Präaurikulärer Sinus und Zyste
Der präaurikuläre Sinus, häufig gemeinsam mit einer möglichen begleitenden Zyste auftretend, bezeichnet eine häufige, angeborene Fehlbildung, bei der sich eine kleine, meist punktförmige Öffnung oder Vertiefung der Haut unmittelbar vor der Ohrmuschel befindet, die durch eine unvollständige Verschmelzung bestimmter, embryonaler Gewebehügel während der frühen Entwicklung des äußeren Ohres entsteht. Diese kleine Öffnung führt in einen dünnen, blind endenden Gang, der unterschiedlich tief in das umliegende Gewebe reichen kann. Der präaurikuläre Sinus verursacht bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen keinerlei Beschwerden sowie stellt einen häufigen, harmlosen Zufallsbefund dar, kann sich jedoch gelegentlich entzünden oder infizieren, was eine gezielte Behandlung notwendig machen kann.
Ursachen
Der präaurikuläre Sinus entsteht durch eine unvollständige Verschmelzung bestimmter, embryonaler Gewebehügel während der frühen Entwicklung des äußeren Ohres, wodurch eine kleine, dünne Gangverbindung zwischen der Hautoberfläche sowie dem umliegenden Gewebe vor der Ohrmuschel zurückbleibt. Diese Fehlbildung tritt bei einem Teil der Betroffenen familiär gehäuft sowie dominant vererbt auf, während sie bei einem anderen Teil isoliert, ohne erkennbare zugrunde liegende genetische Ursache, entsteht. Ein präaurikulärer Sinus kann sowohl einseitig als auch beidseitig auftreten sowie in seltenen Fällen gemeinsam mit weiteren Fehlbildungen des Ohres oder der Niere vorkommen.
Symptome
Der präaurikuläre Sinus äußert sich durch eine kleine, meist punktförmige Öffnung oder Vertiefung der Haut unmittelbar vor der Ohrmuschel, die bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen keinerlei Beschwerden verursacht sowie lediglich einen kosmetisch auffälligen, harmlosen Befund darstellt. Bei einem Teil der Betroffenen kann sich eine begleitende Zyste unter der Haut tasten lassen. Kommt es zu einer Entzündung oder bakteriellen Infektion des Gangsystems, treten Rötung, Schwellung, Schmerzen sowie ein möglicher Ausfluss von Eiter aus der kleinen Öffnung auf.
Diagnostik
Die Diagnose des präaurikulären Sinus wird bereits durch eine einfache körperliche Untersuchung des äußeren Ohres gestellt, bei der die charakteristische kleine Öffnung oder Vertiefung vor der Ohrmuschel sichtbar wird. Eine weiterführende Bildgebung ist bei einem unkomplizierten, beschwerdefreien Befund in aller Regel nicht notwendig. Bei einem gleichzeitigen Auftreten weiterer Fehlbildungen des Ohres oder bei Verdacht auf ein zugrunde liegendes genetisches Syndrom kann eine zusätzliche Ultraschalluntersuchung der Nieren empfohlen werden, da ein Zusammenhang zwischen bestimmten Fehlbildungen des Ohres sowie der Niere in seltenen Fällen besteht.
Behandlung
Ein beschwerdefreier, nicht entzündeter präaurikulärer Sinus bedarf keiner Behandlung sowie kann unbehandelt belassen werden. Bei einer akuten Entzündung oder Infektion wird eine gezielte Antibiotikabehandlung eingeleitet, wobei eine sich bildende Eiteransammlung gegebenenfalls durch eine kleine, operative Entlastung behandelt werden muss. Bei wiederholt auftretenden Entzündungen des präaurikulären Sinus wird eine vollständige, operative Entfernung des gesamten Gangsystems empfohlen, um weitere Entzündungsepisoden dauerhaft zu verhindern.
Verlauf und Prognose
Die Prognose des präaurikulären Sinus ist bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen ausgezeichnet, da die Fehlbildung über das gesamte Leben ohne jegliche Beschwerden bestehen bleiben kann. Bei wiederholten Entzündungen führt eine vollständige, operative Entfernung des Gangsystems bei der überwiegenden Mehrheit der behandelten Betroffenen zu einer dauerhaften Beschwerdefreiheit. Eine unvollständige operative Entfernung des Gangsystems birgt ein erhöhtes Risiko für ein Wiederauftreten der Entzündungen, weshalb eine sorgfältige, vollständige chirurgische Entfernung bei entsprechender Indikation von Bedeutung ist.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Präaurikulärer Sinus und Zyste: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wo befindet sich die charakteristische Öffnung?
Unmittelbar vor der Ohrmuschel.
Verursacht der präaurikuläre Sinus meist Beschwerden?
Nein, bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen verursacht er keinerlei Beschwerden.
Was ist bei einer wiederholten Entzündung empfohlen?
Eine vollständige, operative Entfernung des gesamten Gangsystems.
Mit welcher weiteren Fehlbildung kann der präaurikuläre Sinus zusammenhängen?
In seltenen Fällen mit Fehlbildungen der Niere.
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