Mononukleose (Pfeiffersches Drüsenfieber)
Die infektiöse Mononukleose, auch Pfeiffersches Drüsenfieber genannt, wird durch das Epstein-Barr-Virus verursacht und ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Eine Infektion im Kindesalter verläuft meist unbemerkt oder mild, während sie bei Jugendlichen und Erwachsenen häufiger zu einer ausgeprägten, langwierigen Erkrankung mit erheblicher Erschöpfung führt.
Ursachen
Das Epstein-Barr-Virus wird hauptsächlich über den Speichel übertragen, weshalb die Erkrankung umgangssprachlich auch als „Kusskrankheit" bezeichnet wird, auch wenn eine Übertragung ebenso über gemeinsam genutzte Trinkgefäße oder engen Kontakt erfolgen kann. Nach der Erstinfektion verbleibt das Virus lebenslang in einer inaktiven Form im Körper, ohne bei den meisten Menschen weitere Beschwerden zu verursachen.
Symptome
Kennzeichnend ist eine Kombination aus starken Halsschmerzen mit belegten Mandeln, hohem Fieber, deutlich geschwollenen Lymphknoten, besonders am Hals, sowie einer oft ausgeprägten, wochenlang anhaltenden Erschöpfung. Bei einem Teil der Betroffenen ist zusätzlich die Milz vergrößert, was das Risiko einer Milzverletzung bei Kontaktsport in der akuten Krankheitsphase erhöht. Die starke, lang anhaltende Müdigkeit ist für viele Betroffene das belastendste Symptom.
Diagnostik
Ein typisches Blutbild mit einer erhöhten Zahl bestimmter, veränderter weißer Blutkörperchen sowie ein spezifischer Antikörpertest (Heterophile-Antikörper-Test, auch Mononukleose-Schnelltest genannt) stützen die Diagnose. Bei unklaren Fällen oder zur genaueren Bestätigung können zusätzlich spezifische Antikörper gegen das Epstein-Barr-Virus im Blut bestimmt werden. Eine Untersuchung der Milzgröße per Ultraschall ist sinnvoll, wenn Sport oder körperliche Belastung geplant sind.
Behandlung
Es gibt keine ursächliche, gegen das Virus gerichtete Behandlung; im Vordergrund stehen ausreichende Ruhe, Schmerz- und Fiebersenkung sowie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Bestimmte Antibiotika, insbesondere aus der Gruppe der Aminopenicilline, sollten vermieden werden, da sie bei einer bestehenden Mononukleose häufig einen ausgeprägten Hautausschlag auslösen. Bei stark vergrößerten Mandeln mit drohender Atemwegsverlegung kann kurzfristig Kortison eingesetzt werden.
Verlauf und Vorbeugung
Die akuten Beschwerden klingen meist innerhalb von zwei bis vier Wochen ab, die begleitende Erschöpfung kann jedoch deutlich länger, teils über mehrere Monate anhalten. Wegen des Risikos einer Milzruptur wird von Kontaktsport und schwerer körperlicher Anstrengung für mehrere Wochen abgeraten, bis sich eine vergrößerte Milz normalisiert hat. Da eine spezifische Impfung nicht zur Verfügung steht, lässt sich einer Ansteckung vor allem durch Vermeiden von engem Speichelkontakt in der akuten Krankheitsphase anderer vorbeugen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Mononukleose (Pfeiffersches Drüsenfieber): Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Warum sollte man bei Mononukleose auf Sport verzichten?
Wegen des Risikos einer vergrößerten, verletzlicheren Milz, die bei Kontaktsport oder starker Belastung reißen kann, was ein Notfall wäre.
Warum verursachen manche Antibiotika einen Ausschlag?
Bei bestehender Mononukleose reagiert der Körper auf bestimmte Antibiotika, insbesondere Aminopenicilline, häufig mit einem ausgeprägten, aber meist ungefährlichen Hautausschlag, dessen genauer Mechanismus nicht vollständig verstanden ist.
Wie lange dauert die Erschöpfung nach der akuten Erkrankung?
Sie kann bei einem Teil der Betroffenen mehrere Wochen bis Monate anhalten, deutlich länger als die eigentlichen akuten Beschwerden wie Fieber und Halsschmerzen.
Ist Mononukleose hochansteckend?
Weniger als viele andere Infektionen, da die Übertragung meist engen Speichelkontakt erfordert; ein Großteil der erwachsenen Bevölkerung hat die Infektion bereits im Kindesalter unbemerkt durchgemacht.
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