Klumpfuß
Der Klumpfuß, fachsprachlich Pes equinovarus congenitus, ist eine der häufigsten angeborenen Fehlstellungen des Fußes. Dabei ist der Fuß im Sprunggelenk nach unten gebeugt, in der Ferse nach innen gedreht und im Vorfuß nach innen gekippt, sodass der Fuß insgesamt eine charakteristische, sichelartige Form annimmt.
Veröffentlicht: 7. Sep. 2026 · Redaktion: Personal Paramedic e.K.
Ursachen
Die genaue Ursache des Klumpfußes ist nicht abschließend geklärt. Vermutet wird ein Zusammenspiel aus erblicher Veranlagung und einer gestörten Entwicklung der Muskeln, Sehnen und Bänder im Fußbereich während der Schwangerschaft. Der Klumpfuß tritt gehäuft zusammen mit bestimmten neurologischen oder genetischen Grunderkrankungen auf, kann aber auch als isolierte Fehlbildung ohne erkennbare Begleiterkrankung vorkommen.
Symptome
Der betroffene Fuß fällt bereits bei der Geburt durch seine charakteristische Fehlstellung auf: nach unten gebeugt, in der Ferse nach innen gedreht und im Vorfuß nach innen gekippt. Die Wadenmuskulatur ist auf der betroffenen Seite meist schwächer ausgebildet, und der Fuß lässt sich anfangs nur mit deutlichem Widerstand in eine normale Position bringen. Unbehandelt führt die Fehlstellung im Laufe des Wachstums zu einer zunehmend abnormen Belastung beim Gehen.
Diagnostik
Die Diagnose wird meist bereits bei der körperlichen Untersuchung des Neugeborenen anhand der charakteristischen Fußform gestellt und kann häufig schon während der Schwangerschaft im Ultraschall auffallen. Nach der Geburt wird das Ausmaß der Fehlstellung mit einem standardisierten Punktesystem eingeschätzt, das die Grundlage für die Behandlungsplanung bildet. Bei Verdacht auf eine zugrunde liegende neurologische Erkrankung schließen sich weitere Untersuchungen an.
Behandlung
Die Standardbehandlung ist die sogenannte Ponseti-Methode, bei der der Fuß über mehrere Wochen mit wöchentlich gewechselten Gipsverbänden schrittweise in eine korrekte Position gebracht wird. Häufig ist ergänzend ein kleiner ambulanter Eingriff zur Verlängerung der Achillessehne notwendig. Nach Abschluss der Gipsbehandlung tragen die Kinder über mehrere Jahre eine spezielle Schiene, um das erreichte Ergebnis zu sichern und einem Rückfall vorzubeugen.
Verlauf und Prognose
Mit einer frühzeitig begonnenen, konsequent durchgeführten Ponseti-Behandlung erreichen die meisten Kinder einen beweglichen, belastbaren und weitgehend normal aussehenden Fuß, mit dem sie schmerzfrei laufen können. Wird die Schienenbehandlung nach der Gipsphase nicht konsequent fortgeführt, kommt es bei einem erheblichen Teil der Kinder zu einem Rückfall der Fehlstellung. Bei rechtzeitiger und konsequenter Behandlung ist die langfristige Prognose insgesamt sehr gut.
Weiterführende Informationen der Organisation
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Die verlinkten Angebote sind allgemeine Informationsquellen der jeweiligen Organisation, kein Einzelbeleg für jede Aussage dieses Artikels. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Kann ein Klumpfuß schon vor der Geburt erkannt werden?
Ja, die charakteristische Fußfehlstellung kann bereits während einer Ultraschalluntersuchung in der Schwangerschaft auffallen.
Ist eine Operation immer notwendig?
Häufig reicht die Ponseti-Gipsbehandlung mit einem kleinen ergänzenden Eingriff zur Achillessehnenverlängerung aus, größere Operationen sind heute seltener notwendig als früher.
Wie lange muss die Schiene nach der Gipsbehandlung getragen werden?
In der Regel über mehrere Jahre, zunächst nahezu durchgehend und später nur noch nachts, um einem Rückfall der Fehlstellung vorzubeugen.
Kann das Kind später normal laufen?
Mit frühzeitiger und konsequenter Behandlung erreichen die meisten Kinder einen beweglichen, belastbaren Fuß und können schmerzfrei und weitgehend normal laufen.
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