Prostataabszess
Ein Prostataabszess ist eine abgekapselte Eiteransammlung innerhalb der Prostata (Vorsteherdrüse), die meist als Komplikation einer bakteriellen Prostataentzündung entsteht. Er ist eine seltene, aber ernste Erkrankung, die unbehandelt zu einer lebensbedrohlichen Ausbreitung der Infektion im Körper führen kann.
Veröffentlicht: 7. Sep. 2026 · Redaktion: Personal Paramedic e.K.
Ursachen
In den meisten Fällen entsteht der Prostataabszess als Komplikation einer nicht ausreichend oder zu spät behandelten akuten bakteriellen Prostataentzündung, bei der sich Bakterien aus den Harnwegen in das Prostatagewebe ausbreiten. Ein erhöhtes Risiko besteht bei Männern mit Diabetes, einem geschwächten Immunsystem, einem Harnwegskatheter oder nach vorausgegangenen urologischen Eingriffen an der Prostata. Auch eine unbehandelte Blasenentleerungsstörung, die den Harnabfluss erschwert, kann das Risiko erhöhen.
Symptome
Typisch sind hohes Fieber mit Schüttelfrost, starke Schmerzen im Damm- und Beckenbereich sowie Schmerzen beim Wasserlassen, die sich im Vergleich zu einer einfachen Prostataentzündung deutlich verschlechtern oder trotz begonnener Antibiotikabehandlung nicht bessern. Häufig kommt es zusätzlich zu Schwierigkeiten beim Wasserlassen bis hin zum vollständigen Harnverhalt sowie einem ausgeprägten allgemeinen Krankheitsgefühl. Manche Betroffene bemerken zudem Schmerzen beim Stuhlgang durch die Nähe der Prostata zum Enddarm.
Diagnostik
Bei anhaltendem Fieber und starken Beschwerden trotz Antibiotikabehandlung einer Prostataentzündung wird gezielt nach einem Abszess gesucht. Eine Ultraschalluntersuchung über den Enddarm (transrektaler Ultraschall) oder eine Computertomografie können die abgekapselte Eiteransammlung innerhalb der Prostata direkt darstellen. Bluttests zeigen typischerweise stark erhöhte Entzündungswerte, eine Urinuntersuchung und eine Blutkultur helfen, den auslösenden Erreger zu identifizieren.
Behandlung
Die Behandlung besteht aus einer intensiven, meist zunächst über die Vene verabreichten Antibiotikabehandlung, die gezielt gegen den nachgewiesenen Erreger gerichtet wird. Bei größeren Abszessen reicht die Antibiotikabehandlung allein oft nicht aus, sodass der Eiter zusätzlich durch eine Punktion oder Drainage, meist über den Enddarm oder den Damm, abgeleitet werden muss. Bei begleitendem Harnverhalt wird vorübergehend ein Blasenkatheter, bevorzugt über die Bauchdecke, zur Harnableitung gelegt.
Verlauf und Prognose
Bei rechtzeitiger Diagnose und konsequenter Behandlung mit Antibiotika und, falls notwendig, einer Drainage heilt der Prostataabszess bei den meisten Betroffenen folgenlos aus. Wird die Erkrankung zu spät erkannt oder unzureichend behandelt, besteht die Gefahr einer Ausbreitung der Infektion in den Blutkreislauf mit einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung (Sepsis). Nach ausgeheiltem Abszess wird eine urologische Nachkontrolle empfohlen, um eine mögliche zugrunde liegende Blasenentleerungsstörung zu erkennen und zu behandeln.
Weiterführende Informationen der Organisation
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Häufige Fragen
Woran erkennt man, dass eine Prostataentzündung sich zum Abszess entwickelt?
Vor allem daran, dass Fieber und starke Schmerzen trotz begonnener Antibiotikabehandlung nicht besser werden oder sich sogar verschlechtern.
Reicht Antibiotika allein zur Behandlung aus?
Bei kleineren Abszessen manchmal ja, bei größeren Eiteransammlungen ist zusätzlich eine Drainage notwendig, damit der Eiter abfließen kann.
Ist ein Prostataabszess lebensgefährlich?
Unbehandelt kann sich die Infektion in den Blutkreislauf ausbreiten und eine lebensbedrohliche Blutvergiftung verursachen, weshalb eine rasche Behandlung wichtig ist.
Warum wird nach der Ausheilung eine Nachkontrolle empfohlen?
Um eine mögliche zugrunde liegende Blasenentleerungsstörung zu erkennen, die das Risiko für eine erneute Infektion erhöhen könnte.
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