Funikulozele
Eine Funikulozele ist eine gutartige, flüssigkeitsgefüllte Zyste entlang des Samenstrangs, die entsteht, wenn sich ein Rest der während der Kindheitsentwicklung normalerweise verschlossenen Bauchfellausstülpung (Processus vaginalis) mit Flüssigkeit füllt. Sie kann sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen auftreten und wird häufig zufällig entdeckt.
Veröffentlicht: 7. Sep. 2026 · Redaktion: Personal Paramedic e.K.
Ursachen
Beim ungeborenen Kind wandert der Hoden aus dem Bauchraum durch den Leistenkanal in den Hodensack, begleitet von einer schlauchförmigen Ausstülpung des Bauchfells, die sich normalerweise nach der Geburt vollständig verschließt. Verschließt sich dieser Kanal nur teilweise, kann sich in einem isolierten Abschnitt entlang des Samenstrangs Flüssigkeit ansammeln und eine Funikulozele bilden. Bei Erwachsenen können ähnliche Zysten auch unabhängig von dieser embryonalen Fehlbildung entstehen, etwa nach Verletzungen oder Entzündungen im Leistenbereich.
Symptome
Die Funikulozele zeigt sich meist als schmerzlose, prall-elastische, gut abgrenzbare Schwellung entlang des Samenstrangs oberhalb des Hodens, die bei Kindern gelegentlich zufällig von den Eltern bemerkt wird. Im Unterschied zu einem Leistenbruch lässt sich die Schwellung meist nicht in den Bauchraum zurückdrücken und verändert sich in der Regel nicht beim Husten oder Pressen. Nur bei deutlicher Größe kann die Schwellung ein Spannungsgefühl oder leichte Beschwerden beim Sitzen oder bei körperlicher Aktivität verursachen.
Diagnostik
Die körperliche Untersuchung mit Abtasten der Schwellung liefert bereits wichtige Hinweise, insbesondere die Abgrenzung zu einem Leistenbruch. Eine Ultraschalluntersuchung des Leisten- und Hodensackbereichs bestätigt die Diagnose zuverlässig, indem sie die flüssigkeitsgefüllte Zyste entlang des Samenstrangs direkt darstellt und einen möglichen Leistenbruch oder andere Ursachen für die Schwellung ausschließt.
Behandlung
Eine kleine, beschwerdefreie Funikulozele muss in der Regel nicht behandelt werden und wird lediglich in regelmäßigen Abständen kontrolliert, da sie sich bei Kindern mitunter im Laufe des Wachstums von selbst zurückbildet. Verursacht die Zyste deutliche Beschwerden, wächst sie beständig oder besteht Unsicherheit bezüglich der Diagnose, wird sie operativ entfernt, wobei der verbliebene Rest des embryonalen Bauchfellkanals vollständig verschlossen wird.
Verlauf und Prognose
Die Funikulozele ist eine gutartige Veränderung ohne bösartiges Entartungsrisiko. Bei Kindern bildet sich ein Teil der kleinen Zysten im Laufe der ersten Lebensjahre von selbst zurück, weshalb bei fehlenden Beschwerden oft zunächst abgewartet wird. Nach einer operativen Entfernung ist die Prognose sehr gut, mit einem geringen Risiko für ein erneutes Auftreten.
Weiterführende Informationen der Organisation
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Die verlinkten Angebote sind allgemeine Informationsquellen der jeweiligen Organisation, kein Einzelbeleg für jede Aussage dieses Artikels. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wie unterscheidet sich eine Funikulozele von einem Leistenbruch?
Im Unterschied zum Leistenbruch lässt sich die Schwellung bei der Funikulozele meist nicht in den Bauchraum zurückdrücken und verändert sich in der Regel nicht beim Husten oder Pressen.
Muss eine Funikulozele bei Kindern immer operiert werden?
Nein, kleine, beschwerdefreie Zysten werden häufig zunächst nur beobachtet, da sie sich bei einem Teil der Kinder im Laufe des Wachstums von selbst zurückbilden.
Ist eine Funikulozele gefährlich?
Nein, es handelt sich um eine gutartige Veränderung ohne bösartiges Entartungsrisiko.
Wie sicher ist die Diagnose per Ultraschall?
Sehr sicher, die Ultraschalluntersuchung stellt die flüssigkeitsgefüllte Zyste in der Regel eindeutig dar und kann einen Leistenbruch zuverlässig ausschließen.
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