Porphyria Cutanea Tarda
Die Porphyria cutanea tarda ist die häufigste Form der Porphyrien, einer Gruppe von Stoffwechselerkrankungen, bei denen die Bildung des roten Blutfarbstoffs Häm gestört ist. Durch einen Mangel an einem bestimmten Enzym reichern sich Zwischenprodukte der Häm-Synthese in der Haut an, die bei Sonnenlichteinwirkung zu blasenbildenden, verletzlichen Hautveränderungen an lichtexponierten Körperstellen führen. Die Erkrankung steht in engem Zusammenhang mit der Leberfunktion und wird häufig durch zusätzliche Faktoren wie Alkohol oder Hepatitis-C-Infektion ausgelöst oder verstärkt.
Ursachen
Ursächlich ist eine verminderte Aktivität des Enzyms Uroporphyrinogen-Decarboxylase, die entweder erblich bedingt (familiäre Form) oder, häufiger, erworben ist und dann meist erst durch zusätzliche auslösende Faktoren symptomatisch wird. Zu diesen Auslösern zählen chronischer Alkoholkonsum, eine Hepatitis-C-Infektion, eine Eisenüberladung des Körpers, östrogenhaltige Medikamente sowie bestimmte andere Medikamente. Die Kombination aus einer gewissen genetischen Veranlagung und einem oder mehreren dieser zusätzlichen Faktoren führt meist erst zum Ausbruch der Erkrankung.
Symptome
Kennzeichnend sind blasenbildende, leicht verletzliche Hautveränderungen an sonnenexponierten Stellen wie Handrücken, Unterarmen und Gesicht, die nach Abheilen Narben und kleine, weißliche Hautzysten hinterlassen können. Betroffene Hautstellen sind oft ungewöhnlich verletzlich gegenüber schon geringen mechanischen Reizen. Zusätzlich können eine vermehrte Behaarung im Gesicht sowie eine bräunliche oder rötliche Verfärbung des Urins auffallen, verursacht durch die im Übermaß ausgeschiedenen Zwischenprodukte.
Diagnostik
Der Nachweis erhöhter Porphyrine im Urin, im Stuhl und im Blutplasma sichert die Diagnose, wobei ein charakteristisches Muster der verschiedenen Porphyrin-Typen die Porphyria cutanea tarda von anderen Porphyrieformen unterscheidet. Ergänzend werden Leberwerte, ein Hepatitis-C-Test und der Eisenstatus im Blut bestimmt, um mögliche auslösende oder verstärkende Faktoren zu identifizieren, die für die Behandlung wichtig sind.
Behandlung
Das Vermeiden auslösender Faktoren wie Alkohol und bestimmter Medikamente sowie ein konsequenter Sonnenschutz sind die Grundlage jeder Behandlung. Eine wirksame spezifische Therapie ist der wiederholte, dosierte Aderlass, der den überschüssigen Eisenspeicher des Körpers reduziert und dadurch die Enzymaktivität normalisiert. Bei Personen, die keinen Aderlass vertragen, können niedrig dosierte Malariamedikamente eingesetzt werden, die die überschüssigen Porphyrine binden und ihre Ausscheidung fördern. Eine zugrunde liegende Hepatitis-C-Infektion wird eigenständig behandelt.
Verlauf und Prognose
Mit konsequenter Behandlung, insbesondere durch Aderlässe, und Vermeidung auslösender Faktoren bessern sich die Hautbeschwerden bei den meisten Betroffenen deutlich und können über lange Zeit in Remission gehalten werden. Ohne Behandlung der auslösenden Faktoren kann die Erkrankung chronisch mit wiederholten Hautschüben verlaufen. Da ein Zusammenhang mit der Leberfunktion besteht, ist eine regelmäßige Kontrolle der Leber sinnvoll, besonders bei bekannten Risikofaktoren wie Alkoholkonsum oder Hepatitis C.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Porphyria cutanea tarda: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Warum tritt die Erkrankung oft erst im Erwachsenenalter auf?
Weil bei der häufigeren erworbenen Form meist erst das Zusammenkommen mehrerer auslösender Faktoren wie Alkoholkonsum, Hepatitis C oder Eisenüberladung die Erkrankung symptomatisch werden lässt.
Warum hilft ein Aderlass bei einer Hautkrankheit?
Weil die Reduktion des Eisenspeichers im Körper die gestörte Enzymaktivität in der Leber normalisiert, wodurch weniger schädliche Porphyrin-Zwischenprodukte entstehen, die sich sonst in der Haut anreichern.
Muss man auf Alkohol vollständig verzichten?
Ein vollständiger Verzicht wird dringend empfohlen, da Alkohol einer der wichtigsten auslösenden und verstärkenden Faktoren dieser Erkrankung ist.
Ist Porphyria cutanea tarda ansteckend?
Nein, es handelt sich um eine Stoffwechselerkrankung, die nicht übertragbar ist, auch wenn eine begleitende Hepatitis-C-Infektion, die selbst ansteckend ist, ein häufiger auslösender Faktor sein kann.
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