Späte Nachgeburtsblutung (Spätblutung im Wochenbett)
Nach der Geburt blutet die Gebärmutter in den ersten Tagen als Wochenfluss. Eine späte Nachgeburtsblutung liegt vor, wenn die Blutung später als vierundzwanzig Stunden nach der Geburt auftritt und stärker als der normale Wochenfluss ist. Sie kommt bei etwa einer von hundert Geburten vor und kann stark werden.
Ursachen
Häufigste Ursachen sind zurückgebliebene Reste von Mutterkuchen oder Eihäuten, Infektion der Gebärmutter, mangelhafte Rückbildung der Gebärmutter, Blutgerinnungsstörungen, Wundstellen nach Riss oder Kaiserschnittnarbe und selten Gefäßfehlbildungen. Auch zu frühe körperliche Belastung kann beitragen.
Symptome
Typisch ist eine plötzlich verstärkte, hellrote Blutung mit Blutgerinnseln, oft nach bereits nachlassendem Wochenfluss. Hinzu können Unterbauchschmerzen, Fieber, übelriechender Ausfluss, Schwäche, Schwindel, Herzrasen und Kreislaufschwäche kommen.
Diagnostik
Frauenärztinnen und -ärzte tasten die Gebärmutter, kontrollieren Blutdruck und Puls und führen einen Ultraschall durch, der Reste zeigt. Blutuntersuchungen prüfen Blutbild, Gerinnung und Infektion.
Behandlung
Bei starker Blutung Notruf 112 wählen, flach lagern und Beine hochlegen. Medikamente, die die Gebärmutter zusammenziehen, werden gegeben. Reste werden operativ durch Ausschabung entfernt. Bei Infektion kommen Antibiotika zum Einsatz, bei Bedarf Flüssigkeit und Bluttransfusion.
Verlauf und Prognose
Bei rascher Behandlung heilt die Blutung meist folgenlos ab. Unbehandelt drohen Blutarmut, Schock und Infektion. Hebammen und Frauenarztpraxis beraten im Wochenbett zu Warnzeichen.
Weiterführende Informationen der Organisation
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Die verlinkten Angebote sind allgemeine Informationsquellen der jeweiligen Organisation, kein Einzelbeleg für jede Aussage dieses Artikels. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wann ist eine Blutung im Wochenbett gefährlich?
Wenn sie stark ist, mit Gerinnseln, Schwindel oder Fieber einhergeht.
Was tun bei starker Blutung?
Flach lagern, Beine hochlegen und den Notruf 112 wählen.
Woher kommt sie meist?
Von Plazentaresten oder einer Infektion der Gebärmutter.
Wie wird sie behandelt?
Mit Medikamenten, gegebenenfalls Ausschabung und Antibiotika.
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