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Allergie & Stoffwechsel

Neuronale Zeroidlipofuszinose

Die neuronale Zeroidlipofuszinose bezeichnet eine Gruppe seltener, erblicher Stoffwechselerkrankungen, bei denen ein angeborener Defekt bestimmter, für den normalen Abbau von Zellbestandteilen zuständiger Enzyme dazu führt, dass sich nicht abgebautes Material in Form eines charakteristischen Pigments innerhalb der Nervenzellen ansammelt, wodurch diese im Verlauf zunehmend geschädigt werden und schließlich zugrunde gehen. Diese fortschreitende Anhäufung des schädigenden Materials betrifft besonders ausgeprägt die Nervenzellen des Gehirns sowie der Netzhaut, weshalb die Erkrankung durch eine charakteristische Kombination aus fortschreitendem Sehverlust, Krampfanfällen sowie einem zunehmenden Abbau geistiger sowie motorischer Fähigkeiten gekennzeichnet ist. Die Erkrankung tritt in mehreren Untertypen auf, die sich hinsichtlich des Erkrankungsbeginns, von der frühen Kindheit bis zum Erwachsenenalter, sowie der Geschwindigkeit des Fortschreitens erheblich voneinander unterscheiden.

Ursachen

Die neuronale Zeroidlipofuszinose wird durch angeborene Veränderungen in einem von mehreren möglichen Genen verursacht, die jeweils für ein bestimmtes, am normalen Abbau von Zellbestandteilen innerhalb der Zellen beteiligtes Enzym oder eine damit verbundene Zellstruktur kodieren, wobei ein Defekt in einem dieser Gene dazu führt, dass bestimmtes, normalerweise abzubauendes Material innerhalb der Nervenzellen nicht ausreichend abgebaut werden kann und sich dort schädlich anreichert. Die Vererbung erfolgt bei den meisten Untertypen autosomal-rezessiv, sodass beide Elternteile eine unauffällige Anlageträgerschaft der veränderten Genvariante aufweisen müssen, damit ein Kind tatsächlich an der Erkrankung erkrankt. Je nachdem, welches der mehreren bekannten Gene von der Veränderung betroffen ist, ergeben sich die verschiedenen Untertypen der Erkrankung mit ihrem jeweils charakteristischen Erkrankungsbeginn sowie Verlauf.

Symptome

Die neuronale Zeroidlipofuszinose äußert sich je nach vorliegendem Untertyp durch einen Erkrankungsbeginn, der von der frühen Kindheit bis zum Erwachsenenalter reichen kann, wobei die charakteristische Symptomkombination aus einem fortschreitenden Verlust des Sehvermögens durch eine zunehmende Schädigung der Netzhaut, häufig auftretenden, schwer zu behandelnden Krampfanfällen sowie einem zunehmenden Verlust bereits erworbener geistiger sowie motorischer Fähigkeiten besteht. Bei den früh im Kindesalter beginnenden Untertypen schreitet die Erkrankung besonders rasch fort, während bei den später im Leben beginnenden Untertypen ein langsamerer, über viele Jahre verlaufender Krankheitsverlauf zu beobachten ist. Im weiteren Verlauf der Erkrankung entwickelt sich bei den meisten Betroffenen eine zunehmende Bewegungsstörung sowie ein fortschreitender Verlust der Sprach- sowie Schluckfähigkeit.

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Diagnostik

Die Diagnose der neuronalen Zeroidlipofuszinose wird durch eine Kombination aus der charakteristischen klinischen Symptomkombination sowie gezielten weiterführenden Untersuchungen gestellt, wobei eine augenärztliche Untersuchung der Netzhaut sowie eine Bildgebung des Gehirns mittels Magnetresonanztomografie charakteristische, mit der Erkrankung vereinbare Veränderungen zeigen können. Eine feingewebliche Untersuchung einer kleinen Hautprobe kann das charakteristische, sich in den Zellen ansammelnde Pigment direkt nachweisen und liefert einen wichtigen diagnostischen Hinweis. Eine gezielte genetische Untersuchung ermöglicht die endgültige Bestätigung der Diagnose sowie die genaue Bestimmung des vorliegenden Untertyps, was sowohl für die Prognoseeinschätzung als auch für die genetische Beratung betroffener Familien von großer Bedeutung ist.

Behandlung

Eine ursächliche Behandlung, die den zugrunde liegenden Enzymdefekt bei allen Untertypen der neuronalen Zeroidlipofuszinose vollständig beheben könnte, existiert bislang nicht, wobei für einen bestimmten, besonders gut erforschten Untertyp der Erkrankung in den letzten Jahren eine gezielte Enzymersatztherapie entwickelt wurde, die das Fortschreiten der Erkrankung bei diesem spezifischen Untertyp verlangsamen kann. Für die übrigen Untertypen konzentriert sich die Behandlung ausschließlich auf eine symptomatische Linderung der bestehenden Beschwerden, insbesondere eine gezielte medikamentöse Behandlung der häufig schwer zu beherrschenden Krampfanfälle sowie eine umfassende, multidisziplinäre unterstützende Betreuung, die Physiotherapie, Ergotherapie sowie Logopädie umfasst. Eine intensive psychosoziale Unterstützung betroffener Familien ist angesichts des schweren, fortschreitenden Krankheitsverlaufs von großer Bedeutung.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf der neuronalen Zeroidlipofuszinose ist bei allen Untertypen der Erkrankung chronisch fortschreitend, wobei die Geschwindigkeit des Fortschreitens sowie die zu erwartende Lebenserwartung erheblich je nach vorliegendem Untertyp variieren, von einem raschen, bereits innerhalb weniger Jahre nach Erkrankungsbeginn tödlich verlaufenden Verlauf bei den früh im Kindesalter beginnenden Formen bis zu einem deutlich langsameren, über viele Jahrzehnte verlaufenden Krankheitsverlauf bei den im Erwachsenenalter beginnenden Untertypen. Die neu entwickelte Enzymersatztherapie für den davon profitierenden spezifischen Untertyp stellt einen bedeutsamen Fortschritt dar, der bei den betroffenen Kindern das Fortschreiten der Erkrankung deutlich verlangsamen kann, ersetzt jedoch keine Heilung der zugrunde liegenden Erkrankung. Eine engmaschige, multidisziplinäre Betreuung durch ein spezialisiertes Behandlungsteam wird bei allen Untertypen dringend empfohlen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Welche drei Hauptsymptome kennzeichnen die Erkrankung?

Ein fortschreitender Verlust des Sehvermögens, häufig auftretende Krampfanfälle sowie ein zunehmender Verlust geistiger sowie motorischer Fähigkeiten.

Wodurch entsteht die Schädigung der Nervenzellen?

Durch die Ansammlung von nicht abgebautem Material, das durch einen angeborenen Enzymdefekt verursacht wird.

Gibt es eine ursächliche Behandlung?

Für die meisten Untertypen nicht, für einen bestimmten, gut erforschten Untertyp steht jedoch eine verlangsamende Enzymersatztherapie zur Verfügung.

Wie unterscheidet sich der Verlauf je nach Untertyp?

Früh im Kindesalter beginnende Formen verlaufen deutlich rascher als die selteneren, im Erwachsenenalter beginnenden Untertypen.

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