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SARS (Schweres akutes respiratorisches Syndrom)

Das schwere akute respiratorische Syndrom, kurz SARS, ist eine durch ein bestimmtes Coronavirus (SARS-CoV-1) verursachte, potenziell schwer verlaufende Atemwegserkrankung, die erstmals im Winter 2002/2003 in der chinesischen Provinz Guangdong auftrat und sich innerhalb weniger Monate auf mehrere Länder ausbreitete. Im Unterschied zu vielen anderen, meist mild verlaufenden Coronavirus-Infektionen zeichnet sich SARS durch eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit eines schweren, teils lebensbedrohlichen Verlaufs mit ausgeprägter Lungenentzündung aus. Nach dem erfolgreichen Eindämmen der ursprünglichen Ausbruchswelle im Jahr 2003 sind seither keine größeren SARS-Ausbrüche mehr aufgetreten, die Erkrankung bleibt jedoch aus historischer und epidemiologischer Sicht bedeutsam, insbesondere im Vergleich zu späteren, verwandten Coronavirus-Erkrankungen.

Ursachen

SARS wird durch eine Infektion mit dem SARS-Coronavirus verursacht, das ursprünglich vermutlich von Fledermäusen über einen bislang nicht abschließend geklärten Zwischenwirt auf den Menschen übertragen wurde. Die Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt hauptsächlich über Tröpfcheninfektion bei engem Kontakt, etwa durch Husten oder Niesen einer infizierten Person, sowie durch Kontakt mit kontaminierten Oberflächen. Ein besonders hohes Ansteckungsrisiko bestand während der Ausbruchswelle 2002/2003 im medizinischen Bereich, da Pflegepersonal und Ärzteschaft in engem Kontakt mit schwer erkrankten Patientinnen und Patienten standen, bevor die genaue Übertragungsweise sowie geeignete Schutzmaßnahmen bekannt waren. Menschen mit engem Kontakt zu bereits erkrankten Personen sowie medizinisches Personal ohne ausreichende Schutzausrüstung trugen das höchste Ansteckungsrisiko.

Symptome

SARS beginnt typischerweise mit unspezifischen, grippeähnlichen Symptomen wie hohem Fieber, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen sowie einem allgemeinen Krankheitsgefühl, die sich innerhalb weniger Tage auf die Atemwege ausweiten können. Im Verlauf entwickelt ein erheblicher Teil der Betroffenen einen trockenen Husten sowie zunehmende Atembeschwerden, die auf eine sich entwickelnde Lungenentzündung hinweisen. Bei einem Teil der Erkrankten verschlechtert sich der Zustand innerhalb der ersten beiden Krankheitswochen erheblich, mit ausgeprägter Atemnot, die eine intensivmedizinische Behandlung mit maschineller Unterstützung der Atmung erforderlich machen kann. Ältere Menschen sowie Personen mit Begleiterkrankungen zeigten während der Ausbruchswelle 2002/2003 ein deutlich höheres Risiko für einen schweren, komplizierten Verlauf.

Diagnostik

Die Diagnose von SARS wird durch eine Kombination aus dem klinischen Beschwerdebild, einer Reiseanamnese oder dem Kontakt zu bereits erkrankten Personen sowie spezifischen Labortests gestellt, die den direkten Nachweis des Virus oder spezifischer Antikörper im Blut ermöglichen. Eine Röntgenaufnahme oder Computertomographie der Lunge zeigt bei den meisten Betroffenen charakteristische entzündliche Veränderungen des Lungengewebes. Da die anfänglichen Symptome unspezifisch sind und sich nicht eindeutig von anderen Atemwegsinfektionen unterscheiden lassen, war während der ursprünglichen Ausbruchswelle eine sorgfältige epidemiologische Einordnung, insbesondere die Frage nach vorangegangenem Kontakt zu bekannten Fällen oder betroffenen Regionen, von entscheidender Bedeutung für die Diagnosestellung.

Behandlung

Eine spezifisch gegen das SARS-Coronavirus wirksame antivirale Behandlung stand während der ursprünglichen Ausbruchswelle nicht zur Verfügung, weshalb die Behandlung im Wesentlichen unterstützend erfolgte. Dazu zählten eine ausreichende Sauerstoffgabe, bei schwerem Verlauf eine maschinelle Beatmung, sowie eine sorgfältige Überwachung und Behandlung von Komplikationen wie einer bakteriellen Zweitinfektion der Lunge. Eine strikte Isolation erkrankter Personen sowie umfassende Hygienemaßnahmen im medizinischen Umfeld waren zentrale Bestandteile der Eindämmung der Ausbreitung, da spezifische medikamentöse oder impfstoffbasierte Präventionsmöglichkeiten zum damaligen Zeitpunkt fehlten. Diese konsequenten Isolations- und Kontaktnachverfolgungsmaßnahmen trugen wesentlich dazu bei, die weltweite Ausbruchswelle innerhalb weniger Monate erfolgreich einzudämmen.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf von SARS war während der Ausbruchswelle 2002/2003 sehr unterschiedlich, wobei ein erheblicher Teil der Betroffenen einen schweren, teils lebensbedrohlichen Verlauf mit ausgeprägter Lungenentzündung erlebte. Die Sterblichkeit lag deutlich höher als bei vielen anderen respiratorischen Infektionen, wobei insbesondere ältere Menschen und Personen mit Begleiterkrankungen ein deutlich erhöhtes Risiko für einen tödlichen Verlauf trugen. Durch konsequente internationale Eindämmungsmaßnahmen konnte die ursprüngliche Ausbruchswelle bis Mitte 2003 erfolgreich beendet werden, seither sind keine größeren SARS-Ausbrüche mehr aufgetreten. Die Erfahrungen aus der SARS-Epidemie trugen maßgeblich zur Verbesserung internationaler Überwachungs- und Reaktionssysteme für neu auftretende Infektionskrankheiten bei.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Wie unterscheidet sich SARS von anderen Coronavirus-Infektionen?

SARS zeichnet sich im Vergleich zu vielen anderen, meist milder verlaufenden Coronavirus-Infektionen durch eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit eines schweren, teils lebensbedrohlichen Verlaufs mit ausgeprägter Lungenentzündung aus.

Gibt es aktuell noch SARS-Ausbrüche?

Nein, seit dem erfolgreichen Eindämmen der ursprünglichen Ausbruchswelle im Jahr 2003 sind keine größeren SARS-Ausbrüche mehr aufgetreten.

Wie wurde die SARS-Ausbruchswelle eingedämmt?

Vor allem durch strikte Isolation erkrankter Personen, umfassende Hygienemaßnahmen im medizinischen Umfeld sowie eine konsequente internationale Kontaktnachverfolgung, da zum damaligen Zeitpunkt keine spezifische medikamentöse Behandlung oder Impfung zur Verfügung stand.

Wer trug während der Ausbruchswelle das höchste Ansteckungsrisiko?

Insbesondere medizinisches Personal in engem Kontakt mit schwer erkrankten Patientinnen und Patienten sowie enge Kontaktpersonen bereits erkrankter Menschen, bevor die genaue Übertragungsweise und geeignete Schutzmaßnahmen bekannt waren.

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