Katastrophenschutz und MANV: Wenn viele Menschen gleichzeitig betroffen sind
Bei einem Massenanfall von Verletzten (MANV) übersteigt die Zahl der Betroffenen kurzfristig die verfügbaren Rettungskräfte vor Ort. Katastrophenschutz und Rettungsdienst folgen dann besonderen Abläufen, die sich vom Einzelnotfall deutlich unterscheiden.
Was einen MANV kennzeichnet
Ein Massenanfall von Verletzten liegt vor, wenn die Zahl der Betroffenen mit den sofort verfügbaren Rettungsmitteln nicht im gewohnten Umfang versorgt werden kann — etwa nach einem Verkehrsunfall mit vielen Beteiligten oder einer Massenveranstaltung mit vielen Betroffenen.
Sichtung als zentrales Prinzip
Anders als beim Einzelnotfall wird bei einem MANV zunächst gesichtet: Rettungskräfte teilen Betroffene nach Dringlichkeit in Kategorien ein, um die verfügbaren Ressourcen dorthin zu lenken, wo sie den größten Nutzen bringen.
Aufgabe des Katastrophenschutzes
Übersteigt die Lage die Möglichkeiten des alltäglichen Rettungsdienstes, werden zusätzliche Kräfte aus dem Katastrophenschutz nachalarmiert, etwa von Hilfsorganisationen, Feuerwehr und Bevölkerungsschutzbehörden.
Rolle von Ersthelfenden vor Ort
Laienhelferinnen und -helfer vor Ort können bis zum Eintreffen organisierter Kräfte einfache lebensrettende Maßnahmen leisten, etwa Blutungen stillen oder Betroffene in stabile Seitenlage bringen — die Sichtung und Koordination größerer Lagen bleibt aber den eintreffenden Einsatzkräften vorbehalten.
Unterschied zum alltäglichen Rettungsdiensteinsatz
Während beim Einzelnotfall jede Person die bestmögliche individuelle Versorgung erhält, richtet sich die Versorgung bei einem MANV danach, wie die verfügbaren Kräfte den größtmöglichen Nutzen für alle Betroffenen erzielen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) — Massenanfall von Verletzten und Katastrophenschutz in Deutschland
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Was bedeutet MANV?
MANV steht für Massenanfall von Verletzten — eine Lage, in der mehr Personen betroffen sind, als kurzfristig mit den gewohnten Mitteln versorgt werden können.
Was ist Sichtung im Rettungsdienst?
Die Einteilung Betroffener nach Dringlichkeit ihrer Versorgung, damit begrenzte Rettungsmittel dort eingesetzt werden, wo sie den größten Nutzen bringen.
Was können Ersthelfende bei einem MANV tun?
Bis zum Eintreffen organisierter Kräfte einfache lebensrettende Maßnahmen leisten, etwa Blutungen stillen — die Koordination der Gesamtlage übernehmen die eintreffenden Einsatzkräfte.
Wer wird bei einem MANV zusätzlich alarmiert?
Je nach Lage zusätzliche Kräfte aus Hilfsorganisationen, Feuerwehr und Katastrophenschutzbehörden, über die normale Rettungsdienst-Alarmierung hinaus.
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