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Frauengesundheit

Späterbrechen während der Schwangerschaft

Übelkeit und Erbrechen gehören zur Frühschwangerschaft und klingen meist bis etwa zur zwanzigsten Woche ab. Tritt Erbrechen dagegen erst später in der Schwangerschaft auf oder hält es darüber hinaus an, spricht man von Späterbrechen. Anders als die hormonell bedingte Frühform hat es häufiger eine andere Ursache, die ärztlich abgeklärt werden muss, da sich dahinter sowohl harmlose Magen-Darm-Beschwerden als auch ernstzunehmende schwangerschaftsspezifische Erkrankungen verbergen können.

Ursachen

Häufige Ursachen sind Sodbrennen und Rückfluss von Magensäure, da die wachsende Gebärmutter den Magen zunehmend nach oben drückt, sowie Magen-Darm-Infekte oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Wichtig ist das Erkennen von Erkrankungen, die mit Erbrechen einhergehen können, etwa einer Präeklampsie mit Oberbauchschmerzen, einer Lebererkrankung der Schwangerschaft mit gestörtem Gallenfluss, Gallensteinen, einer Bauchspeicheldrüsenentzündung oder einer Harnwegsinfektion. Selten kann auch eine fortbestehende, stark ausgeprägte Form der Schwangerschaftsübelkeit vorliegen.

Symptome

Leitsymptom ist wiederholtes Erbrechen, das nach der Frühschwangerschaft neu beginnt oder unvermindert anhält. Je nach Ursache kommen Oberbauchschmerzen, Sodbrennen, Durchfall, Fieber, starker Juckreiz, Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Wassereinlagerungen hinzu. Besondere Aufmerksamkeit verdienen Erbrechen zusammen mit Oberbauchschmerzen und erhöhtem Blutdruck, da dies auf eine ernste Komplikation hinweisen kann. Bei anhaltendem Erbrechen drohen Flüssigkeitsmangel und Gewichtsverlust.

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Diagnostik

Die Abklärung beginnt mit einer genauen Befragung, der Messung des Blutdrucks und einer Urinuntersuchung auf Eiweiß und Infektionszeichen. Blutuntersuchungen, insbesondere der Leberwerte, der Gallensäuren und der Nierenfunktion, sowie eine Ultraschalluntersuchung von Oberbauch und Gebärmutter ergänzen die Diagnostik. Ziel ist es, gefährliche Ursachen wie Präeklampsie oder Lebererkrankungen zuverlässig auszuschließen, bevor von einer harmlosen Ursache ausgegangen wird.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei Reflux helfen kleinere Mahlzeiten, erhöhte Oberkörperlage im Schlaf und bei Bedarf für die Schwangerschaft geeignete säurebindende Medikamente. Infekte werden symptomatisch oder gezielt behandelt, Flüssigkeitsverluste ausgeglichen. Schwangerschaftsspezifische Erkrankungen erfordern eine spezialisierte, oft stationäre Behandlung. Medikamente gegen Übelkeit werden nur nach ärztlicher Rücksprache eingesetzt, die für die Schwangerschaft geeignet sind.

Verlauf und Prognose

Bei harmlosen Ursachen wie Reflux oder einem Magen-Darm-Infekt klingen die Beschwerden meist rasch ab oder sind gut zu kontrollieren. Ist das Späterbrechen Zeichen einer ernsteren Erkrankung, hängt die Prognose davon ab, wie früh diese erkannt wird; bei rechtzeitiger Behandlung sind die Aussichten für Mutter und Kind in der Regel gut. Wegen dieser Bandbreite gilt: Erbrechen in der zweiten Schwangerschaftshälfte sollte ärztlich angesehen werden, statt es als normale Übelkeit abzutun.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Worin unterscheidet sich Späterbrechen von der normalen Schwangerschaftsübelkeit?

Die normale Übelkeit tritt in der Frühschwangerschaft auf und klingt meist bis etwa zur zwanzigsten Woche ab, Späterbrechen beginnt später oder hält darüber hinaus an und hat häufiger eine andere, abklärungsbedürftige Ursache.

Wann sollte man besonders schnell ärztlichen Rat suchen?

Bei Erbrechen zusammen mit Oberbauchschmerzen, Kopfschmerzen, Sehstörungen, Fieber oder starkem Juckreiz, da dahinter eine ernste Komplikation stecken kann.

Welche harmlosen Ursachen gibt es?

Vor allem Sodbrennen durch den Druck der wachsenden Gebärmutter auf den Magen sowie Magen-Darm-Infekte.

Welche Untersuchungen sind üblich?

Blutdruckmessung, Urinuntersuchung, Blutuntersuchungen mit Leberwerten und Gallensäuren sowie eine Ultraschalluntersuchung.

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