Netzhautblutung
Eine Netzhautblutung bezeichnet den Austritt von Blut aus den feinen Gefäßen der Netzhaut in das umliegende Gewebe der Netzhautschichten. Solche Blutungen können durch verschiedene zugrunde liegende Erkrankungen der Netzhautgefäße oder des gesamten Gefäßsystems entstehen und in ihrer Ausprägung sehr unterschiedlich sein, von winzigen, punktförmigen Blutungen, die keine Beschwerden verursachen und nur bei einer augenärztlichen Untersuchung auffallen, bis hin zu ausgedehnten Blutungen, die eine plötzliche und erhebliche Beeinträchtigung der Sehschärfe verursachen können. Netzhautblutungen sind stets ein bedeutsamer Befund, der eine sorgfältige Abklärung der zugrunde liegenden Ursache erfordert, da sie häufig auf eine ernstzunehmende zugrunde liegende Gefäß- oder Netzhauterkrankung hinweisen.
Ursachen
Netzhautblutungen können durch eine Vielzahl unterschiedlicher zugrunde liegender Erkrankungen entstehen. Zu den häufigsten Ursachen zählen chronische Gefäßerkrankungen wie Diabetes mellitus, bei dem eine lang bestehende Erhöhung des Blutzuckerspiegels die feinen Netzhautgefäße schädigt, sowie ein unzureichend eingestellter Bluthochdruck, der ebenfalls zu Schäden an den empfindlichen Netzhautgefäßen führen kann. Auch ein Verschluss von Netzhautvenen oder -arterien kann zu Blutungen im betroffenen Versorgungsgebiet führen. Seltener können Blutgerinnungsstörungen, bestimmte Blutverdünnungsmedikamente oder Verletzungen des Auges eine Netzhautblutung auslösen. Bei Neugeborenen können Netzhautblutungen zudem im Zusammenhang mit dem Geburtsvorgang selbst auftreten.
Symptome
Die Symptomatik einer Netzhautblutung hängt maßgeblich von deren Lage und Ausmaß ab. Kleine, punktförmige Blutungen außerhalb der zentralen Netzhautregion verursachen häufig keine spürbaren Beschwerden und werden oft nur zufällig bei einer augenärztlichen Untersuchung entdeckt. Größere Blutungen oder solche in der Nähe der für das scharfe Sehen zentralen Netzhautregion können hingegen zu einer plötzlichen, deutlichen Sehverschlechterung, dem Wahrnehmen dunkler Flecken oder Schleier im Gesichtsfeld sowie in ausgeprägten Fällen zu einem vollständigen Sehverlust im betroffenen Bereich führen. Manche Betroffene berichten zudem über das plötzliche Wahrnehmen zahlreicher schwarzer Punkte, wenn Blut in den Glaskörperraum übertritt.
Diagnostik
Die Diagnostik erfolgt durch eine augenärztliche Untersuchung des Augenhintergrunds bei erweiterter Pupille, bei der Lage, Größe und Ausdehnung der Blutung genau beurteilt werden. Ergänzende bildgebende Untersuchungen der Netzhautschichten sowie eine Darstellung der Netzhautgefäße unterstützen die Beurteilung des Ausmaßes sowie möglicher zugrunde liegender Gefäßveränderungen. Eine internistische Abklärung, insbesondere hinsichtlich Blutzucker, Blutdruck und Blutgerinnung, ist wichtiger Bestandteil der umfassenden Diagnostik, da Netzhautblutungen häufig auf eine behandlungsbedürftige zugrunde liegende Erkrankung hinweisen.
Behandlung
Die Behandlung einer Netzhautblutung richtet sich vollständig nach der zugrunde liegenden Ursache. Bei einer diabetesbedingten Blutung steht die optimale Einstellung des Blutzuckerspiegels sowie gegebenenfalls eine gezielte augenärztliche Behandlung der geschädigten Netzhautgefäße im Vordergrund. Bei bluthochdruckbedingten Blutungen ist die konsequente Einstellung des Blutdrucks entscheidend. Kleinere Blutungen ohne zentrale Beteiligung erfordern häufig keine spezifische augenärztliche Behandlung, sondern werden im Rahmen regelmäßiger Kontrollen beobachtet. Bei ausgedehnteren Blutungen mit erheblicher Sehbeeinträchtigung können spezialisierte augenärztliche Behandlungsverfahren notwendig werden, um Komplikationen zu vermeiden und die Sehfunktion bestmöglich zu erhalten.
Verlauf und Prognose
Der Verlauf einer Netzhautblutung hängt entscheidend von deren Ursache, Ausmaß und Lokalisation sowie von der Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung ab. Kleinere Blutungen bilden sich häufig innerhalb einiger Wochen von selbst zurück, insbesondere wenn die zugrunde liegende Ursache erfolgreich behandelt wird. Bei größeren Blutungen oder wiederholtem Auftreten im Rahmen einer unzureichend kontrollierten Grunderkrankung besteht ein erhöhtes Risiko für eine bleibende Beeinträchtigung der Sehschärfe. Eine konsequente Behandlung und Kontrolle der zugrunde liegenden Erkrankung, insbesondere von Diabetes mellitus und Bluthochdruck, ist der entscheidende Faktor für eine günstige langfristige Prognose und die Vorbeugung erneuter Blutungen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Erkrankungen der Netzhaut: Ursachen, Diagnostik, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ist jede Netzhautblutung ein Notfall?
Nicht jede Blutung erfordert eine sofortige Behandlung, kleine, periphere Blutungen können unbemerkt bleiben, eine augenärztliche Abklärung ist jedoch immer sinnvoll, um die zugrunde liegende Ursache zu klären.
Welche Grunderkrankungen sind besonders häufig ursächlich?
Diabetes mellitus und unzureichend eingestellter Bluthochdruck zählen zu den häufigsten zugrunde liegenden Ursachen für Netzhautblutungen.
Bilden sich Netzhautblutungen von selbst zurück?
Kleinere Blutungen bilden sich häufig innerhalb einiger Wochen von selbst zurück, insbesondere wenn die zugrunde liegende Ursache erfolgreich behandelt wird.
Warum ist die Kontrolle des Blutzuckers so wichtig?
Ein lang bestehender, erhöhter Blutzuckerspiegel schädigt die feinen Netzhautgefäße und ist eine der häufigsten Ursachen für wiederholte Netzhautblutungen.
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