Phlegmone des äußeren Ohres
Die Phlegmone des äußeren Ohres bezeichnet eine bakterielle Weichteilentzündung, die sich, im Unterschied zu einem abgekapselten Abszess, diffus sowie ohne klare Abgrenzung im Gewebe des äußeren Ohres ausbreitet. Diese Entzündung entsteht durch das Eindringen bakterieller Erreger in das lockere Bindegewebe der Ohrmuschel oder der umgebenden Weichteile, wo sie sich ohne die natürliche Abkapselung eines Abszesses rasch entlang der Gewebeschichten ausbreiten können. Eine Phlegmone des äußeren Ohres stellt eine ernstzunehmende Infektion dar, die aufgrund ihrer Ausbreitungstendenz eine rasche, gezielte antibiotische Behandlung erfordert.
Ursachen
Die Phlegmone des äußeren Ohres entsteht durch das Eindringen bakterieller Erreger, meist Streptokokken oder Staphylokokken, über eine kleine Hautverletzung, ein Ohrpiercing oder eine bereits bestehende Hautentzündung in das lockere Bindegewebe des äußeren Ohres. Ein geschwächtes Immunsystem, insbesondere bei einem unzureichend eingestellten Diabetes mellitus, sowie eine bereits vorbestehende Hauterkrankung begünstigen die rasche, diffuse Ausbreitung der Infektion zusätzlich.
Symptome
Die Phlegmone des äußeren Ohres äußert sich durch eine sich rasch ausbreitende, unscharf begrenzte Rötung, Schwellung sowie Überwärmung der betroffenen Ohrregion, die von erheblichen Schmerzen begleitet wird. Fieber sowie ein deutliches allgemeines Krankheitsgefühl treten bei dieser diffus fortschreitenden Infektion häufiger sowie ausgeprägter auf als bei einem abgekapselten Abszess. Eine Schwellung der regionalen Lymphknoten kann die Infektion zusätzlich begleiten.
Diagnostik
Die Diagnose der Phlegmone des äußeren Ohres wird durch eine körperliche Untersuchung mit Beurteilung der unscharf begrenzten, sich ausbreitenden Rötung sowie Schwellung gestellt. Eine Blutuntersuchung zur Bestimmung der Entzündungswerte sowie gegebenenfalls eine bildgebende Untersuchung zur Beurteilung der Ausdehnung der Entzündung sowie zum Ausschluss einer bereits abgekapselten Eiteransammlung ergänzen die Diagnostik.
Behandlung
Die Behandlung der Phlegmone des äußeren Ohres besteht in einer umgehenden, meist intravenös verabreichten antibiotischen Behandlung, um die rasche Ausbreitung der Infektion zu stoppen. Eine engmaschige Verlaufskontrolle ist notwendig, um eine mögliche, sekundäre Abszessbildung frühzeitig zu erkennen, die dann zusätzlich eine operative Entlastung erfordern würde. Eine Ruhigstellung sowie Hochlagerung des betroffenen Bereichs kann die Beschwerden zusätzlich lindern.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der Phlegmone des äußeren Ohres ist bei rechtzeitiger, konsequenter antibiotischer Behandlung gut, wobei sich die Entzündung bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen innerhalb weniger Tage bis Wochen deutlich zurückbildet. Eine verzögerte oder unzureichende Behandlung birgt angesichts der raschen Ausbreitungstendenz dieser Infektionsform ein erhöhtes Risiko für schwerwiegendere Komplikationen, weshalb eine umgehende ärztliche Behandlung von erheblicher Bedeutung ist.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Phlegmone des äußeren Ohres: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Was unterscheidet eine Phlegmone von einem Abszess?
Die Phlegmone breitet sich diffus aus, ohne eine klare Abkapselung wie beim Abszess.
Welche Erreger verursachen sie meist?
Meist Streptokokken oder Staphylokokken.
Wie wird sie behandelt?
Mit einer umgehenden, meist intravenösen antibiotischen Behandlung.
Welche Komplikation kann sekundär auftreten?
Eine zusätzliche Abszessbildung.
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