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Psyche & Nervensystem

Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome

Die rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome, beschreibt den Zustand einer Person, bei der bereits mindestens eine frühere depressive Episode in der Vorgeschichte bestand und die aktuelle, erneut aufgetretene Episode in schwerer Ausprägung verläuft, ohne dass begleitende Wahnvorstellungen oder Sinnestäuschungen vorliegen. Die aktuelle Episode ist durch zahlreiche, intensiv ausgeprägte depressive Symptome gekennzeichnet, die zu einer erheblichen Beeinträchtigung nahezu aller Lebensbereiche führen. Angesichts der Schwere der aktuellen Episode sowie des bereits wiederholt aufgetretenen Krankheitsverlaufs stellt diese Diagnose eine ernstzunehmende, dringend behandlungsbedürftige Situation dar.

Ursachen

Die Ursachen der rezidivierenden depressiven Störung mit gegenwärtig schwerer Episode entsprechen den allgemeinen Ursachen depressiver Erkrankungen, wobei bei dieser Konstellation von einer besonders ausgeprägten biologischen Vulnerabilität in Kombination mit dem bereits wiederholt aufgetretenen Krankheitsverlauf ausgegangen wird. Eine ausgeprägte familiäre Veranlagung sowie deutliche Veränderungen im Botenstoffhaushalt des Gehirns spielen eine bedeutsame Rolle. Häufig tragen eine unzureichend behandelte oder zu früh beendete Behandlung früherer Episoden, das Fehlen einer wirksamen Rückfallprophylaxe sowie neue, besonders belastende Lebensereignisse zur Entwicklung der aktuellen schweren Episode bei. Auch eine zunehmende Sensibilisierung des Gehirns gegenüber depressionsauslösenden Faktoren nach mehreren durchlebten Episoden wird als möglicher Mechanismus diskutiert.

Symptome

Bei der aktuellen schweren Episode bestehen zahlreiche depressive Kernsymptome in stark ausgeprägter Form, darunter tiefgreifend gedrückte Stimmung, vollständiger Interessenverlust, starke Antriebslosigkeit, ausgeprägte Schuldgefühle sowie erhebliche Schlaf- und Appetitveränderungen. Betroffene erleben häufig eine nahezu vollständige Beeinträchtigung ihrer Fähigkeit, alltägliche Aufgaben zu bewältigen, sowie ein deutlich erhöhtes Risiko für suizidale Gedanken. Aufgrund der bereits wiederholt durchlebten Episoden können zusätzlich Gefühle der Hoffnungslosigkeit angesichts des rezidivierenden Krankheitsverlaufs sowie eine ausgeprägte Erschöpfung durch die wiederholte Auseinandersetzung mit der Erkrankung hinzukommen. Wichtig ist, dass bei dieser Form definitionsgemäß keine begleitenden Wahnvorstellungen oder Sinnestäuschungen bestehen.

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Diagnostik

Die Diagnostik erfolgt durch eine sorgfältige, häufig zeitnah durchzuführende psychiatrische Untersuchung, in der sowohl die aktuelle schwere Symptomatik als auch die Vorgeschichte früherer depressiver Episoden umfassend erfasst werden. Entscheidend für die Diagnose ist der Nachweis mindestens einer früheren depressiven Episode zusätzlich zur aktuellen, als schwer eingeordneten Episode, wobei die Abgrenzung zur Form mit psychotischen Symptomen durch die sorgfältige Prüfung auf Wahnvorstellungen oder Sinnestäuschungen erfolgt. Eine sorgfältige, unmittelbare Einschätzung des Suizidrisikos ist bei dieser Konstellation besonders dringlich, da sowohl die Schwere der aktuellen Episode als auch der rezidivierende Krankheitsverlauf mit einem erhöhten Risiko einhergehen können.

Behandlung

Die Behandlung der aktuellen schweren Episode erfordert in der Regel eine intensive, kombinierte Behandlung aus medikamentöser antidepressiver Therapie und Psychotherapie, die zeitnah eingeleitet werden sollte, entsprechend den allgemeinen Behandlungsprinzipien schwerer depressiver Episoden. Aufgrund des Schweregrads und des möglicherweise erhöhten Suizidrisikos kann eine stationäre Behandlung notwendig sein. Angesichts des rezidivierenden Krankheitsverlaufs wird nach Stabilisierung der akuten Episode in der Regel eine längerfristige Erhaltungstherapie sowie eine strukturierte Rückfallprophylaxe empfohlen, um das Risiko weiterer schwerer Episoden zu verringern. Eine kontinuierliche fachärztliche Begleitung ist bei dieser Konstellation von besonderer Bedeutung.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf der aktuellen schweren Episode ist bei zeitnaher, intensiver Behandlung insgesamt günstig, viele Betroffene erreichen mit kombinierter Behandlung eine deutliche Besserung der Symptomatik. Aufgrund des bereits wiederholt aufgetretenen Krankheitsverlaufs sowie der Schwere der aktuellen Episode besteht jedoch ein erhöhtes Risiko für das erneute Auftreten weiterer, möglicherweise ebenfalls schwerer Episoden im weiteren Lebensverlauf. Eine konsequente Behandlung der aktuellen Episode sowie eine anschließende strukturierte, langfristige Rückfallprophylaxe sind daher von besonderer Bedeutung, um das Risiko künftiger Episoden zu reduzieren und die Sicherheit sowie die langfristige Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Warum ist bei dieser Diagnose eine langfristige Rückfallprophylaxe besonders wichtig?

Da bereits mehrfach depressive Episoden aufgetreten sind und die aktuelle Episode schwer verläuft, besteht ein erhöhtes Risiko für weitere, möglicherweise ebenfalls schwere Episoden, weshalb eine strukturierte vorbeugende Begleitung besonders bedeutsam ist.

Wie wird diese Form von der schweren Episode mit psychotischen Symptomen unterschieden?

Bei dieser Form bestehen definitionsgemäß keine begleitenden Wahnvorstellungen oder Sinnestäuschungen, während diese bei der psychotischen Form zusätzlich zur depressiven Symptomatik vorliegen.

Ist bei rezidivierendem schwerem Verlauf immer eine stationäre Behandlung notwendig?

Nicht immer, aufgrund des Schweregrads und des möglicherweise erhöhten Suizidrisikos ist eine stationäre Behandlung jedoch häufig sinnvoll oder notwendig.

Kann eine Erhaltungstherapie das Risiko weiterer Episoden verringern?

Ja, eine über die akute Episode hinausgehende Erhaltungstherapie sowie eine strukturierte Rückfallprophylaxe können das Risiko für das erneute Auftreten weiterer Episoden deutlich reduzieren.

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