Stridor
Der Stridor bezeichnet ein hörbares, meist pfeifendes, zischendes oder rasselndes Atemgeräusch, das durch eine Verengung der Atemwege entsteht, wenn die eingeatmete oder ausgeatmete Luft durch die verengte Passage strömt und dabei charakteristische Schwingungen des umliegenden Gewebes erzeugt. Der genaue Zeitpunkt des Auftretens innerhalb des Atemzyklus liefert wichtige Hinweise auf die Lage der zugrunde liegenden Engstelle, wobei ein während des Einatmens hörbarer Stridor eher auf eine Verengung der oberen Atemwege oberhalb des Kehlkopfs hindeutet, während ein während des Ausatmens hörbares Atemgeräusch eher auf eine Verengung der tieferen, innerhalb des Brustkorbs gelegenen Atemwege hinweist. Da ein Stridor je nach zugrunde liegender Ursache sowie Ausmaß der Atemwegsverengung von einem harmlosen, vorübergehenden Symptom bis zu einem lebensbedrohlichen Atemwegsnotfall reichen kann, ist eine rasche Einschätzung des Schweregrads von entscheidender Bedeutung.
Ursachen
Der Stridor entsteht durch eine Verengung der Atemwege an irgendeiner Stelle zwischen Nase beziehungsweise Mund und den tieferen Verzweigungen der Bronchien, wobei die möglichen zugrunde liegenden Ursachen sehr vielfältig sind und je nach Lebensalter der betroffenen Person deutlich variieren. Bei Kindern zählen akute Entzündungen des Kehlkopfs sowie der oberen Luftröhre sowie das versehentliche Einatmen eines Fremdkörpers zu den häufigsten Ursachen, während bei Erwachsenen eine allergische Schwellung der oberen Atemwege, ein gutartiger oder bösartiger Tumor der Atemwege sowie eine Lähmung der Stimmbandmuskulatur häufigere Ursachen darstellen. Seltener wird ein Stridor durch eine angeborene Fehlbildung der Atemwege, eine Verletzung des Kehlkopfs oder eine von außen auf die Atemwege drückende Struktur, etwa eine vergrößerte Schilddrüse, verursacht.
Symptome
Der Stridor äußert sich als ein hörbares, meist hochfrequentes, pfeifendes oder zischendes Atemgeräusch, das bei ausgeprägter Atemwegsverengung bereits ohne Hilfsmittel aus der Entfernung wahrnehmbar sein kann und bei geringerer Ausprägung erst bei der ärztlichen Untersuchung mit dem Stethoskop hörbar wird. Begleitend können je nach Ausmaß der zugrunde liegenden Atemwegsverengung weitere Beschwerden auftreten, insbesondere eine zunehmende Atemnot, eine sichtbare Einziehung der Haut zwischen den Rippen sowie am Hals beim Einatmen sowie, bei besonders ausgeprägter Verengung, eine bläuliche Verfärbung der Haut als Zeichen einer unzureichenden Sauerstoffversorgung. Ein plötzlich einsetzender, rasch fortschreitender Stridor stellt stets einen ernstzunehmenden Notfall dar, der eine unverzügliche ärztliche Einschätzung erfordert.
Diagnostik
Die Diagnose des Stridors wird zunächst durch eine sorgfältige klinische Untersuchung mit genauer Beurteilung des Zeitpunkts des Atemgeräuschs innerhalb des Atemzyklus sowie des Ausmaßes der begleitenden Atemnot gestellt, wobei diese erste Einschätzung bereits wichtige Hinweise auf die wahrscheinliche Lage sowie den Schweregrad der zugrunde liegenden Atemwegsverengung liefert. Eine endoskopische Untersuchung der Atemwege ermöglicht eine direkte Darstellung der Engstelle sowie häufig bereits eine genaue Identifikation der zugrunde liegenden Ursache. Bei unklarem Befund oder Verdacht auf eine tiefer gelegene Ursache kann eine Bildgebung mittels Computertomografie des Brustkorbs zur genaueren Beurteilung der Atemwege sowie umliegender Strukturen beitragen.
Behandlung
Die Behandlung des Stridors richtet sich vorrangig nach dem Schweregrad der zugrunde liegenden Atemwegsverengung sowie deren genauer Ursache, wobei bei einem akuten, rasch fortschreitenden Stridor mit erheblicher Atemnot eine unverzügliche Sicherung der Atemwege oberste Priorität besitzt und je nach Situation verschiedene Notfallmaßnahmen bis hin zu einer künstlichen Atemwegssicherung erfordern kann. Bei einer allergisch bedingten Schwellung der Atemwege werden gezielt entzündungshemmende sowie abschwellende Medikamente eingesetzt, während bei einem eingeatmeten Fremdkörper eine unverzügliche endoskopische Entfernung notwendig ist. Bei chronischen, langsam fortschreitenden Ursachen, etwa einem Tumor der Atemwege, richtet sich die Behandlung nach der jeweils spezifischen Grunderkrankung.
Verlauf und Prognose
Die Prognose des Stridors hängt entscheidend von der zugrunde liegenden Ursache sowie dem Ausmaß der Atemwegsverengung ab, wobei ein leichter, durch eine vorübergehende Entzündung verursachter Stridor bei rechtzeitiger Behandlung in aller Regel folgenlos abheilt. Ein akuter, rasch fortschreitender Stridor mit erheblicher Atemwegsverengung stellt dagegen einen lebensbedrohlichen Notfall dar, bei dem eine verzögerte Behandlung zu einem vollständigen Atemwegsverschluss mit tödlichem Ausgang führen kann, weshalb eine unverzügliche ärztliche Einschätzung bei plötzlich auftretendem oder rasch zunehmendem Stridor unerlässlich ist. Bei chronischen, langsam fortschreitenden Ursachen hängt die langfristige Prognose maßgeblich vom Erfolg der Behandlung der jeweiligen Grunderkrankung ab.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Stridor: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Was verrät der Zeitpunkt des Atemgeräuschs?
Ein während des Einatmens hörbarer Stridor deutet eher auf eine Verengung der oberen Atemwege hin, ein während des Ausatmens hörbares Geräusch eher auf eine Verengung der tieferen Atemwege.
Was sind häufige Ursachen bei Kindern?
Akute Entzündungen des Kehlkopfs sowie der oberen Luftröhre sowie das versehentliche Einatmen eines Fremdkörpers.
Wann ist ein Stridor ein Notfall?
Wenn er plötzlich einsetzt oder rasch fortschreitet, insbesondere mit zunehmender Atemnot.
Was hat oberste Priorität bei akutem, schwerem Stridor?
Die unverzügliche Sicherung der Atemwege.
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