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Systemisches inflammatorisches Response-Syndrom (SIRS)

Das systemische inflammatorische Response-Syndrom, kurz SIRS, bezeichnet eine überschießende Entzündungsreaktion, die den gesamten Körper betrifft und als Antwort auf ganz unterschiedliche schwere Belastungen entstehen kann, etwa eine Infektion, ein schweres Trauma, eine ausgedehnte Operation oder eine Verbrennung. Anders als eine örtlich begrenzte Entzündung, die sich auf eine bestimmte Körperregion beschränkt, betrifft SIRS den ganzen Körper und äußert sich durch charakteristische Veränderungen von Körpertemperatur, Herzfrequenz, Atemfrequenz und der Anzahl weißer Blutkörperchen. SIRS ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein klinisches Muster, das auf eine erhebliche Belastung des Körpers hinweist und, wenn es durch eine Infektion ausgelöst wird, den Übergang zu einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung (Sepsis) markieren kann, weshalb sein frühzeitiges Erkennen für die rechtzeitige Behandlung von großer Bedeutung ist.

Ursachen

SIRS kann durch eine Vielzahl unterschiedlicher schwerer Belastungen des Körpers ausgelöst werden. Infektionen, insbesondere schwere bakterielle Infektionen, zählen zu den häufigsten Auslösern und können, wenn eine Infektion als Ursache nachgewiesen oder vermutet wird, in eine Sepsis übergehen. Auch nicht-infektiöse Ursachen wie ein schweres Unfalltrauma, ausgedehnte chirurgische Eingriffe, schwere Verbrennungen, eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung sowie ein ausgeprägter Gewebeuntergang, etwa nach einem großen Herzinfarkt, können eine vergleichbare, den ganzen Körper betreffende Entzündungsreaktion auslösen. Der zugrunde liegende Mechanismus besteht darin, dass die auslösende Erkrankung oder Verletzung eine massive Freisetzung entzündungsfördernder Botenstoffe in den Blutkreislauf bewirkt, die eine überschießende, den gesamten Körper betreffende Entzündungsreaktion in Gang setzen, unabhängig davon, ob eine Infektion die auslösende Ursache ist.

Symptome

SIRS wird anhand mehrerer charakteristischer klinischer Kriterien definiert, von denen mindestens zwei gleichzeitig vorliegen müssen: eine Körpertemperatur, die entweder deutlich erhöht (Fieber) oder ungewöhnlich niedrig (Unterkühlung) ist, eine beschleunigte Herzfrequenz, eine beschleunigte Atemfrequenz sowie eine im Blutbild deutlich erhöhte oder erniedrigte Anzahl weißer Blutkörperchen. Betroffene wirken häufig deutlich krank, zeigen ein allgemeines Schwächegefühl und können, je nach zugrunde liegender Ursache, weitere Symptome der auslösenden Erkrankung aufweisen. Bei fortschreitendem SIRS, insbesondere wenn eine Infektion die Ursache ist, können sich Anzeichen einer beginnenden Organbeteiligung entwickeln, etwa eine Verwirrtheit, eine verminderte Urinausscheidung oder ein Blutdruckabfall, was auf den Übergang in eine Sepsis mit deutlich ernsterer Prognose hindeutet und eine sofortige intensivere Behandlung erfordert.

Diagnostik

Die Diagnose von SIRS erfolgt anhand der genannten klinischen Kriterien, die durch eine körperliche Untersuchung mit Messung von Körpertemperatur, Puls und Atemfrequenz sowie durch eine Blutuntersuchung zur Bestimmung der Anzahl weißer Blutkörperchen erhoben werden. Ist SIRS festgestellt, wird intensiv nach der zugrunde liegenden Ursache gesucht, um zwischen einer infektiösen und einer nicht-infektiösen Ursache zu unterscheiden, da dies wesentliche Auswirkungen auf die weitere Behandlung hat. Hierzu gehören unter anderem Blutkulturen zur Suche nach einer möglichen Blutvergiftung, eine Bildgebung zur Suche nach einer möglichen Infektionsquelle sowie weitere Untersuchungen je nach vermuteter Ursache. Regelmäßige Kontrollen von Kreislauf, Atmung und Organfunktionen sind wichtig, um einen möglichen Übergang in eine Sepsis mit Organbeteiligung frühzeitig zu erkennen.

Behandlung

Die wichtigste Maßnahme bei SIRS ist die rasche Identifikation und gezielte Behandlung der zugrunde liegenden Ursache, sei es eine Infektion, die mit geeigneten Antibiotika behandelt wird, oder eine andere auslösende Erkrankung oder Verletzung, deren spezifische Behandlung im Vordergrund steht. Begleitend erfolgt eine unterstützende Behandlung mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr, Fiebersenkung bei Bedarf sowie einer engmaschigen Überwachung der Vitalparameter, um eine mögliche Verschlechterung frühzeitig zu erkennen. Bei Anzeichen einer beginnenden Organbeteiligung oder eines Übergangs in eine Sepsis ist eine intensivere, meist intensivmedizinische Behandlung mit Kreislaufunterstützung und gegebenenfalls Beatmung notwendig. Je früher die auslösende Ursache erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Erfolgsaussichten, eine Verschlechterung des Zustandes zu verhindern.

Verlauf und Prognose

Bei rechtzeitiger Erkennung und Behandlung der zugrunde liegenden Ursache bildet sich SIRS bei vielen Betroffenen innerhalb weniger Tage vollständig zurück, insbesondere wenn die auslösende Erkrankung gut behandelbar ist. Wird die Ursache nicht rechtzeitig erkannt oder behandelt, insbesondere bei einer zugrunde liegenden Infektion, kann sich SIRS zu einer Sepsis mit Organbeteiligung weiterentwickeln, die eine deutlich ernstere Prognose hat und eine intensivere Behandlung erfordert. Die Prognose hängt daher wesentlich von der Grunderkrankung, dem Zeitpunkt der Behandlung sowie dem allgemeinen Gesundheitszustand der betroffenen Person ab. Eine aufmerksame klinische Überwachung und rasches Handeln bei den ersten Anzeichen von SIRS sind entscheidend, um einer möglichen Verschlechterung wirksam vorzubeugen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Ist SIRS dasselbe wie eine Sepsis?

Nein, SIRS ist ein allgemeines Entzündungsmuster des ganzen Körpers, das durch verschiedenste Ursachen entstehen kann. Wird SIRS durch eine nachgewiesene oder vermutete Infektion ausgelöst, spricht man von einer Sepsis, die eine ernstere Erkrankung darstellt.

Welche Kriterien müssen für die Diagnose SIRS vorliegen?

Mindestens zwei der folgenden Kriterien: eine deutlich erhöhte oder erniedrigte Körpertemperatur, eine beschleunigte Herzfrequenz, eine beschleunigte Atemfrequenz sowie eine erhöhte oder erniedrigte Anzahl weißer Blutkörperchen im Blut.

Kann SIRS auch ohne eine Infektion entstehen?

Ja, auch nicht-infektiöse Ursachen wie ein schweres Trauma, eine ausgedehnte Operation, Verbrennungen oder eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung können eine vergleichbare, den ganzen Körper betreffende Entzündungsreaktion auslösen.

Warum ist die rasche Identifikation der Ursache bei SIRS so wichtig?

Weil eine unbehandelte zugrunde liegende Ursache, insbesondere eine Infektion, zu einem Übergang in eine Sepsis mit Organbeteiligung führen kann, die eine deutlich ernstere Prognose hat und eine intensivere Behandlung erfordert.

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