Mastoiditis
Die Mastoiditis ist eine Entzündung des Warzenfortsatzes, eines mit luftgefüllten Zellen durchsetzten Knochenbereichs hinter dem Ohr, der mit dem Mittelohr in Verbindung steht. Sie entsteht meist als Komplikation einer nicht ausreichend ausgeheilten oder unbehandelten akuten Mittelohrentzündung. Dank des breiten Einsatzes von Antibiotika bei Mittelohrentzündungen ist sie heute deutlich seltener als früher, bleibt aber eine ernstzunehmende Erkrankung mit Risiko für schwere Komplikationen.
Ursachen
Die Mastoiditis entsteht überwiegend als Folge einer akuten Mittelohrentzündung, bei der sich die Infektion über die luftgefüllten Zellen des Warzenfortsatzes ausbreitet. Begünstigend wirken eine unzureichende oder zu spät begonnene Behandlung der ursprünglichen Mittelohrentzündung, ein geschwächtes Immunsystem sowie bestimmte anatomische Besonderheiten der Belüftung des Mittelohrs. Kinder sind aufgrund der höheren Häufigkeit von Mittelohrentzündungen insgesamt häufiger betroffen.
Symptome
Kennzeichnend sind anhaltendes oder erneut auftretendes Fieber nach einer Mittelohrentzündung, zunehmende Schmerzen und eine druckschmerzhafte Schwellung und Rötung hinter dem Ohr, die die Ohrmuschel nach vorne und unten abdrängen kann. Häufig bestehen weiterhin Ohrenschmerzen und ein Sekretausfluss aus dem Ohr. Bei fortschreitender Erkrankung können Kopfschmerzen, Erbrechen und Zeichen einer Ausbreitung der Infektion Richtung Gehirn hinzukommen, was einen medizinischen Notfall darstellt.
Diagnostik
Die klinische Untersuchung mit dem typischen Bild einer geschwollenen, druckschmerzhaften Region hinter dem Ohr zusammen mit einer vorausgegangenen oder bestehenden Mittelohrentzündung liefert wichtige Hinweise. Eine Computertomografie des Schläfenbeins zeigt das Ausmaß der Knochenbeteiligung und mögliche Komplikationen wie einen Abszess. Blutuntersuchungen zeigen erhöhte Entzündungswerte, eine Abstrichuntersuchung von Ohrsekret kann den auslösenden Erreger identifizieren.
Behandlung
Die Behandlung erfolgt meist stationär mit hochdosierten intravenösen Antibiotika. Bei ausgeprägtem Befund, Abszessbildung oder ausbleibender Besserung unter Antibiotikatherapie ist eine operative Eröffnung und Ausräumung des betroffenen Warzenfortsatzes (Mastoidektomie) notwendig, um die Infektion zu beseitigen und Komplikationen zu verhindern. Ein bestehender Sekretstau im Mittelohr wird durch einen kleinen Trommelfellschnitt zusätzlich entlastet.
Verlauf und Prognose
Mit rechtzeitiger, konsequenter Behandlung heilt die Mastoiditis bei den meisten Betroffenen folgenlos aus. Unbehandelt oder bei verzögerter Behandlung drohen ernste Komplikationen wie eine Ausbreitung der Infektion ins Gehirn mit Hirnhautentzündung oder Hirnabszess sowie eine Schädigung des Gesichtsnervs oder des Gleichgewichtsorgans. Jede anhaltende oder sich verschlechternde Mittelohrentzündung, besonders mit Schwellung hinter dem Ohr, sollte deshalb zeitnah ärztlich abgeklärt werden.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Mastoiditis: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Warum entsteht eine Mastoiditis aus einer Mittelohrentzündung?
Weil der Warzenfortsatz über luftgefüllte Zellen direkt mit dem Mittelohr in Verbindung steht und sich eine unzureichend behandelte Infektion dorthin ausbreiten kann.
Ist eine Mastoiditis heute noch häufig?
Nein, durch die frühzeitige antibiotische Behandlung von Mittelohrentzündungen ist sie in Ländern mit guter medizinischer Versorgung deutlich seltener geworden.
Muss immer operiert werden?
Nicht immer, viele Fälle sprechen gut auf eine intravenöse Antibiotikatherapie an, bei ausbleibender Besserung oder Abszessbildung ist jedoch eine Operation notwendig.
Welche Warnzeichen sollten sofort abgeklärt werden?
Anhaltendes Fieber und zunehmende Schmerzen nach einer Mittelohrentzündung, besonders mit Schwellung oder Rötung hinter dem Ohr, sollten umgehend ärztlich untersucht werden.
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