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Augen & Sehkraft

Purulente Endophthalmitis

Die purulente Endophthalmitis bezeichnet eine seltene, jedoch akut sehbedrohliche eitrige bakterielle Infektion der inneren Augenstrukturen, insbesondere des Glaskörpers sowie der Netzhaut, die in aller Regel als schwerwiegende Komplikation einer vorausgegangenen Augenoperation, einer durchdringenden Augenverletzung oder, seltener, im Rahmen einer über die Blutbahn eingeschleppten Infektion an anderer Stelle des Körpers auftritt. Da sich Bakterien innerhalb des geschlossenen Augeninneren, das über keine ausreichenden natürlichen Abwehrmechanismen gegen eine solche Infektion verfügt, äußerst rasch vermehren können, stellt die purulente Endophthalmitis einen augenärztlichen Notfall dar, bei dem eine unverzügliche Diagnosestellung sowie Behandlung über den Erhalt des Sehvermögens des betroffenen Auges entscheiden kann. Unbehandelt führt die Erkrankung innerhalb weniger Tage zu einer irreversiblen Zerstörung der inneren Augenstrukturen mit vollständigem Sehverlust des betroffenen Auges.

Ursachen

Die purulente Endophthalmitis entsteht überwiegend dadurch, dass Bakterien im Rahmen einer Augenoperation, insbesondere einer Operation des grauen Stars, unbeabsichtigt in das Augeninnere gelangen, wo sie sich mangels ausreichender lokaler Abwehrmechanismen rasch vermehren und eine eitrige Entzündungsreaktion auslösen können. Auch eine durchdringende Augenverletzung, bei der ein Fremdkörper oder verunreinigtes Material direkt in das Augeninnere eindringt, stellt eine bedeutsame Ursache für die Entstehung der Erkrankung dar. Seltener gelangen die verursachenden Bakterien über die Blutbahn von einem anderweitigen Infektionsherd im Körper, etwa bei einer schweren, im Blut zirkulierenden bakteriellen Infektion, in das Augeninnere und lösen dort die charakteristische eitrige Entzündungsreaktion aus.

Symptome

Die purulente Endophthalmitis äußert sich durch einen rasch, meist innerhalb weniger Tage nach dem auslösenden Ereignis einsetzenden, zunehmend heftigen Augenschmerz gemeinsam mit einer raschen, deutlichen Verschlechterung des Sehvermögens des betroffenen Auges. Bei der äußeren Betrachtung des Auges zeigt sich eine ausgeprägte Rötung sowie Schwellung, während bei fortgeschrittener Erkrankung bei genauer Untersuchung eine sichtbare Eiteransammlung in der vorderen Augenkammer erkennbar werden kann. Begleitend bestehen bei vielen Betroffenen zusätzlich eine ausgeprägte Lichtempfindlichkeit sowie ein allgemeines Krankheitsgefühl als Ausdruck der fortschreitenden bakteriellen Infektion.

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Diagnostik

Die Diagnose der purulenten Endophthalmitis wird anhand der charakteristischen Krankengeschichte einer vorausgegangenen Augenoperation oder Augenverletzung gemeinsam mit dem typischen klinischen Erscheinungsbild aus zunehmenden Schmerzen, rascher Sehverschlechterung sowie sichtbarer Entzündungsreaktion des betroffenen Auges gestellt. Eine unverzügliche Entnahme einer kleinen Probe aus dem Glaskörper des betroffenen Auges zur gezielten Erregerbestimmung ist ein zentraler Bestandteil der Diagnostik, da hierdurch die spätere antibiotische Behandlung gezielt auf den tatsächlich vorliegenden Erreger ausgerichtet werden kann. Eine Ultraschalluntersuchung des Auges kann bei stark eingetrübten inneren Augenstrukturen zusätzliche Informationen über das Ausmaß der Entzündung sowie eine mögliche Netzhautbeteiligung liefern.

Behandlung

Die Behandlung der purulenten Endophthalmitis erfordert eine unverzügliche, direkt in das Augeninnere verabreichte hochdosierte antibiotische Behandlung, die möglichst noch am selben Tag der Diagnosestellung eingeleitet werden muss, um die rasch fortschreitende Zerstörung der inneren Augenstrukturen zuverlässig zu stoppen. Bei ausgeprägten oder auf die alleinige antibiotische Behandlung nicht ausreichend ansprechenden Verläufen wird zusätzlich eine operative Entfernung des infizierten Glaskörpers durchgeführt, die sowohl die Erregerlast im Augeninneren deutlich reduziert als auch eine bessere Verteilung der eingesetzten Antibiotika im Auge ermöglicht. Eine engmaschige augenärztliche Überwachung des Behandlungsansprechens ist angesichts des raschen, potenziell irreversiblen Krankheitsverlaufs von entscheidender Bedeutung.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der purulenten Endophthalmitis ist trotz unverzüglich eingeleiteter Behandlung ernst, wobei das Ausmaß des letztlich verbleibenden Sehvermögens maßgeblich vom verursachenden Erreger, dem Zeitpunkt des Behandlungsbeginns sowie dem Ausmaß der bereits eingetretenen Schädigung der inneren Augenstrukturen abhängt. Bei rechtzeitiger Diagnosestellung sowie unverzüglich eingeleiteter, konsequenter Behandlung kann bei einem Teil der Betroffenen ein brauchbares Sehvermögen des betroffenen Auges erhalten werden, während bei verzögerter Behandlung oder besonders aggressiv verlaufenden Erregern häufig ein erheblicher, bleibender Sehverlust bis hin zum vollständigen Verlust des Augenlichts resultiert. Aufgrund der ernsten Prognose wird bei jedem Verdacht auf eine purulente Endophthalmitis eine sofortige augenärztliche Notfallvorstellung dringend empfohlen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Wodurch entsteht die Erkrankung meist?

Überwiegend als Komplikation einer Augenoperation, insbesondere einer Operation des grauen Stars, oder einer durchdringenden Augenverletzung.

Warum handelt es sich um einen augenärztlichen Notfall?

Weil sich Bakterien im Augeninneren rasch vermehren können und unbehandelt innerhalb weniger Tage zur irreversiblen Zerstörung der Augenstrukturen führen.

Wie wird die Erkrankung in erster Linie behandelt?

Mit einer unverzüglichen, direkt in das Augeninnere verabreichten hochdosierten antibiotischen Behandlung.

Wovon hängt das letztlich verbleibende Sehvermögen ab?

Vom verursachenden Erreger, dem Zeitpunkt des Behandlungsbeginns sowie dem Ausmaß der bereits eingetretenen Schädigung.

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