Multisystematrophie vom Parkinson-Typ (MSA-P)
Die Multisystematrophie vom Parkinson-Typ ist eine seltene, fortschreitende Erkrankung des Gehirns, bei der Nervenzellen in mehreren, für Bewegung und Kreislaufregulation zuständigen Hirnregionen zugrunde gehen. Sie gehört zur Gruppe der atypischen Parkinson-Syndrome und ähnelt in ihren frühen Symptomen der klassischen Parkinson-Krankheit, verläuft jedoch meist rascher und spricht schlechter auf die üblichen Parkinson-Medikamente an.
Veröffentlicht: 7. Sep. 2026 · Redaktion: Personal Paramedic e.K.
Ursachen
Die genaue Ursache der Erkrankung ist nicht bekannt. Man geht davon aus, dass sich ein körpereigenes Eiweiß namens Alpha-Synuklein in bestimmten Stützzellen des Nervensystems in abnormer Form ablagert und dadurch Nervenzellen in mehreren Hirnregionen absterben lässt. Im Unterschied zur klassischen Parkinson-Krankheit sind bei der Multisystematrophie neben den für die Bewegungssteuerung wichtigen Regionen zusätzlich Bereiche betroffen, die den Blutdruck und andere unwillkürliche Körperfunktionen regeln.
Symptome
Im Vordergrund stehen eine zunehmende Muskelsteifheit, verlangsamte Bewegungen und Gleichgewichtsprobleme, ähnlich wie bei der Parkinson-Krankheit, wobei ein Zittern in Ruhe seltener und weniger ausgeprägt ist. Charakteristisch ist zusätzlich eine frühzeitige Störung des vegetativen Nervensystems mit starkem Blutdruckabfall beim Aufstehen, Blasenentleerungsstörungen und erektiler Dysfunktion bei Männern. Im Verlauf können zusätzlich Sprech- und Schluckstörungen sowie eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit hinzukommen.
Diagnostik
Die Diagnose stützt sich auf die charakteristische Kombination aus Parkinson-ähnlichen Bewegungsstörungen und einer frühen, ausgeprägten Störung des vegetativen Nervensystems, die bei der klassischen Parkinson-Krankheit erst deutlich später auftritt. Eine Magnetresonanztomografie des Gehirns kann typische, wenn auch nicht bei allen Betroffenen vorhandene strukturelle Veränderungen zeigen. Eine Kipptischuntersuchung zur Prüfung der Blutdruckregulation sowie das häufig nur schwache oder ausbleibende Ansprechen auf Levodopa liefern zusätzliche diagnostische Hinweise.
Behandlung
Eine ursächliche Behandlung, die das Fortschreiten der Erkrankung aufhält, existiert bisher nicht. Levodopa und andere Parkinson-Medikamente werden dennoch versucht, da ein Teil der Betroffenen zumindest zeitweise und teilweise davon profitiert. Der Blutdruckabfall beim Aufstehen wird durch Kompressionsstrümpfe, ausreichende Flüssigkeits- und Salzzufuhr sowie bei Bedarf durch Medikamente behandelt, Blasenentleerungsstörungen werden gezielt urologisch mitbehandelt.
Verlauf und Prognose
Die Multisystematrophie vom Parkinson-Typ schreitet in der Regel deutlich rascher fort als die klassische Parkinson-Krankheit, mit zunehmender Pflegebedürftigkeit meist innerhalb weniger Jahre nach den ersten Symptomen. Die Lebenserwartung ist im Vergleich zur Parkinson-Krankheit verkürzt. Eine frühzeitige, interdisziplinäre Betreuung durch Neurologie, Physiotherapie, Logopädie und Urologie kann die Lebensqualität trotz des fortschreitenden Verlaufs deutlich verbessern.
Weiterführende Informationen der Organisation
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Häufige Fragen
Wie unterscheidet sich MSA-P von der klassischen Parkinson-Krankheit?
Vor allem durch die frühe, ausgeprägte Störung des vegetativen Nervensystems, das rasch fortschreitendere Voranschreiten und das meist schwächere Ansprechen auf Levodopa.
Warum fallen manche Betroffene beim Aufstehen fast in Ohnmacht?
Weil das vegetative Nervensystem den Blutdruck bei Lagewechsel nicht mehr ausreichend regulieren kann, was zu einem starken Blutdruckabfall führt.
Kann man die Erkrankung aufhalten?
Eine ursächliche Behandlung existiert bisher nicht, symptomatische Maßnahmen können die Beschwerden jedoch lindern und die Lebensqualität verbessern.
Hilft Levodopa bei MSA-P genauso gut wie bei Parkinson?
In der Regel nicht, das Ansprechen ist meist schwächer und weniger anhaltend als bei der klassischen Parkinson-Krankheit, ein Versuch wird dennoch häufig unternommen.
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