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Herz & Kreislauf

Progressive subkortikale vaskuläre Enzephalopathie

Die progressive subkortikale vaskuläre Enzephalopathie, auch als Morbus Binswanger bekannt, ist eine schleichend fortschreitende Erkrankung des Gehirns, die durch eine langjährige Schädigung der kleinsten, tief im Gehirn gelegenen Blutgefäße entsteht und zu einer fortschreitenden Schädigung der darunterliegenden, sogenannten subkortikalen weißen Hirnsubstanz führt. Diese weiße Substanz enthält die wichtigen Nervenbahnen, die verschiedene Hirnregionen miteinander verbinden, weshalb ihre fortschreitende Schädigung zu einer allmählich zunehmenden Beeinträchtigung des Denkvermögens, der Konzentrationsfähigkeit sowie der Gangsicherheit führt. Die Erkrankung zählt zu den häufigeren Ursachen einer sogenannten Gefäßdemenz und betrifft überwiegend ältere Menschen mit langjährig bestehendem, unzureichend behandeltem Bluthochdruck, dessen dauerhaft schädigende Wirkung auf die kleinsten Hirngefäße als zentraler Auslöser der Erkrankung gilt.

Ursachen

Die progressive subkortikale vaskuläre Enzephalopathie entsteht durch eine langjährige, meist über Jahrzehnte anhaltende schädigende Wirkung eines unzureichend behandelten Bluthochdrucks auf die Wände der kleinsten, tief im Gehirn gelegenen Blutgefäße, wodurch diese verdickt, verengt sowie in ihrer Elastizität eingeschränkt werden. Diese Veränderung der kleinen Gefäße beeinträchtigt die ausreichende Durchblutung der subkortikalen weißen Hirnsubstanz, was im Verlauf zu einer schleichenden, diffusen Schädigung dieser für die Verbindung verschiedener Hirnregionen wichtigen Nervenbahnen führt. Neben dem Bluthochdruck als bedeutsamstem Risikofaktor tragen auch weitere Gefäßrisikofaktoren wie eine Zuckerkrankheit, erhöhte Blutfettwerte sowie Rauchen zur Entstehung und zum Fortschreiten der Erkrankung bei, da sie die Schädigung der kleinen Hirngefäße zusätzlich begünstigen.

Symptome

Die progressive subkortikale vaskuläre Enzephalopathie äußert sich durch eine schleichend über Jahre fortschreitende Verschlechterung mehrerer kognitiver Fähigkeiten, wobei insbesondere die Verarbeitungsgeschwindigkeit von Informationen, die Konzentrationsfähigkeit sowie die Planungsfähigkeit bei alltäglichen Aufgaben beeinträchtigt werden, während das Gedächtnis für lange zurückliegende Ereignisse häufig länger erhalten bleibt als bei anderen Demenzformen. Eine zunehmende Gangunsicherheit mit kleinschrittigem, breitbeinigem Gangbild sowie eine erhöhte Sturzneigung entwickeln sich charakteristischerweise parallel zu den kognitiven Beeinträchtigungen. Eine allgemeine Verlangsamung, eine verminderte emotionale Ausdrucksfähigkeit sowie eine depressive Stimmungslage treten bei vielen Betroffenen zusätzlich auf. Der Krankheitsverlauf zeigt häufig ein stufenweises Fortschreiten mit Phasen relativer Stabilität, unterbrochen von Phasen deutlicher Verschlechterung.

Diagnostik

Die Diagnose der progressiven subkortikalen vaskulären Enzephalopathie wird durch eine Kombination aus dem charakteristischen klinischen Beschwerdebild sowie einer Magnetresonanztomographie des Gehirns gestellt, in der sich ausgedehnte, symmetrisch verteilte Veränderungen der weißen Hirnsubstanz sowie zahlreiche kleine, durch die geschädigten Gefäße verursachte Hirninfarkte darstellen lassen. Eine neuropsychologische Testung wird eingesetzt, um das genaue Muster sowie das Ausmaß der kognitiven Beeinträchtigung zu erfassen und von anderen Demenzformen, insbesondere der Alzheimer-Erkrankung, abzugrenzen, bei der ein anderes Beeinträchtigungsmuster mit früherem, ausgeprägterem Gedächtnisverlust vorherrscht. Eine sorgfältige Erhebung der vorliegenden Gefäßrisikofaktoren, insbesondere des Blutdruckverlaufs über die Jahre, unterstützt die Diagnosestellung zusätzlich.

Behandlung

Eine ursächliche Behandlung, die die bereits eingetretene Schädigung der kleinen Hirngefäße sowie der weißen Hirnsubstanz rückgängig machen könnte, steht bislang nicht zur Verfügung, weshalb die Behandlung vorrangig auf eine konsequente Kontrolle der zugrunde liegenden Gefäßrisikofaktoren abzielt, um das weitere Fortschreiten der Erkrankung möglichst zu verlangsamen. Eine sorgfältige, dauerhafte Einstellung des Blutdrucks auf einen normalen Zielwert gilt als die wichtigste Einzelmaßnahme, ergänzt durch eine gute Kontrolle von Blutzucker und Blutfettwerten sowie einen konsequenten Rauchverzicht. Eine strukturierte physiotherapeutische Behandlung kann die Gangsicherheit unterstützen und das Sturzrisiko reduzieren, während eine begleitende ergotherapeutische sowie neuropsychologische Unterstützung den Umgang mit den kognitiven Beeinträchtigungen im Alltag erleichtern kann.

Verlauf und Prognose

Die progressive subkortikale vaskuläre Enzephalopathie verläuft chronisch fortschreitend, wobei die Geschwindigkeit des Fortschreitens stark von der Qualität der Kontrolle der zugrunde liegenden Gefäßrisikofaktoren abhängt. Bei konsequenter, dauerhafter Einstellung des Blutdrucks sowie der übrigen Risikofaktoren kann das weitere Fortschreiten der Erkrankung bei einem Teil der Betroffenen deutlich verlangsamt werden, auch wenn die bereits eingetretene Schädigung der weißen Hirnsubstanz nicht rückgängig gemacht werden kann. Im fortgeschrittenen Stadium führt die Erkrankung zu einer zunehmenden Pflegebedürftigkeit durch die Kombination aus kognitiver Beeinträchtigung sowie ausgeprägter Gangunsicherheit mit erhöhtem Sturzrisiko. Eine frühzeitige, konsequente Behandlung der Gefäßrisikofaktoren bereits vor dem Auftreten erster Beschwerden stellt die wirksamste bekannte vorbeugende Maßnahme gegen diese Form der Demenz dar.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Was ist der wichtigste Risikofaktor für diese Erkrankung?

Ein langjährig bestehender, unzureichend behandelter Bluthochdruck, der die kleinsten Hirngefäße dauerhaft schädigt.

Wie unterscheidet sich diese Demenzform von der Alzheimer-Erkrankung?

Das Gedächtnis für lange zurückliegende Ereignisse bleibt häufig länger erhalten, während Verarbeitungsgeschwindigkeit, Konzentration und Planungsfähigkeit stärker betroffen sind, zudem tritt eine ausgeprägte Gangunsicherheit hinzu.

Kann die bereits eingetretene Schädigung rückgängig gemacht werden?

Nein, eine ursächliche Behandlung steht nicht zur Verfügung, weshalb die Behandlung auf eine Verlangsamung des weiteren Fortschreitens abzielt.

Was ist die wichtigste vorbeugende Maßnahme?

Eine frühzeitige, konsequente Behandlung der Gefäßrisikofaktoren, insbesondere des Blutdrucks, bereits vor dem Auftreten erster Beschwerden.

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