Mikroskopische Kolitis
Die mikroskopische Kolitis ist eine chronisch entzündliche Darmerkrankung, die anders als Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa bei der Darmspiegelung meist keine sichtbaren Veränderungen der Schleimhaut zeigt. Erst die feingewebliche Untersuchung von Gewebeproben unter dem Mikroskop deckt die zugrunde liegende Entzündung auf, was der Erkrankung ihren Namen gibt. Sie ist eine häufige, oft übersehene Ursache chronischer, wässriger Durchfälle, besonders bei älteren Frauen.
Ursachen
Die genaue Ursache ist unbekannt, diskutiert wird eine fehlgeleitete Immunreaktion in der Darmschleimhaut, möglicherweise ausgelöst oder unterhalten durch bestimmte Medikamente. Ein Zusammenhang wurde insbesondere mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln, Protonenpumpenhemmern und manchen Antidepressiva beschrieben. Auch Rauchen und bestimmte Autoimmunerkrankungen wie Schilddrüsenerkrankungen oder Zöliakie treten gehäuft gemeinsam mit einer mikroskopischen Kolitis auf.
Symptome
Das Leitsymptom ist ein chronischer, wässriger, nicht blutiger Durchfall, der über Wochen bis Monate anhält und häufig auch nachts auftritt. Begleitend können Bauchkrämpfe, ungewollter Gewichtsverlust und ein Gefühl von Stuhldrang auftreten. Die Beschwerden können in Schüben verlaufen oder über lange Zeit konstant bestehen und werden wegen des unauffälligen Aussehens der Darmschleimhaut oft zunächst als Reizdarmsyndrom fehlgedeutet.
Diagnostik
Da die Darmschleimhaut bei der Spiegelung meist normal aussieht, ist die gezielte Entnahme mehrerer Gewebeproben aus verschiedenen Darmabschnitten während der Darmspiegelung entscheidend, auch wenn kein sichtbarer Befund vorliegt. Die feingewebliche Untersuchung zeigt dann das charakteristische entzündliche Muster, das die zwei Hauptformen der Erkrankung, die kollagene und die lymphozytäre Kolitis, unterscheidet. Andere Ursachen chronischen Durchfalls werden parallel ausgeschlossen.
Behandlung
Das Medikament Budesonid, ein lokal wirkendes Kortisonpräparat, ist die wirksamste Behandlung und bringt bei den meisten Betroffenen die Beschwerden innerhalb weniger Wochen zum Abklingen. Verdächtige Medikamente sollten nach Möglichkeit abgesetzt oder ersetzt werden, ebenso wird zum Rauchstopp geraten. Bei einem Teil der Betroffenen kehren die Beschwerden nach Absetzen der Behandlung zurück, sodass eine niedriger dosierte Erhaltungstherapie notwendig werden kann.
Verlauf und Prognose
Die mikroskopische Kolitis verläuft insgesamt gutartig und führt, anders als Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, nicht zu einer bleibenden Schädigung des Darms oder zu einem erhöhten Krebsrisiko. Bei vielen Betroffenen bessern sich die Beschwerden dauerhaft nach Behandlung oder klingen im Verlauf der Zeit spontan ab, ein Teil erlebt jedoch wiederkehrende Episoden, die eine erneute oder dauerhafte Behandlung erfordern.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Mikroskopische Kolitis: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Warum sieht die Darmspiegelung normal aus, obwohl eine Entzündung besteht?
Weil sich die Entzündung bei dieser Erkrankung auf mikroskopischer Ebene im Gewebe abspielt, ohne die Schleimhautoberfläche sichtbar zu verändern.
Ist mikroskopische Kolitis gefährlich?
Sie verläuft im Vergleich zu Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa deutlich gutartiger und erhöht nicht das Risiko für Darmkrebs, kann die Lebensqualität durch den Durchfall aber erheblich einschränken.
Welche Medikamente sollten bei Verdacht überprüft werden?
Insbesondere entzündungshemmende Schmerzmittel, Protonenpumpenhemmer und manche Antidepressiva stehen im Verdacht, die Erkrankung auszulösen oder zu unterhalten.
Kehrt die Erkrankung nach erfolgreicher Behandlung zurück?
Bei einem Teil der Betroffenen ja, weshalb manche eine niedrig dosierte Erhaltungstherapie benötigen, um beschwerdefrei zu bleiben.
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