Felty-Syndrom
Das Felty-Syndrom ist eine seltene Komplikation einer meist langjährig bestehenden, schweren rheumatoiden Arthritis, bei der zusätzlich zur Gelenkentzündung eine Vergrößerung der Milz sowie ein ausgeprägter Mangel an bestimmten weißen Blutkörperchen (Neutropenie) auftritt. Diese Kombination erhöht das Risiko für schwere bakterielle Infektionen erheblich.
Ursachen
Das Felty-Syndrom entsteht auf dem Boden einer meist seit vielen Jahren bestehenden, ausgeprägten rheumatoiden Arthritis. Man vermutet, dass eine überschießende Aktivität bestimmter Immunzellen sowohl zur anhaltenden Gelenkentzündung als auch zur vermehrten Bindung und zum Abbau weißer Blutkörperchen in der vergrößerten Milz beiträgt. Die genauen Mechanismen, warum sich das Felty-Syndrom nur bei einem kleinen Teil der Menschen mit rheumatoider Arthritis entwickelt, sind nicht vollständig geklärt.
Symptome
Neben den typischen Beschwerden der rheumatoiden Arthritis mit schmerzhaften, geschwollenen Gelenken zeigt sich beim Felty-Syndrom eine tastbare Vergrößerung der Milz, die gelegentlich ein Druckgefühl im linken Oberbauch verursacht. Durch den ausgeprägten Mangel an weißen Blutkörperchen kommt es gehäuft zu bakteriellen Infektionen, insbesondere der Haut, der Atemwege und der Harnwege, die schwerer und häufiger verlaufen können als bei gesunden Menschen. Zusätzlich können offene Beingeschwüre und eine Blutarmut auftreten.
Diagnostik
Die Diagnose stützt sich auf die charakteristische Kombination aus bekannter rheumatoider Arthritis, einer im Ultraschall oder bei der körperlichen Untersuchung nachweisbaren Milzvergrößerung sowie einem im Blutbild deutlich erniedrigten Wert der neutrophilen weißen Blutkörperchen. Weitere Blutuntersuchungen helfen, andere Ursachen für die Milzvergrößerung oder den Blutbildveränderungen, etwa Erkrankungen des Knochenmarks, auszuschließen.
Behandlung
Im Vordergrund steht eine intensivierte Behandlung der zugrunde liegenden rheumatoiden Arthritis mit krankheitsmodifizierenden Medikamenten, unter der sich die Milzvergrößerung und der Mangel an weißen Blutkörperchen bei einem Teil der Betroffenen bessern. Bei häufigen, schweren Infektionen kann zusätzlich ein Wachstumsfaktor für weiße Blutkörperchen eingesetzt werden. In ausgewählten, schweren Fällen mit anhaltend gefährlich niedrigen Blutwerten wird die operative Entfernung der Milz erwogen.
Verlauf und Prognose
Der Verlauf des Felty-Syndroms wird wesentlich durch das erhöhte Infektionsrisiko bestimmt, das bei nicht ausreichend behandeltem, ausgeprägtem Mangel an weißen Blutkörperchen lebensbedrohlich werden kann. Mit einer konsequenten Behandlung der rheumatoiden Arthritis und gegebenenfalls unterstützenden Maßnahmen lässt sich das Infektionsrisiko bei vielen Betroffenen deutlich senken. Regelmäßige Blutbildkontrollen sind wichtig, um eine Verschlechterung frühzeitig zu erkennen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Felty-Syndrom: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Warum ist das Infektionsrisiko beim Felty-Syndrom erhöht?
Weil der ausgeprägte Mangel an neutrophilen weißen Blutkörperchen die Abwehr von Bakterien erheblich schwächt, wodurch Infektionen häufiger und schwerer verlaufen können.
Bessert sich die Milzvergrößerung durch die Rheumabehandlung?
Bei einem Teil der Betroffenen ja, eine intensivierte Behandlung der zugrunde liegenden rheumatoiden Arthritis kann sowohl die Milzvergrößerung als auch die Blutbildveränderungen bessern.
Wann wird die Milz operativ entfernt?
Nur in ausgewählten, schweren Fällen mit anhaltend gefährlich niedrigen Werten an weißen Blutkörperchen trotz medikamentöser Behandlung.
Entwickelt jeder Mensch mit rheumatoider Arthritis ein Felty-Syndrom?
Nein, es handelt sich um eine seltene Komplikation, die nur bei einem kleinen Teil der Menschen mit meist langjähriger, ausgeprägter rheumatoider Arthritis auftritt.
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