Ein Angebot von Personal Paramedic e.K. · DGUV-anerkannte Ausbildungsstätte (8.2018)
Kinder & Jugendliche

Omphalitis beim Neugeborenen

Die Omphalitis ist eine bakterielle Infektion des Nabelstumpfes und des umgebenden Gewebes bei Neugeborenen, die typischerweise in den ersten Lebenstagen bis Wochen auftritt, während der Nabelstumpf noch nicht vollständig abgeheilt ist. Da sich die Infektion beim Neugeborenen rasch über die noch offene Nabelwunde ins umliegende Gewebe und in den Blutkreislauf ausbreiten kann, gilt sie als ernstzunehmende Erkrankung, die zügiges Handeln erfordert.

Ursachen

Nach der Abnabelung verbleibt eine kleine, offene Wunde am Nabelstumpf, die eine Eintrittspforte für Bakterien darstellt, bis sie innerhalb der ersten ein bis zwei Lebenswochen vollständig verheilt und abfällt. Eine unzureichende Nabelpflege, eine feuchte, nicht ausreichend abtrocknende Umgebung des Nabelstumpfes sowie ein geschwächtes Immunsystem, etwa bei Frühgeborenen, erhöhen das Risiko für eine bakterielle Besiedlung und Infektion.

Symptome

Kennzeichnend sind eine Rötung, Schwellung und Überwärmung der Haut rund um den Nabel sowie ein übelriechender oder eitriger Ausfluss aus der Nabelwunde. Betroffene Neugeborene können zusätzlich Fieber, Trinkschwäche und ein allgemein reduziertes Verhalten zeigen. Breitet sich die Infektion aus, kann sich die Rötung zunehmend auf die umliegende Bauchhaut ausdehnen, was auf eine ernstere, tiefer reichende Infektion hinweist.

Diagnostik

Die Diagnose wird meist bereits durch die körperliche Untersuchung des Nabelbereichs gestellt. Bluttests helfen, das Ausmaß einer möglichen Ausbreitung der Infektion in den Blutkreislauf einzuschätzen, ein Abstrich der Nabelwunde kann den auslösenden Erreger identifizieren und die gezielte Wahl des Antibiotikums unterstützen.

Behandlung

Bei einer örtlich begrenzten, milden Infektion kann eine lokale antiseptische Behandlung der Nabelwunde ausreichen. Bei Anzeichen einer ausgedehnteren oder tiefer reichenden Infektion wird eine Behandlung mit Antibiotika über die Vene im Krankenhaus notwendig, um eine weitere Ausbreitung der Infektion und eine mögliche Blutvergiftung zu verhindern. Die Behandlung wird engmaschig überwacht, da sich der Zustand bei Neugeborenen rasch verändern kann.

Verlauf und Prognose

Bei rechtzeitiger Erkennung und Behandlung heilt eine Omphalitis in den allermeisten Fällen folgenlos aus. Wird die Infektion jedoch nicht rechtzeitig erkannt oder behandelt, besteht das Risiko einer raschen Ausbreitung mit einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung, da das Immunsystem von Neugeborenen Infektionen noch weniger wirksam eingrenzen kann als das älterer Kinder. Aus diesem Grund sollten auffällige Veränderungen am Nabel eines Neugeborenen umgehend ärztlich abgeklärt werden.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Woran erkennt man eine beginnende Omphalitis?

An einer Rötung, Schwellung und Überwärmung der Haut um den Nabel sowie einem übelriechenden oder eitrigen Ausfluss aus der Nabelwunde.

Warum ist bei Neugeborenen besondere Eile geboten?

Weil sich die Infektion über die noch offene Nabelwunde rasch ausbreiten kann und das Immunsystem von Neugeborenen Infektionen weniger wirksam eingrenzen kann als bei älteren Kindern.

Reicht eine lokale Behandlung immer aus?

Nein, nur bei einer örtlich begrenzten, milden Infektion; bei Anzeichen einer tiefer reichenden Infektion ist eine Antibiotikabehandlung über die Vene im Krankenhaus notwendig.

Wie kann man einer Omphalitis vorbeugen?

Durch eine sorgfältige, trockene Pflege des Nabelstumpfes bis zu dessen vollständiger Abheilung.

Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen

Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.

Kurs finden Inhouse anfragen