Kaschin-Beck-Krankheit
Die Kaschin-Beck-Krankheit ist eine seltene, chronische Erkrankung des Gelenkknorpels und des Knochenwachstums, die vor allem in bestimmten Regionen Ostsibiriens, Nordchinas und Nordkoreas endemisch auftritt. Sie beginnt meist im Kindes- oder Jugendalter und führt durch eine gestörte Knorpelentwicklung zu Gelenkschäden und Wachstumsstörungen.
Ursachen
Die genaue Ursache ist nicht abschließend geklärt, es wird jedoch ein Zusammenspiel aus Selenmangel in Böden und Trinkwasser der betroffenen Regionen, dem Verzehr von mit Schimmelpilzen belastetem Getreide sowie möglicherweise zusätzlichen, bislang nicht vollständig verstandenen Umweltfaktoren angenommen. Diese Faktoren stören gemeinsam die normale Entwicklung und den Stoffwechsel des Gelenkknorpels bei Kindern in den betroffenen Regionen.
Symptome
Betroffene Kinder entwickeln zunächst Steifigkeit und Schmerzen in mehreren, meist symmetrisch betroffenen Gelenken, insbesondere den Fingern, Handgelenken, Knien und Sprunggelenken. Im Verlauf kommt es zu einer zunehmenden Verdickung und Verformung der Gelenke sowie zu einem verminderten Längenwachstum, das bei ausgeprägten Fällen zu einem deutlichen Kleinwuchs führen kann. Die Muskulatur in der Nähe der betroffenen Gelenke kann sich zusätzlich zurückbilden.
Diagnostik
Die Diagnose stützt sich auf das typische Beschwerdebild bei Kindern aus einer bekannten Risikoregion sowie auf Röntgenaufnahmen der betroffenen Gelenke, die charakteristische Veränderungen der Wachstumsfugen und des Gelenkknorpels zeigen. Laboruntersuchungen können einen erniedrigten Selenspiegel im Blut nachweisen, was die Verdachtsdiagnose zusätzlich stützt.
Behandlung
Eine ursächliche Heilung der bereits eingetretenen Knorpelschäden ist nicht möglich, weshalb der Schwerpunkt auf der Vorbeugung durch eine ausreichende Selenzufuhr sowie der Vermeidung von mit Schimmelpilzen belastetem Getreide in den betroffenen Regionen liegt. Bei bereits bestehenden Gelenkschäden helfen Physiotherapie und Schmerzmittel, die Beweglichkeit zu erhalten und Beschwerden zu lindern. In schweren Fällen mit ausgeprägter Gelenkzerstörung kann im Erwachsenenalter ein künstlicher Gelenkersatz notwendig werden.
Verlauf und Prognose
Ohne rechtzeitige Vorbeugung schreitet die Erkrankung bei betroffenen Kindern über Jahre fort und kann zu bleibenden Gelenkschäden und Kleinwuchs führen. Durch gezielte Vorbeugungsprogramme mit Selensubstitution und verbesserter Lebensmittelsicherheit ist die Häufigkeit neuer Erkrankungsfälle in den betroffenen Regionen in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zurückgegangen. Bereits eingetretene Gelenkschäden bleiben jedoch in der Regel bestehen und erfordern eine lebenslange orthopädische Betreuung.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Kaschin-Beck-Krankheit: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Kommt die Kaschin-Beck-Krankheit weltweit vor?
Nein, sie tritt endemisch nur in bestimmten Regionen Ostsibiriens, Nordchinas und Nordkoreas auf, in denen ein Zusammenspiel aus Selenmangel und weiteren Umweltfaktoren besteht.
Kann man die Erkrankung durch Ernährung vorbeugen?
Ja, eine ausreichende Selenzufuhr und die Vermeidung von mit Schimmelpilzen belastetem Getreide senken das Erkrankungsrisiko in den betroffenen Regionen deutlich.
Bilden sich die Gelenkschäden nach der Behandlung zurück?
Nein, bereits eingetretene Knorpel- und Wachstumsschäden bleiben in der Regel bestehen, die Behandlung zielt vor allem auf Beschwerdelinderung und Vorbeugung weiterer Schäden ab.
Ist ein künstliches Gelenk bei allen Betroffenen notwendig?
Nein, nur bei schweren Fällen mit ausgeprägter Gelenkzerstörung wird im Erwachsenenalter ein künstlicher Gelenkersatz erwogen.
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