Ein Angebot von Personal Paramedic e.K. · DGUV-anerkannte Ausbildungsstätte (8.2018)
Innere Medizin

Induratio Penis Plastica (Peyronie-Krankheit)

Die Induratio penis plastica, auch Peyronie-Krankheit genannt, ist eine gutartige Bindegewebserkrankung, bei der sich innerhalb der bindegewebigen Hülle des Penisschwellkörpers verhärtete, narbenartige Plaques bilden. Diese Plaques verhindern eine gleichmäßige Dehnung des betroffenen Bereichs bei der Erektion, wodurch sich der Penis in die entgegengesetzte Richtung verkrümmt.

Ursachen

Man geht davon aus, dass wiederholte kleine, oft unbemerkte Mikroverletzungen der Schwellkörperhülle während des Geschlechtsverkehrs zu einer fehlerhaften Wundheilung mit überschießender Narbenbildung führen. Bei manchen Männern besteht eine erbliche Veranlagung zu übermäßiger Narbenbildung, die sich auch an anderen Körperstellen zeigen kann, etwa in Form einer Dupuytren-Kontraktur der Hand. Auch bestimmte Vorerkrankungen wie Diabetes können das Risiko erhöhen.

Symptome

Zu Beginn bemerken viele Betroffene tastbare, verhärtete Knoten oder Stränge im Penis sowie Schmerzen während der Erektion, die im Verlauf häufig nachlassen. Im weiteren Verlauf entwickelt sich eine zunehmende Verkrümmung des Penis im erigierten Zustand, die den Geschlechtsverkehr erschweren oder schmerzhaft machen kann. Bei einem Teil der Betroffenen kommt es zusätzlich zu einer Verkürzung des Penis oder einer erektilen Dysfunktion.

Diagnostik

Die Diagnose wird meist bereits durch das Abtasten der charakteristischen Verhärtungen im Penisschaft gestellt. Eine Ultraschalluntersuchung des Penis, gegebenenfalls nach medikamentöser Herbeiführung einer Erektion, zeigt die genaue Lage und Ausdehnung der Plaques sowie das Ausmaß der Verkrümmung. Diese Untersuchung ist auch wichtig, um die passende Behandlung zu planen und den Verlauf zu dokumentieren.

Behandlung

In der frühen, akuten Phase mit Schmerzen kann abgewartet werden, da sich die Erkrankung bei einem Teil der Männer innerhalb von ein bis zwei Jahren von selbst stabilisiert. Bei anhaltender, störender Verkrümmung stehen medikamentöse Injektionen direkt in die Plaque sowie, bei ausgeprägten Befunden nach Stabilisierung der Erkrankung, verschiedene operative Verfahren zur Begradigung des Penis zur Verfügung. Die Wahl der Behandlung richtet sich nach dem Ausmaß der Verkrümmung und dem Leidensdruck.

Verlauf und Prognose

Die Erkrankung durchläuft typischerweise eine akute, oft schmerzhafte Phase von etwa sechs bis zwölf Monaten, gefolgt von einer chronischen, stabilen Phase, in der sich die Verkrümmung meist nicht mehr wesentlich verändert. Bei einem Teil der Männer bessern sich die Beschwerden im Verlauf spontan, bei anderen bleibt eine dauerhafte Verkrümmung bestehen, die den Geschlechtsverkehr erschwert. Mit einer an das jeweilige Stadium angepassten Behandlung lässt sich bei den meisten Betroffenen eine deutliche Verbesserung der Beschwerden und der Lebensqualität erreichen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Muss jede Verkrümmung behandelt werden?

Nein, ist die Verkrümmung gering ausgeprägt und verursacht keine Beschwerden beim Geschlechtsverkehr, ist häufig keine Behandlung notwendig.

Warum wird in der akuten Phase oft zunächst abgewartet?

Weil sich die Erkrankung bei einem Teil der Männer innerhalb von ein bis zwei Jahren von selbst stabilisiert und operative Verfahren erst nach dieser Stabilisierung sinnvoll sind.

Ist die Peyronie-Krankheit bösartig?

Nein, es handelt sich um eine gutartige Bindegewebserkrankung ohne Krebsrisiko.

Gibt es einen Zusammenhang mit anderen Narbenerkrankungen?

Ja, manche Betroffene haben zusätzlich eine erbliche Veranlagung zu übermäßiger Narbenbildung, die sich etwa auch als Dupuytren-Kontraktur der Hand zeigen kann.

Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen

Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.

Kurs finden Inhouse anfragen