Riesenzellarteriitis (Arteriitis temporalis)
Die Riesenzellarteriitis (Arteriitis temporalis) ist eine Gefäßentzündung, die vor allem mittlere und große Arterien im Kopfbereich betrifft und fast ausschließlich Menschen über 50 Jahren erkrankt. Unbehandelt kann sie zu einem plötzlichen, dauerhaften Sehverlust führen.
Wie die Entzündung entsteht
Aus bislang nicht vollständig geklärten Gründen greift das Immunsystem die Wand mittlerer und großer Arterien an, wodurch sich diese entzünden, verdicken und im schlimmsten Fall verschließen können — betroffen ist häufig die Schläfenarterie, aber auch andere Kopf- und Halsgefäße können erkranken.
Typische Beschwerden
Neu auftretender, oft pochender Kopfschmerz im Schläfenbereich, Druckschmerz beim Berühren der Kopfhaut, Kieferschmerzen beim Kauen, allgemeines Krankheitsgefühl sowie häufig begleitende Schulter- und Hüftschmerzen im Rahmen einer verwandten Erkrankung.
Warum das Augenlicht in Gefahr sein kann
Breitet sich die Entzündung auf die Arterien aus, die die Sehnerven versorgen, kann es zu einem plötzlichen, schmerzlosen Sehverlust auf einem Auge kommen — dieser Schaden ist oft nicht mehr rückgängig zu machen, weshalb bei Verdacht auf Riesenzellarteriitis sofort gehandelt werden muss.
Warum schnelles Handeln entscheidend ist
Bei neu aufgetretenem Kopfschmerz im Schläfenbereich bei Menschen über 50 Jahren, besonders in Kombination mit Kieferschmerzen beim Kauen oder Sehstörungen, sollte umgehend eine ärztliche Untersuchung erfolgen, da eine frühzeitige Behandlung das Sehvermögen schützen kann.
Behandlung
Bei begründetem Verdacht wird meist noch vor der endgültigen Diagnosesicherung mit hochdosiertem Kortison begonnen, um das Risiko für einen Sehverlust zu minimieren; die Diagnose wird anschließend durch Blutuntersuchungen und gegebenenfalls eine Gewebeprobe der Schläfenarterie gesichert.
Quellen & weiterführende Stellen
- Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie — Riesenzellarteriitis: Diagnostik und Notfallbehandlung
- MSD Manual (Ausgabe für Patienten) — Riesenzellarteriitis: Symptome, Diagnose, Therapie
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wer erkrankt an Riesenzellarteriitis?
Fast ausschließlich Menschen über 50 Jahre, mit steigendem Erkrankungsrisiko im höheren Alter.
Warum ist schnelles Handeln so wichtig?
Weil unbehandelt ein plötzlicher, oft dauerhafter Sehverlust drohen kann.
Wird sofort mit Kortison behandelt, auch ohne gesicherte Diagnose?
Ja, bei begründetem Verdacht wird die Kortisonbehandlung meist schon vor der endgültigen Diagnosesicherung begonnen, um das Sehvermögen zu schützen.
Welche Beschwerden sollten aufmerksam machen?
Neu aufgetretener Kopfschmerz im Schläfenbereich, Kieferschmerzen beim Kauen und Sehstörungen bei Menschen über 50 Jahren.
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