Ptosis des Augenlides (Herabhängen des Augenlides)
Die Ptosis des Augenlides bezeichnet ein Herabhängen des Oberlides über die normale Position hinaus, das entweder ein oder beide Augen betreffen sowie sowohl angeboren als auch im Laufe des Lebens erworben auftreten kann. Diese Fehlstellung entsteht durch eine Schwäche oder Funktionsstörung des für das Anheben des Oberlides verantwortlichen Muskels oder dessen nervaler Versorgung. Eine Ptosis kann sowohl ein rein kosmetisches Problem darstellen als auch, bei ausgeprägter Form, das Sehfeld erheblich einschränken sowie im Kindesalter sogar die normale Sehentwicklung gefährden.
Veröffentlicht: 16. Sep. 2026 · Redaktion: Personal Paramedic e.K.
Ursachen
Die angeborene Ptosis entsteht durch eine fehlerhafte Entwicklung des lidhebenden Muskels bereits während der embryonalen Entwicklung. Die erworbene Ptosis entsteht am häufigsten im höheren Lebensalter durch eine altersbedingte Erschlaffung sowie Ablösung der Sehne des lidhebenden Muskels. Weitere Ursachen umfassen eine Lähmung des den Muskel versorgenden Nervs, insbesondere im Rahmen einer Augenmuskellähmung, eine Erkrankung der neuromuskulären Übertragung, insbesondere die Myasthenia gravis, sowie eine Verletzung oder ein vorausgegangener chirurgischer Eingriff am Augenlid.
Symptome
Die Ptosis äußert sich durch ein sichtbares Herabhängen des Oberlides, das von einer kaum bemerkbaren, geringfügigen Absenkung bis zu einer vollständigen Verlegung der Pupille reichen kann. Bei ausgeprägter Form kann die Ptosis das obere Gesichtsfeld einschränken, wodurch Betroffene häufig unbewusst den Kopf in den Nacken legen oder die Augenbraue anheben, um besser sehen zu können. Bei Kindern mit angeborener, ausgeprägter Ptosis besteht das Risiko einer Amblyopie des betroffenen Auges durch die verminderte visuelle Stimulation.
Diagnostik
Die Diagnose der Ptosis wird durch eine augenärztliche Untersuchung mit Messung des Abstands zwischen Oberlidrand sowie Pupillenmitte gestellt, wobei die Funktion des lidhebenden Muskels sowie eine mögliche Einschränkung des Gesichtsfeldes zusätzlich beurteilt werden. Bei Verdacht auf eine zugrunde liegende neurologische Ursache oder eine Myasthenia gravis erfolgt eine gezielte weiterführende Untersuchung, insbesondere ein spezieller Belastungstest der Augenlidmuskulatur.
Behandlung
Die Behandlung der Ptosis richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache sowie dem Ausmaß der funktionellen Beeinträchtigung, wobei eine leichte, kosmetisch wenig störende Ptosis nicht zwingend behandelt werden muss. Bei einer ausgeprägten, das Sehfeld einschränkenden oder bei Kindern die Sehentwicklung gefährdenden Ptosis wird eine operative Straffung oder Verkürzung des lidhebenden Muskels durchgeführt. Eine zugrunde liegende Myasthenia gravis wird nach den allgemeinen Grundsätzen dieser Erkrankung behandelt.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der Ptosis ist bei einer erfolgreichen operativen Korrektur in aller Regel sehr gut, wobei sich sowohl die kosmetische Erscheinung als auch eine begleitende Gesichtsfeldeinschränkung deutlich bessern. Bei Kindern mit angeborener, ausgeprägter Ptosis ist eine rechtzeitige Behandlung besonders wichtig, um eine bleibende Amblyopie zu verhindern. Eine durch eine zugrunde liegende Erkrankung, insbesondere eine Myasthenia gravis, verursachte Ptosis bessert sich entsprechend dem Verlauf dieser Grunderkrankung.
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Häufige Fragen
Was ist die Ptosis des Augenlides?
Ein Herabhängen des Oberlides über die normale Position hinaus.
Was ist eine häufige Ursache im höheren Lebensalter?
Eine altersbedingte Erschlaffung der Sehne des lidhebenden Muskels.
Welches Risiko besteht bei angeborener Ptosis im Kindesalter?
Das Risiko einer Amblyopie durch verminderte visuelle Stimulation.
Wie wird eine ausgeprägte Ptosis behandelt?
Durch eine operative Straffung des lidhebenden Muskels.
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