Amenorrhoe (Ausbleibende Regelblutung)
Die Amenorrhoe bezeichnet das Ausbleiben der Regelblutung bei einer Frau im gebärfähigen Alter außerhalb von Schwangerschaft, Stillzeit oder den Wechseljahren. Man unterscheidet die primäre Amenorrhoe, bei der die erste Regelblutung bis zum 15. bis 16. Lebensjahr noch nicht eingesetzt hat, von der sekundären Amenorrhoe, bei der eine zuvor bestehende Regelblutung für mindestens drei Monate ausbleibt. Beide Formen haben ein breites Spektrum möglicher Ursachen.
Ursachen
Die häufigste Ursache einer sekundären Amenorrhoe außerhalb der Schwangerschaft ist eine hormonelle Störung des Eisprungs, etwa im Rahmen des PCO-Syndroms, extremem Untergewicht oder starker körperlicher Belastung, sowie eine Schilddrüsenerkrankung oder erhöhte Prolaktinwerte. Starker Stress kann den Zyklus ebenfalls vorübergehend aussetzen lassen. Eine primäre Amenorrhoe kann durch angeborene Fehlbildungen der Geschlechtsorgane, eine verzögerte Pubertätsentwicklung oder genetische Ursachen bedingt sein. Nach den Wechseljahren oder einer operativen Entfernung der Eierstöcke ist das Ausbleiben der Blutung normal und keine Erkrankung.
Symptome
Das Hauptmerkmal ist das Ausbleiben der erwarteten Regelblutung. Je nach zugrunde liegender Ursache können Begleitsymptome auftreten: bei hormonellen Störungen etwa vermehrter Haarwuchs oder Akne, bei Schilddrüsenerkrankungen Müdigkeit oder Gewichtsveränderungen, bei erhöhtem Prolaktin ein möglicher Milchfluss aus der Brust. Bei extremem Untergewicht oder starker sportlicher Belastung als Ursache können zusätzlich Zeichen einer allgemeinen Mangelernährung bestehen.
Diagnostik
Zunächst wird eine Schwangerschaft mittels eines einfachen Tests ausgeschlossen. Bluttests bestimmen relevante Hormone wie follikelstimulierendes Hormon, Prolaktin und Schilddrüsenhormone, um die zugrunde liegende hormonelle Ursache zu identifizieren. Eine Ultraschalluntersuchung der Gebärmutter und Eierstöcke kann strukturelle Auffälligkeiten wie polyzystische Eierstöcke zeigen. Bei primärer Amenorrhoe werden zusätzlich die körperliche Entwicklung und gegebenenfalls eine genetische Untersuchung berücksichtigt.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache: Bei hormonellen Störungen können entsprechende Medikamente den Zyklus wiederherstellen, bei einer Schilddrüsenerkrankung wird diese eigenständig behandelt. Bei Untergewicht oder übermäßiger sportlicher Belastung als Ursache steht eine Gewichtsnormalisierung beziehungsweise Anpassung der Trainingsintensität im Vordergrund. Bei bestehendem Kinderwunsch werden gezielt Medikamente zur Anregung des Eisprungs eingesetzt. Strukturelle Fehlbildungen bei primärer Amenorrhoe können in ausgewählten Fällen operativ behandelt werden.
Verlauf und Prognose
Die Prognose hängt stark von der zugrunde liegenden Ursache ab: Viele hormonell bedingte Formen lassen sich gut behandeln, sodass die Regelblutung und, bei Kinderwunsch, die Fruchtbarkeit wiederhergestellt werden können. Bei struktureller oder genetischer Ursache ist die Behandlung individueller und teils begrenzter. Eine über drei Monate ausbleibende Regelblutung außerhalb bekannter, normaler Ursachen sollte grundsätzlich ärztlich abgeklärt werden, um behandelbare Ursachen frühzeitig zu erkennen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Amenorrhoe: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ab wann sollte eine ausbleibende Regelblutung abgeklärt werden?
Wenn die Blutung außerhalb von Schwangerschaft, Stillzeit oder Wechseljahren für mindestens drei Monate ausbleibt, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.
Kann Sport die Regelblutung aussetzen lassen?
Ja, sehr intensive körperliche Belastung, insbesondere in Kombination mit niedrigem Körpergewicht, kann den Zyklus vorübergehend zum Stillstand bringen.
Ist eine ausbleibende Blutung immer ein Zeichen für Unfruchtbarkeit?
Nicht zwangsläufig, viele Ursachen einer Amenorrhoe sind behandelbar, wodurch sich sowohl die Regelblutung als auch die Fruchtbarkeit oft wiederherstellen lassen.
Was ist der Unterschied zwischen primärer und sekundärer Amenorrhoe?
Bei der primären Form hat die erste Regelblutung bis zum 15. bis 16. Lebensjahr noch nicht eingesetzt, bei der sekundären Form bleibt eine zuvor bestehende Blutung für mindestens drei Monate aus.
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