Rattenbisskrankheit
Die Rattenbisskrankheit ist eine seltene bakterielle Infektionskrankheit, die nach dem Biss oder Kratzer einer Ratte oder, seltener, anderer Nagetiere entstehen kann. Sie wird durch unterschiedliche Bakterienarten verursacht, je nachdem in welcher Weltregion die Infektion erfolgt, und ist gekennzeichnet durch wiederkehrendes Fieber, Hautveränderungen und Gelenkbeschwerden. Personen mit häufigem Kontakt zu Ratten, etwa Tierpfleger oder Menschen mit Nagetierbefall in der Wohnung, tragen ein erhöhtes Risiko.
Ursachen
Die Erkrankung entsteht durch den Biss oder Kratzer einer infizierten Ratte oder, seltener, den Kontakt mit deren Ausscheidungen oder Verzehr kontaminierter Lebensmittel und Wasser. In vielen Regionen der Welt tragen wildlebende und auch Haus- und Labor-Ratten den auslösenden Erreger im Rachenraum, ohne selbst erkennbar krank zu wirken, wodurch auch scheinbar harmlose Bisse ohne offensichtliche Krankheitszeichen beim Tier eine Ansteckung auslösen können.
Symptome
Nach einer meist zunächst folgenlos verheilten Bisswunde treten typischerweise nach wenigen Tagen bis zwei Wochen wiederkehrende Fieberschübe, Schüttelfrost, Kopf- und Muskelschmerzen auf. Begleitend entwickelt sich häufig ein Hautausschlag, vor allem an Händen und Füßen, sowie schmerzhafte, wandernde Gelenkentzündungen, die mehrere Gelenke nacheinander betreffen können. Ohne Behandlung können die Fieberschübe über Wochen bis Monate in unregelmäßigen Abständen wiederkehren.
Diagnostik
Die Diagnose stützt sich auf die charakteristische Kombination aus wiederkehrendem Fieber, Hautausschlag und wandernden Gelenkbeschwerden nach einem vorausgegangenen Ratten- oder Nagetierkontakt. Der direkte Erregernachweis aus Blutkulturen gelingt nicht immer zuverlässig, da die Bakterien schwer anzüchtbar sind; ergänzend können spezielle molekulare Testverfahren oder der Nachweis von Antikörpern zur Bestätigung beitragen.
Behandlung
Die Behandlung erfolgt mit gezielt wirksamen Antibiotika über ein bis zwei Wochen, worunter die Beschwerden meist rasch abklingen. Eine frühzeitige Behandlung verhindert die sonst mögliche Entwicklung schwererer Komplikationen wie einer Herzklappenentzündung, die unbehandelt in einem relevanten Teil der Fälle auftreten und lebensbedrohlich verlaufen kann.
Verlauf und Vorbeugung
Mit rechtzeitiger antibiotischer Behandlung ist die Prognose gut und die meisten Betroffenen genesen vollständig. Unbehandelt kann die Erkrankung über Wochen bis Monate mit wiederkehrenden Fieberschüben verlaufen und in einem Teil der Fälle zu ernsten Komplikationen wie einer Herzklappenentzündung führen. Zur Vorbeugung sollten Bisswunden von Ratten oder anderen Nagetieren immer gründlich gereinigt und ärztlich beurteilt werden, auch wenn sie zunächst harmlos erscheinen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Robert Koch-Institut — Rattenbisskrankheit: RKI-Ratgeber
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Muss jeder Rattenbiss ärztlich untersucht werden?
Ja, auch wenn die Wunde zunächst harmlos erscheint, sollte sie gereinigt und ärztlich beurteilt werden, da die Rattenbisskrankheit sich oft erst nach einer beschwerdefreien Phase von einigen Tagen bis zwei Wochen zeigt.
Warum können die Fieberschübe wiederkehren?
Der Name der Erkrankung verweist auf dieses charakteristische, unregelmäßig wiederkehrende Fiebermuster, dessen genauer Mechanismus mit dem Verlauf der bakteriellen Infektion im Körper zusammenhängt.
Welche Komplikation ist am meisten gefürchtet?
Eine Entzündung der Herzklappen (Endokarditis), die unbehandelt lebensbedrohlich verlaufen kann und einer der Gründe für die Empfehlung einer frühzeitigen Antibiotikabehandlung ist.
Sind auch andere Nagetiere als Ratten betroffen?
Ja, seltener können auch Mäuse und andere kleine Nagetiere den auslösenden Erreger übertragen, Ratten sind jedoch die häufigste bekannte Quelle.
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