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Psyche & Nervensystem

Somatoforme autonome Funktionsstörung

Die somatoforme autonome Funktionsstörung ist eine Form der somatoformen Störungen, bei der Betroffene körperliche Symptome erleben, die auf eine Fehlfunktion eines vom autonomen, also unwillkürlich arbeitenden Nervensystem gesteuerten Organsystems hindeuten, etwa des Herz-Kreislauf-Systems, des Magen-Darm-Trakts, der Atemwege oder des Urogenitalsystems, ohne dass sich hierfür eine ausreichende organische Erklärung finden lässt. Betroffene berichten häufig von Symptomen wie Herzklopfen, Schweißausbrüchen, Übelkeit oder Druckgefühl im Bauch, die objektive Anzeichen einer autonomen Erregung des jeweiligen Organsystems darstellen, verbunden mit zusätzlichen, subjektiv als belastend empfundenen Beschwerden, die sich nicht auf eine bestimmte Struktur oder Funktion des betroffenen Organs zurückführen lassen.

Ursachen

Die Ursachen der somatoformen autonomen Funktionsstörung werden als Zusammenspiel psychischer Belastung, insbesondere chronischem Stress und Angst, mit einer erhöhten körperlichen Sensibilität gegenüber normalen Körperempfindungen verstanden. Anhaltender psychischer Stress kann über das autonome Nervensystem zu einer tatsächlichen Erregung des betroffenen Organsystems führen, etwa zu einem erhöhten Herzschlag oder einer gesteigerten Magen-Darm-Aktivität, wobei diese normale körperliche Stressreaktion von den Betroffenen als bedrohlich oder krankhaft fehlinterpretiert wird. Diese Fehlinterpretation kann wiederum zu verstärkter Angst und Anspannung führen, was die körperlichen Symptome zusätzlich verstärkt und einen sich selbst aufrechterhaltenden Kreislauf aus körperlicher Erregung und ängstlicher Fehlinterpretation begünstigt.

Symptome

Die Symptomatik betrifft charakteristischerweise ein bestimmtes, vom autonomen Nervensystem gesteuertes Organsystem und umfasst zum einen objektive Zeichen einer autonomen Erregung wie Herzklopfen, Schwitzen, Erröten oder Zittern, zum anderen subjektive, wechselnde und unspezifische Beschwerden wie ein Druck- oder Engegefühl, Brennen oder ein Gefühl der Aufgeblähtheit im betroffenen Organbereich. Je nach betroffenem System können etwa Herzrasen und Beklemmungsgefühle in der Brust, Übelkeit und Völlegefühl im Magen-Darm-Bereich, Atembeschwerden oder Beschwerden im Bereich der Blase oder der Geschlechtsorgane im Vordergrund stehen. Die Beschwerden führen häufig zu wiederholten ärztlichen Konsultationen und erheblicher Sorge um eine mögliche zugrunde liegende körperliche Erkrankung.

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Diagnostik

Die Diagnostik erfordert zunächst eine sorgfältige körperliche Untersuchung des betroffenen Organsystems, um eine tatsächliche organische Erkrankung auszuschließen. Erst wenn sich für die berichteten Symptome keine ausreichende körperliche Ursache finden lässt und sowohl objektive Zeichen einer autonomen Erregung als auch subjektive, unspezifische Beschwerden des betroffenen Organsystems bestehen, wird die Diagnose einer somatoformen autonomen Funktionsstörung in Erwägung gezogen. Eine ausführliche Anamnese zu psychischer Belastung, Stressfaktoren und dem Ausmaß der Sorge um eine körperliche Erkrankung ist wichtiger Bestandteil der Diagnostik. Wiederholte, umfangreiche medizinische Abklärungen sollten dabei sorgfältig abgewogen werden, um eine übermäßige Fixierung auf körperliche Ursachen nicht zusätzlich zu verstärken.

Behandlung

Die Behandlung der somatoformen autonomen Funktionsstörung stützt sich vor allem auf eine einfühlsame Aufklärung über den Zusammenhang zwischen psychischer Belastung und körperlichen Symptomen sowie auf psychotherapeutische Verfahren, insbesondere kognitiv-verhaltenstherapeutische Ansätze, die auf den Abbau der ängstlichen Fehlinterpretation körperlicher Empfindungen sowie auf die Bewältigung zugrunde liegender Stressfaktoren abzielen. Entspannungsverfahren können helfen, die autonome Erregung des betroffenen Organsystems zu reduzieren. Wichtig ist zudem, unnötige, wiederholte medizinische Untersuchungen zu vermeiden, sobald eine ausreichende organische Abklärung erfolgt ist, da diese die Sorge um eine körperliche Erkrankung ungewollt verstärken können. Eine vertrauensvolle, kontinuierliche ärztliche Begleitung unterstützt den Behandlungserfolg.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf der somatoformen autonomen Funktionsstörung ist individuell unterschiedlich und hängt maßgeblich davon ab, wie gut die zugrunde liegenden psychischen Belastungsfaktoren erkannt und bearbeitet werden können sowie wie erfolgreich der Kreislauf aus körperlicher Erregung und ängstlicher Fehlinterpretation durchbrochen werden kann. Bei vielen Betroffenen bessert sich die Symptomatik mit gezielter psychotherapeutischer Unterstützung sowie einer Reduktion der zugrunde liegenden Stressbelastung deutlich. Bleiben die auslösenden Faktoren unverändert bestehen oder wird die Symptomatik durch wiederholte, ergebnislose medizinische Abklärungen zusätzlich verstärkt, kann sich ein chronischer Verlauf entwickeln. Eine frühzeitige, einfühlsame Aufklärung sowie eine gezielte psychotherapeutische Begleitung verbessern die langfristige Prognose deutlich.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Welche Organsysteme können betroffen sein?

Häufig betroffen sind das Herz-Kreislauf-System, der Magen-Darm-Trakt, die Atemwege sowie das Urogenitalsystem, wobei die Symptomatik jeweils charakteristische Beschwerden des betroffenen Systems zeigt.

Sind die körperlichen Symptome eingebildet?

Nein, die objektiven Zeichen einer autonomen Erregung wie Herzklopfen oder Schwitzen sind real und messbar, die zusätzlichen subjektiven Beschwerden lassen sich jedoch nicht auf eine körperliche Erkrankung des Organs zurückführen.

Warum sind wiederholte medizinische Untersuchungen nicht immer hilfreich?

Wiederholte, ergebnislose Untersuchungen können die Sorge um eine körperliche Erkrankung ungewollt verstärken, weshalb nach ausreichender Abklärung der Fokus auf die psychotherapeutische Behandlung gelegt werden sollte.

Welche Behandlung hilft am meisten?

Bewährt haben sich kognitiv-verhaltenstherapeutische Ansätze in Kombination mit Entspannungsverfahren, die auf den Abbau ängstlicher Fehlinterpretationen und die Bewältigung zugrunde liegender Stressfaktoren abzielen.

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