Tetanus (Wundstarrkrampf)
Tetanus, umgangssprachlich Wundstarrkrampf genannt, wird durch ein Nervengift verursacht, das von dem im Erdboden weit verbreiteten Bakterium Clostridium tetani gebildet wird. Das Gift blockiert die Signalübertragung zwischen bestimmten Nervenzellen und führt zu anhaltenden, sehr schmerzhaften Muskelkrämpfen im gesamten Körper. Dank einer wirksamen Schutzimpfung ist die Erkrankung in Ländern mit hoher Impfquote wie Deutschland heute sehr selten geworden, verläuft unbehandelt jedoch häufig tödlich.
Ursachen
Die Sporen des Bakteriums Clostridium tetani sind im Erdboden weit verbreitet und können durch auch kleine, verunreinigte Wunden, etwa durch einen Nagel, einen Holzsplitter oder Gartenarbeit, in den Körper gelangen. Unter sauerstoffarmen Bedingungen im Wundgewebe vermehren sich die Bakterien und produzieren das Nervengift Tetanospasmin, das über die Nervenbahnen zum Rückenmark wandert und dort die hemmende Kontrolle über die Muskelbewegung außer Kraft setzt.
Symptome
Die Erkrankung beginnt meist mit einer zunehmenden Verkrampfung der Kiefermuskulatur (Kieferklemme), die das Öffnen des Mundes erschwert, gefolgt von einem charakteristischen, grinsenden Gesichtsausdruck durch die Anspannung der Gesichtsmuskulatur. Im Verlauf breiten sich die Muskelkrämpfe auf den ganzen Körper aus, mit schmerzhaften, teils lebensbedrohlichen Verkrampfungen der Atem- und Rückenmuskulatur, ausgelöst oder verstärkt durch äußere Reize wie Licht oder Geräusche.
Diagnostik
Die Diagnose wird überwiegend klinisch anhand des charakteristischen Beschwerdebilds gestellt, ein spezifischer Labortest zum sicheren Nachweis der Erkrankung steht praktisch nicht zur Verfügung. Eine sorgfältige Anamnese nach einer möglicherweise verunreinigten Verletzung sowie die Prüfung des Impfstatus sind wichtige Bausteine der Einschätzung, insbesondere da die Erkrankung heute selten geworden ist und leicht übersehen werden kann.
Behandlung
Die Behandlung erfolgt intensivmedizinisch mit Gabe eines spezifischen Immunglobulins zur Neutralisierung des noch nicht gebundenen Nervengifts, einer gründlichen Wundversorgung sowie Antibiotika gegen die Bakterien selbst. Zur Kontrolle der schweren Muskelkrämpfe sind oft Beruhigungsmittel oder Muskelrelaxanzien notwendig, bei Beteiligung der Atemmuskulatur eine maschinelle Beatmung. Die Behandlung erfordert häufig einen langen, wochenlangen intensivmedizinischen Aufenthalt.
Verlauf und Vorbeugung
Unbehandelt verläuft Tetanus in einem erheblichen Teil der Fälle tödlich, meist durch Ersticken infolge der Krämpfe der Atemmuskulatur oder durch Komplikationen der intensivmedizinischen Behandlung selbst. Die wirksamste Vorbeugung ist die Grundimmunisierung im Kindesalter mit regelmäßigen Auffrischungen im Abstand von etwa zehn Jahren. Bei einer verunreinigten Verletzung mit unklarem oder unvollständigem Impfschutz wird zusätzlich eine sofortige aktive und gegebenenfalls passive Immunisierung durchgeführt.
Quellen & weiterführende Stellen
- Robert Koch-Institut — Tetanus: Erreger, Impfung, RKI-Ratgeber
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wie oft muss die Tetanus-Impfung aufgefrischt werden?
In der Regel etwa alle zehn Jahre, bei einer stark verunreinigten Wunde und unklarem oder länger zurückliegendem Impfschutz kann eine sofortige Auffrischung notwendig sein.
Kann man sich von Mensch zu Mensch mit Tetanus anstecken?
Nein, die Erkrankung wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen, sondern entsteht durch Bakteriensporen aus der Umwelt, die über eine Wunde in den Körper gelangen.
Ist eine kleine Wunde schon gefährlich?
Ja, auch kleine, aber verunreinigte Wunden, etwa durch Erdkontakt oder rostige Gegenstände, können ausreichen, wenn kein ausreichender Impfschutz besteht.
Warum ist Tetanus in Deutschland so selten geworden?
Wegen der hohen Durchimpfungsrate der Bevölkerung durch die im Kindesalter empfohlene Grundimmunisierung mit regelmäßigen Auffrischungen.
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