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Nervensystem & Gehirn

Neuralgische Amyotrophie (Parsonage-Turner-Syndrom)

Die neuralgische Amyotrophie, auch Parsonage-Turner-Syndrom genannt, ist eine seltene, meist die Schulter und den Arm betreffende Erkrankung des Nervengeflechts (Plexus brachialis). Charakteristisch ist ein plötzlich einsetzender, sehr starker Schulterschmerz, der nach einigen Tagen bis Wochen von einer zunehmenden Muskelschwäche der betroffenen Schulter- und Armmuskulatur abgelöst wird. Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt, eine entzündliche, teils immunvermittelte Schädigung des Nervengeflechts wird angenommen.

Ursachen

Die genaue Ursache ist unbekannt, bei einem Teil der Fälle geht der Erkrankung eine Virusinfektion, eine Impfung, eine Operation oder eine körperliche Anstrengung voraus, was auf eine immunvermittelte Entzündungsreaktion gegen das Nervengeflecht hindeutet. In seltenen Fällen liegt eine erbliche Form vor, die mit wiederholten Episoden einhergehen kann. Bei einem erheblichen Teil der Betroffenen lässt sich jedoch kein auslösender Faktor identifizieren.

Symptome

Die Erkrankung beginnt typischerweise mit einem sehr plötzlichen, oft nachts auftretenden, heftigen Schmerz in Schulter und Oberarm, der über Tage bis wenige Wochen anhält. Sobald der Schmerz nachlässt, entwickelt sich eine zunehmende Schwäche bestimmter Schulter- und Armmuskeln, die je nach betroffenem Nervenanteil unterschiedliche Muskelgruppen betreffen kann. Ein Muskelschwund der betroffenen Muskulatur kann im Verlauf sichtbar werden, gelegentlich kommen Taubheitsgefühle in Teilen des Arms hinzu.

Diagnostik

Die Diagnose stützt sich zunächst auf das charakteristische Beschwerdemuster mit plötzlichem Schmerzbeginn, gefolgt von Muskelschwäche. Eine Elektromyografie und Nervenleitgeschwindigkeitsmessung bestätigen die Schädigung bestimmter Nerven des Armnervengeflechts und helfen, das Ausmaß der Beteiligung einzuschätzen. Eine Magnetresonanztomografie der Halswirbelsäule und Schulter kann andere Ursachen wie einen Bandscheibenvorfall oder eine mechanische Nerveneinklemmung ausschließen.

Behandlung

In der akuten, sehr schmerzhaften Phase werden Schmerzmittel eingesetzt, teils ergänzt durch eine kurzzeitige Kortisonbehandlung, die den Verlauf möglicherweise etwas abkürzen kann, auch wenn ihr Nutzen nicht abschließend belegt ist. Sobald die Muskelschwäche im Vordergrund steht, unterstützt eine gezielte Physiotherapie den Erhalt der Beweglichkeit und die spätere Erholung der Muskelkraft. Eine operative Behandlung ist nur in Ausnahmefällen bei anhaltender, schwerer Funktionseinschränkung notwendig.

Verlauf und Prognose

Die Prognose ist bei den meisten Betroffenen insgesamt gut, auch wenn sich die volle Muskelkraft oft erst über Monate bis mehrere Jahre zurückbildet. Ein Teil der Betroffenen behält eine gewisse, meist geringe bleibende Schwäche oder einen Muskelschwund zurück. Bei der seltenen erblichen Form können wiederholte Episoden auftreten, die jeweils erneut behandelt und physiotherapeutisch begleitet werden müssen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Warum folgt der Muskelschwäche erst der Schmerz voraus?

Der genaue Mechanismus ist nicht vollständig verstanden, vermutlich geht die akute Entzündungsphase mit starken Schmerzen der eigentlichen, sich langsamer entwickelnden Nervenschädigung und daraus resultierenden Muskelschwäche voraus.

Wie lange dauert die Erholung?

Die volle Erholung der Muskelkraft kann Monate bis mehrere Jahre in Anspruch nehmen, wobei die meisten Betroffenen eine deutliche Besserung erfahren.

Kann die Erkrankung wiederkommen?

Bei der selteneren erblichen Form sind wiederholte Episoden möglich, bei der häufigeren, nicht erblichen Form ist ein erneutes Auftreten seltener.

Hilft eine Operation bei dieser Erkrankung?

Nur in Ausnahmefällen bei anhaltender, schwerer Funktionseinschränkung; die meisten Betroffenen werden konservativ mit Physiotherapie und Schmerzbehandlung versorgt.

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