Phimose
Die Phimose bezeichnet eine Verengung der Vorhaut, die ein vollständiges, schmerzfreies Zurückziehen über die Eichel verhindert. Bei kleinen Jungen ist eine gewisse Vorhautenge zunächst normal und löst sich bei den meisten von selbst im Laufe der ersten Lebensjahre. Bei Jugendlichen und Erwachsenen sowie bei anhaltenden Beschwerden kann eine echte Phimose jedoch Probleme beim Wasserlassen, bei der Hygiene und beim Geschlechtsverkehr verursachen und behandlungsbedürftig sein.
Ursachen
Die angeborene, physiologische Vorhautverengung bei kleinen Jungen ist ein normaler Entwicklungszustand, der sich meist bis zum Schulalter von selbst löst. Eine erworbene Phimose im späteren Leben entsteht häufig durch wiederholte Entzündungen der Vorhaut oder Eichel, etwa bei unzureichender Hygiene oder Diabetes mellitus, sowie durch eine chronische Hauterkrankung der Vorhaut (Lichen sclerosus), die zu einer narbigen Verengung führen kann.
Symptome
Kennzeichnend ist die Unfähigkeit, die Vorhaut ganz oder teilweise über die Eichel zurückzuziehen, oft verbunden mit Schmerzen bei dem Versuch. Beim Wasserlassen kann sich die Vorhaut ballonartig aufblähen. Wiederholte Entzündungen von Eichel und Vorhaut mit Rötung, Ausfluss und Juckreiz sind häufige Begleiterscheinungen. Bei akutem, plötzlichem Einklemmen einer zurückgezogenen, zu engen Vorhaut hinter der Eichel (Paraphimose) entsteht ein schmerzhafter Notfall mit Schwellungsgefahr.
Diagnostik
Die Diagnose wird durch die körperliche Untersuchung gestellt, bei der sich das Ausmaß der Verengung und mögliche Vernarbungen beurteilen lassen. Bei Kindern wird der natürliche Entwicklungsverlauf berücksichtigt, ohne vorschnell einzugreifen. Bei Verdacht auf eine zugrunde liegende Hauterkrankung wie Lichen sclerosus kann eine feingewebliche Untersuchung einer kleinen Gewebeprobe zur Bestätigung sinnvoll sein.
Behandlung
Bei Kindern ohne Beschwerden wird meist zunächst abgewartet, da sich die Verengung häufig von selbst löst; bei anhaltender Enge kann eine kortisonhaltige Salbe die Dehnbarkeit der Vorhaut verbessern. Bei Jugendlichen und Erwachsenen mit Beschwerden oder bei durch Vernarbung bedingter Phimose ist häufig eine operative Behandlung notwendig, entweder eine vollständige oder teilweise Entfernung der Vorhaut (Zirkumzision) oder ein die Vorhaut erhaltender, erweiternder Eingriff. Eine akute Paraphimose muss umgehend behandelt werden, notfalls durch eine sofortige Rückverlagerung oder einen kleinen Entlastungsschnitt.
Verlauf und Prognose
Die physiologische Phimose bei kleinen Kindern löst sich in den allermeisten Fällen ohne Behandlung von selbst. Bei erworbener oder anhaltender Phimose führt eine operative Behandlung in der Regel zu einer dauerhaften Beschwerdefreiheit. Eine unbehandelte, akute Paraphimose kann durch die anhaltende Abschnürung zu einer ernsthaften Schädigung der Eichel führen, weshalb sie immer als Notfall behandelt werden muss.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Phimose: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ist eine enge Vorhaut bei kleinen Jungen immer behandlungsbedürftig?
Nein, bei Kleinkindern ist eine gewisse Vorhautenge normal und löst sich meist bis zum Schulalter von selbst, ohne dass ein Eingriff nötig ist.
Was ist der Unterschied zwischen Phimose und Paraphimose?
Bei der Phimose lässt sich die Vorhaut nicht zurückziehen, bei der Paraphimose ist eine bereits zurückgezogene, zu enge Vorhaut hinter der Eichel eingeklemmt — ein akuter Notfall.
Muss eine Phimose immer operiert werden?
Nicht immer, bei manchen Erwachsenen mit leichter Enge kann eine kortisonhaltige Salbe ausreichend sein, bei ausgeprägter oder vernarbter Verengung ist meist ein Eingriff notwendig.
Warum ist eine Paraphimose ein Notfall?
Weil die eingeklemmte Vorhaut die Durchblutung der Eichel abschnüren kann, was unbehandelt zu bleibenden Schäden führen kann.
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