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Psyche & Nervensystem

Schizotype Störung

Die schizotype Störung ist eine psychische Erkrankung, die durch anhaltende, ungewöhnliche Denkmuster, seltsame Wahrnehmungserlebnisse sowie ein exzentrisches, sozial zurückgezogenes Verhalten gekennzeichnet ist. Sie ähnelt in vielen Zügen der Schizophrenie, ohne dass die dafür typischen, ausgeprägten psychotischen Symptome wie durchgehende Wahnvorstellungen oder Halluzinationen vorliegen.

Ursachen

Die genaü Ursache der schizotypen Störung ist nicht abschliessend geklärt. Man vermutet ähnliche zugrunde liegende Faktoren wie bei der Schizophrenie, darunter eine erbliche Veranlagung und Veränderungen im Gehirnstoffwechsel, jedoch in geringerer Ausprägung. Menschen mit einem Verwandten ersten Grades, der an Schizophrenie erkrankt ist, tragen ein erhöhtes Risiko für eine schizotype Störung.

Symptome

Betroffene zeigen ungewöhnliche Ueberzeugungen oder magisches Denken, das ihr Verhalten beeinflusst, sowie ein misstrauisches, sozial distanziertes Auftreten mit wenigen engen Beziehungen. Sprache und Verhalten können eigenartig oder exzentrisch wirken, gelegentlich treten kurze, vorübergehende wahnähnliche oder halluzinationsähnliche Erlebnisse auf, die jedoch nicht die Ausprägung und Daür einer eigentlichen Psychose erreichen.

Diagnostik

Die Diagnose wird durch eine ausführliche psychiatrische Untersuchung gestellt, bei der das charakteristische Muster aus ungewöhnlichem Denken, exzentrischem Verhalten und sozialem Rückzug über einen längeren Zeitraum erfasst wird. Es muss dabei sorgfältig von einer beginnenden Schizophrenie sowie von anderen Persönlichkeitsstörungen abgegrenzt werden.

Behandlung

Eine Psychotherapie, die auf den Aufbau sozialer Fähigkeiten und die Verbesserung zwischenmenschlicher Beziehungen abzielt, steht im Vordergrund der Behandlung. Bei ausgeprägteren, kurzzeitig psychoseähnlichen Episoden können niedrig dosierte antipsychotische Medikamente vorübergehend helfen. Eine langfristige, vertraünsvolle therapeutische Beziehung ist besonders wichtig, da Betroffene aufgrund ihres Misstraüns Behandlungsangebote oft zunächst ablehnen.

Verlauf und Prognose

Die schizotype Störung verläuft meist chronisch über viele Jahre, wobei sich die Ausprägung der Beschwerden im Laufe des Lebens verändern kann. Bei einem Teil der Betroffenen entwickelt sich im Laufe der Zeit eine eigentliche Schizophrenie, bei den meisten bleibt die Erkrankung jedoch stabil auf dem Niveau der schizotypen Störung. Mit unterstützender Psychotherapie können viele Betroffene ein funktionierendes, wenn auch zurückgezogenes Leben führen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Ist die schizotype Störung dasselbe wie eine Schizophrenie?

Nein, sie ähnelt der Schizophrenie in vielen Zügen, erreicht jedoch nicht deren Ausmass an anhaltenden, ausgeprägten psychotischen Symptomen.

Entwickelt sich daraus immer eine Schizophrenie?

Nein, nur bei einem Teil der Betroffenen entwickelt sich im Laufe der Zeit eine eigentliche Schizophrenie, bei den meisten bleibt die Erkrankung stabil.

Warum lehnen Betroffene Behandlung oft zunächst ab?

Weil ihr ausgeprägtes Misstraün gegenüber anderen Menschen dazu führen kann, dass sie Behandlungsangeboten zunächst skeptisch gegenüberstehen.

Helfen Medikamente bei dieser Störung?

Bei ausgeprägteren, kurzzeitig psychoseähnlichen Episoden können niedrig dosierte antipsychotische Medikamente vorübergehend helfen, im Vordergrund steht jedoch die Psychotherapie.

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