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Innere Medizin

Schilddrüsenkrebs

Schilddrüsenkrebs entsteht aus den Zellen der Schilddrüse und tritt deutlich häufiger bei Frauen auf als bei Männern. Es werden mehrere Untergruppen unterschieden, die sich in Wachstumsverhalten und Prognose erheblich unterscheiden: Die papillären und follikulären Formen, die zusammen die große Mehrheit ausmachen, wachsen meist langsam und haben eine sehr gute Prognose, während die selteneren medullären und anaplastischen Formen aggressiver verlaufen können.

Ursachen

Bei den meisten Betroffenen bleibt die Ursache unbekannt. Ein bekannter Risikofaktor ist eine frühere Strahlenexposition im Kopf-Hals-Bereich, insbesondere im Kindesalter, etwa durch eine frühere Strahlentherapie oder radioaktiven Fallout. Die seltene medulläre Form ist bei einem Teil der Betroffenen erblich bedingt und tritt im Rahmen des Syndroms der multiplen endokrinen Neoplasie auf. Jodmangel spielt für die häufigeren Formen des Schilddrüsenkrebses keine gesicherte ursächliche Rolle.

Symptome

Häufig fällt Schilddrüsenkrebs zunächst als schmerzloser, tastbarer Knoten am Hals auf, der oft zufällig bei einer Untersuchung oder vom Betroffenen selbst bemerkt wird. Warnzeichen, die auf einen bösartigen statt gutartigen Knoten hindeuten, sind ein schnelles Wachstum, eine derbe Konsistenz, eine eingeschränkte Verschieblichkeit gegenüber der Umgebung sowie tastbare vergrößerte Lymphknoten am Hals. Heiserkeit durch eine Beeinträchtigung des Stimmbandnervs kann bei fortgeschrittenem Wachstum hinzukommen.

Diagnostik

Eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse beurteilt Größe, Form und verdächtige Merkmale eines Knotens. Bei auffälligem Befund wird meist eine Feinnadelpunktion durchgeführt, die eine feingewebliche Untersuchung der entnommenen Zellen ermöglicht und in den meisten Fällen bereits vor einer Operation zeigt, ob ein Knoten gutartig oder bösartig ist. Bluttests, einschließlich bestimmter Tumormarker bei der medullären Form, ergänzen die Diagnostik.

Behandlung

Die operative Entfernung der Schilddrüse, meist vollständig, ist die Basisbehandlung bei den meisten Formen des Schilddrüsenkrebses. Bei den häufigen papillären und follikulären Formen wird im Anschluss häufig eine Radiojodtherapie durchgeführt, die verbliebenes Schilddrüsengewebe und mögliche Tumorreste gezielt zerstört. Nach vollständiger Entfernung der Schilddrüse ist eine lebenslange Einnahme von Schilddrüsenhormon notwendig. Bei aggressiveren, selteneren Formen kommen zusätzlich Chemotherapie oder gezielte Medikamente zum Einsatz.

Verlauf und Prognose

Die häufigen papillären und follikulären Formen haben bei rechtzeitiger Behandlung eine sehr gute Prognose mit hohen Heilungsraten, auch bei bereits vorhandenen Lymphknotenmetastasen. Die selteneren medullären und besonders die anaplastischen Formen haben eine deutlich ernstere Prognose. Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen über viele Jahre, einschließlich Ultraschall und Bestimmung bestimmter Tumormarker im Blut, sind wichtig, um einen Rückfall frühzeitig zu erkennen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Ist jeder Schilddrüsenknoten Krebsverdächtig?

Nein, die überwiegende Mehrheit der Schilddrüsenknoten ist gutartig; eine Feinnadelpunktion klärt bei auffälligem Ultraschallbefund, ob eine genauere Abklärung notwendig ist.

Muss nach der Operation lebenslang Hormon eingenommen werden?

Ja, nach vollständiger Entfernung der Schilddrüse muss das fehlende Hormon lebenslang in Tablettenform ersetzt werden.

Warum haben verschiedene Formen so unterschiedliche Prognosen?

Sie unterscheiden sich erheblich in ihrem biologischen Wachstumsverhalten: papilläre und follikuläre Formen wachsen meist langsam, während medulläre und vor allem anaplastische Formen aggressiver und schneller wachsen.

Erhöht eine frühere Bestrahlung im Kindesalter das Risiko?

Ja, eine frühere Strahlenexposition im Kopf-Hals-Bereich, besonders im Kindesalter, ist ein bekannter Risikofaktor für die spätere Entwicklung von Schilddrüsenkrebs.

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