Pruritus ani
Der Pruritus ani bezeichnet einen anhaltenden, oft als quälend empfundenen Juckreiz im Bereich des Afters sowie der unmittelbar angrenzenden Haut, der zu den häufigeren, jedoch aus Scham selten offen angesprochenen Beschwerden zählt. Dieser Juckreiz kann durch zahlreiche unterschiedliche Ursachen ausgelöst werden, die von einer örtlichen Reizung über Hauterkrankungen bis zu Begleiterscheinungen anderer Erkrankungen des Enddarms reichen. Ein Teufelskreis aus Juckreiz sowie dem dadurch ausgelösten Kratzen kann die örtliche Hautreizung zusätzlich verstärken sowie die Beschwerden dadurch weiter unterhalten.
Ursachen
Der Pruritus ani entsteht am häufigsten durch eine örtliche Reizung, insbesondere im Rahmen einer unzureichenden oder übertriebenen Analhygiene, einer Hämorrhoidenerkrankung mit geringem Sekretaustritt oder einer Pilzinfektion der umgebenden Haut. Bestimmte Nahrungsmittel, insbesondere scharfe Gewürze, Kaffee sowie Alkohol, können den Juckreiz zusätzlich begünstigen. Auch Hauterkrankungen, insbesondere eine Schuppenflechte oder ein Kontaktekzem, sowie bei Kindern eine Infektion mit Madenwürmern können einen Pruritus ani auslösen.
Symptome
Der Pruritus ani äußert sich durch einen anhaltenden, teils sehr ausgeprägten Juckreiz im Bereich des Afters, der sich insbesondere nachts sowie nach dem Stuhlgang häufig verstärkt. Durch das ausgelöste Kratzen kann sich die örtliche Haut zusätzlich reizen, wodurch eine Rötung, kleine Hautrisse sowie ein brennendes Gefühl entstehen können, die den Juckreiz in einem sich selbst verstärkenden Kreislauf zusätzlich unterhalten.
Diagnostik
Die Diagnose des Pruritus ani wird durch eine sorgfältige Befragung nach der Analhygiene, der Ernährung sowie begleitenden Beschwerden gestellt, ergänzt durch eine körperliche Untersuchung des Afterbereichs zur Suche nach einer zugrunde liegenden Ursache, insbesondere Hämorrhoiden, einer Pilzinfektion oder Hautveränderungen. Bei Kindern wird gezielt nach Madenwürmern gesucht, während bei Erwachsenen mit unklarem Befund weitere Untersuchungen des Enddarms erfolgen können.
Behandlung
Die Behandlung des Pruritus ani besteht in erster Linie in einer sorgfältigen, jedoch nicht übertriebenen Analhygiene mit lauwarmem Wasser ohne aggressive Reinigungsmittel sowie einer konsequenten Meidung reizauslösender Nahrungsmittel. Eine zugrunde liegende Ursache, insbesondere eine Pilzinfektion, Hämorrhoiden oder eine Madenwurminfektion, wird gezielt behandelt. Kurzfristig können juckreizlindernde, kortisonhaltige Salben eingesetzt werden, wobei eine dauerhafte Anwendung angesichts möglicher Nebenwirkungen auf die empfindliche Haut vermieden werden sollte.
Verlauf und Prognose
Die Prognose des Pruritus ani ist bei erfolgreicher Behandlung einer zugrunde liegenden Ursache sowie konsequenter, angepasster Hygiene gut, wobei sich die Beschwerden bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen deutlich bessern. Ohne Beseitigung der auslösenden Ursache sowie bei fortgesetztem Kratzen kann sich der Juckreiz-Kratz-Kreislauf jedoch über längere Zeit selbst unterhalten, weshalb eine gezielte ärztliche Abklärung bei anhaltenden Beschwerden empfohlen wird.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Pruritus ani: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Was ist eine häufige Ursache für Pruritus ani?
Eine örtliche Reizung, etwa durch Hämorrhoiden oder unzureichende Hygiene.
Was kann den Juckreiz begünstigen?
Scharfe Gewürze, Kaffee sowie Alkohol.
Worauf wird bei Kindern gezielt untersucht?
Auf eine Infektion mit Madenwürmern.
Was wird zur Behandlung empfohlen?
Eine sorgfältige, nicht übertriebene Analhygiene sowie Behandlung der zugrunde liegenden Ursache.
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