausmaß und mögliche Erholungschancen einzuschätzen. Eine sorgfältige berufliche und freizeitbedingte Lärmanamnese unterstützt die Diagnose zusätzlich.
Behandlung
Eine bereits eingetretene chronische Lärmschädigung der Sinneszellen ist nicht rückgängig zu machen; die Behandlung konzentriert sich auf die Anpassung von Hörgeräten bei relevantem Hörverlust und die konsequente Vermeidung weiterer Lärmbelastung, um ein Fortschreiten zu verhindern. Bei einem akuten Lärmtrauma wird häufig eine kurzzeitige, hochdosierte Kortisonbehandlung eingesetzt, die die Erholungschancen für das Hörvermögen verbessern kann, wenn sie rasch nach dem Ereignis begonnen wird.
Verlauf und Vorbeugung
Die chronische Lärmschwerhörigkeit schreitet bei fortgesetzter Lärmexposition langsam weiter fort und ist nicht heilbar, lässt sich durch konsequenten Gehörschutz jedoch wirksam verhindern. Bei akutem Lärmtrauma erholt sich das Hörvermögen bei einem Teil der Betroffenen, besonders bei rechtzeitiger Behandlung, teilweise oder vollständig, bei anderen bleibt ein dauerhafter Hörverlust bestehen. Konsequenter Gehörschutz bei lauten Tätigkeiten und eine moderate Lautstärke beim Musikhören sind die wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Lärmschwerhörigkeit: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Kann sich das Gehör nach einer Lärmschädigung wieder erholen?
Bei chronischer Schädigung nicht, da die geschädigten Sinneszellen sich nicht regenerieren; bei einem akuten Lärmtrauma ist mit rechtzeitiger Behandlung eine teilweise oder vollständige Erholung möglich.
Wie laut muss ein Geräusch sein, um das Gehör zu schädigen?
Bereits eine regelmäßige Belastung über etwa 85 Dezibel über mehrere Stunden gilt als schädigend, ein einzelner sehr lauter Knall kann bereits bei deutlich kürzerer Einwirkzeit eine Schädigung verursachen.
Warum ist Musikhören über Kopfhörer ein Risiko?
Bei hoher Lautstärke über längere Zeit wirkt der Schall sehr nah am Ohr direkt auf die empfindlichen Sinneszellen ein, was bei regelmäßiger Anwendung zu einer chronischen Schädigung beitragen kann.
Wie kann man sich am besten schützen?
Durch konsequentes Tragen von Gehörschutz bei lauten Tätigkeiten oder Veranstaltungen sowie durch moderate Lautstärke beim Musikhören, besonders über Kopfhörer.
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