Multiresistente Tuberkulose (MDR-TB)
Die Tuberkulose wird durch Mykobakterien verursacht und in der Regel mit einer Kombination mehrerer Antibiotika über mehrere Monate behandelt. Bei der multiresistenten Tuberkulose, kurz MDR-TB, sind die Erreger gegen mindestens Isoniazid und Rifampicin, die wichtigsten Erstrangmedikamente, unempfindlich. Diese Form ist schwerer zu behandeln, erfordert Ausweichmedikamente mit mehr Nebenwirkungen und eine sorgfältige Betreuung durch erfahrene Fachleute.
Ursachen
Resistenzen entstehen vor allem, wenn eine Tuberkulose nicht konsequent oder nicht mit der richtigen Medikamentenkombination behandelt wird, etwa bei unregelmäßiger Einnahme, zu kurzer Behandlung oder Medikamentenmangel. Zusätzlich können resistente Stämme direkt von Mensch zu Mensch über Tröpfchen beim Husten übertragen werden. Häufiger ist die Erkrankung in Regionen mit hoher Tuberkulose- und Resistenzrate sowie bei Menschen mit früherer Tuberkulosebehandlung oder Kontakt zu Erkrankten.
Symptome
Die Beschwerden entsprechen denen der gewöhnlichen Tuberkulose: über Wochen anhaltender Husten, teils mit blutigem Auswurf, Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust, Müdigkeit und Brustschmerzen. Auch andere Organe können betroffen sein. Wer diese Beschwerden hat, sollte ärztlichen Rat einholen, besonders nach Kontakt mit einem Erkrankten.
Diagnostik
Zum Nachweis werden Auswurf oder andere Proben mikroskopisch, mit Gentests und in Kulturen untersucht. Schnelle Gentests können bereits eine Resistenz gegen Rifampicin anzeigen, die Kultur mit Resistenztest bestätigt das genaue Resistenzmuster. Ein Röntgenbild oder eine Computertomographie der Lunge zeigt das Ausmaß der Erkrankung. Kontaktpersonen werden untersucht.
Behandlung
Die Therapie erfolgt mit einer Kombination von Zweitrangmedikamenten, für die je nach Resistenzmuster und Schweregrad verschiedene, teils kürzere Behandlungsschemata zur Verfügung stehen, und dauert oft neun bis zwanzig Monate. Neuere Wirkstoffe haben die Aussichten verbessert. Behandelt wird in spezialisierten Zentren, anfangs oft stationär mit Isolierung, um Ansteckung zu vermeiden. Nebenwirkungen und Blutwerte werden regelmäßig kontrolliert.
Verlauf und Prognose
Bei konsequenter, vollständiger Behandlung ist die multiresistente Tuberkulose in vielen Fällen heilbar, die Erfolgsquote ist aber niedriger und die Therapie belastender als bei der gewöhnlichen Tuberkulose. Ein Abbruch der Behandlung kann zu weiteren Resistenzen führen. Wichtig sind die Begleitung durch Fachleute, Unterstützung bei der regelmäßigen Einnahme und die Untersuchung von Kontaktpersonen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Tuberkulose: Ursachen, Diagnostik, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Was bedeutet multiresistent bei Tuberkulose?
Die Erreger sind mindestens gegen Isoniazid und Rifampicin, die beiden wichtigsten Erstrangmedikamente, unempfindlich.
Wie kommt es zu Resistenzen?
Meist durch unregelmäßige oder unvollständige Behandlung, oder durch Ansteckung mit einem bereits resistenten Stamm.
Ist die Erkrankung heilbar?
Ja, in vielen Fällen bei konsequenter, vollständiger Behandlung, die aber länger dauert und mehr Nebenwirkungen hat.
Warum ist die Einnahme der Medikamente so wichtig?
Weil eine unvollständige Behandlung neue Resistenzen begünstigt und die Heilungschancen verschlechtert.
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