Polyphagie (Heißhunger und gesteigerter Appetit)
Polyphagie bezeichnet ein übermäßiges, anhaltendes Hungergefühl mit großen Nahrungsmengen. Sie unterscheidet sich vom gelegentlichen Heißhunger. Hält sie länger an oder geht mit Gewichtsverlust, Durst oder häufigem Wasserlassen einher, kann eine Erkrankung dahinterstecken.
Ursachen
Häufige Ursachen sind Diabetes mellitus mit hohen Blutzuckerwerten oder Unterzuckerung, Schilddrüsenüberfunktion, Schwangerschaft, Stress, Schlafmangel, Essstörungen wie Binge-Eating, Medikamente wie Kortison, bestimmte Antidepressiva und Neuroleptika sowie seltene Hirnerkrankungen des Hunger-Zentrums oder das Prader-Willi-Syndrom.
Symptome
Betroffene haben ständigen Hunger, essen große Mengen und werden nicht satt. Je nach Ursache sind Gewichtsverlust trotz vielen Essens, starker Durst, häufiges Wasserlassen, Herzklopfen, Zittern, Schwitzen oder Gewichtszunahme vorhanden.
Diagnostik
Die Ärztin oder der Arzt erfragt Essverhalten, Medikamente und Begleitbeschwerden. Blutzucker, Langzeitwert HbA1c, Schilddrüsenwerte, Blutbild und Stoffwechselwerte werden untersucht. Bei Verdacht auf Essstörung folgt eine psychologische Abklärung.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache: Diabetestherapie, Behandlung der Schilddrüse, Anpassung von Medikamenten und bei Essstörungen Psychotherapie. Regelmäßige Mahlzeiten mit Eiweiß und Ballaststoffen, ausreichend Schlaf und Stressabbau helfen.
Verlauf und Prognose
Bei behandelbarer Ursache bessert sich der Appetit meist deutlich. Bei Essstörungen sind langfristige Therapie und Unterstützung wichtig.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Diabetes mellitus: Diagnose und Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wann sollte ich zur Ärztin oder zum Arzt?
Wenn der Hunger anhält, mit Gewichtsverlust, Durst oder häufigem Wasserlassen einhergeht.
Kann Stress Heißhunger auslösen?
Ja, ebenso Schlafmangel.
Welche Erkrankungen kommen infrage?
Diabetes, Schilddrüsenüberfunktion und Essstörungen.
Was hilft im Alltag?
Regelmäßige Mahlzeiten, Eiweiß und Ballaststoffe, ausreichend Schlaf.
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