Skrotumvarizen (Varikozele)
Die Skrotumvarizen, medizinisch auch als Varikozele bezeichnet, sind krampfaderartig erweiterte Venen innerhalb des sogenannten Plexus pampiniformis, eines feinen Venengeflechts, das den Hoden umgibt sowie für den venösen Blutabfluss aus dem Hodensack verantwortlich ist. Diese Gefäßerweiterung betrifft aus anatomischen Gründen deutlich häufiger die linke Seite des Hodensacks sowie zählt zu den häufigeren, gut behandelbaren Ursachen einer eingeschränkten männlichen Fruchtbarkeit. Eine Varikozele entwickelt sich meist während der Pubertät sowie kann von leichten, kaum wahrnehmbaren bis zu deutlich sichtbaren, tastbaren Ausprägungen reichen.
Veröffentlicht: 16. Sep. 2026 · Redaktion: Personal Paramedic e.K.
Ursachen
Skrotumvarizen entstehen durch eine Fehlfunktion der Venenklappen innerhalb des den Hoden versorgenden Venengeflechts, wodurch das Blut nicht mehr in ausreichendem Maße gegen die Schwerkraft zum Herzen zurücktransportiert wird sowie sich in den betroffenen Venen staut, wodurch sich diese krampfaderartig erweitern. Die deutlich häufigere linksseitige Ausprägung wird durch die besondere anatomische Einmündung der linken Hodenvene in die linke Nierenvene erklärt, die den venösen Rückfluss auf dieser Seite mechanisch erschwert.
Symptome
Skrotumvarizen verursachen bei einem großen Teil der Betroffenen keine oder nur geringe Beschwerden, wobei ein dumpfes Ziehen oder Schweregefühl im betroffenen Hodensack, insbesondere nach längerem Stehen oder körperlicher Anstrengung, auftreten kann. Bei ausgeprägter Erweiterung sind die krampfaderartig veränderten Venen als weiche, teils schmerzhafte Struktur, die einem sogenannten 'Sack voller Würmer' ähnelt, tastbar oder sogar sichtbar. Eine ausgeprägte, länger bestehende Varikozele kann durch die begleitende Erwärmung des Hodens die Spermienproduktion beeinträchtigen.
Diagnostik
Die Diagnose der Skrotumvarizen wird durch eine körperliche Untersuchung im Stehen gestellt, bei der die krampfaderartig erweiterten Venen getastet sowie deren Ausprägungsgrad beurteilt werden. Eine ergänzende Ultraschalluntersuchung mit Dopplertechnik kann das Ausmaß des venösen Rückstaus zusätzlich objektivieren. Bei bestehendem Kinderwunsch sowie Verdacht auf eine eingeschränkte Fruchtbarkeit wird zusätzlich eine Spermiogramm-Untersuchung empfohlen.
Behandlung
Eine geringgradige, beschwerdefreie Varikozele bedarf in aller Regel keiner spezifischen Behandlung. Bei deutlichen Beschwerden oder einer im Zusammenhang mit der Varikozele nachgewiesenen eingeschränkten Fruchtbarkeit kann eine gezielte Behandlung erwogen werden, die sowohl eine operative Unterbindung der betroffenen Venen als auch ein schonenderes, katheterbasiertes Verfahren zur Verödung der erweiterten Venen umfassen kann.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der Skrotumvarizen ist bei einer geringgradigen, beschwerdefreien Ausprägung gut, da diese in aller Regel keiner Behandlung bedarf sowie keine bedeutsamen gesundheitlichen Folgen hat. Bei einer erfolgreich durchgeführten Behandlung einer ausgeprägteren, mit einer eingeschränkten Fruchtbarkeit einhergehenden Varikozele kann sich die Spermienqualität bei einem Teil der Betroffenen deutlich verbessern, wobei der Behandlungserfolg individuell unterschiedlich ausfallen kann.
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Häufige Fragen
Welche Seite ist bei Skrotumvarizen meist betroffen?
Aus anatomischen Gründen überwiegend die linke Seite.
Wann treten Skrotumvarizen meist erstmals auf?
Meist während der Pubertät.
Was kann eine ausgeprägte Varikozele beeinträchtigen?
Die Fruchtbarkeit durch eine erhöhte Hodentemperatur.
Wie kann behandelt werden?
Durch eine operative Unterbindung oder ein katheterbasiertes Verödungsverfahren.
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