Meckel-Divertikel
Das Meckel-Divertikel ist eine angeborene, sackförmige Ausstülpung der Dünndarmwand, die als Überbleibsel eines embryonalen Verbindungsgangs zwischen Darm und Nabelschnur entsteht. Es handelt sich um die häufigste angeborene Fehlbildung des Magen-Darm-Trakts, wobei die meisten Betroffenen ihr Leben lang keinerlei Beschwerden bemerken.
Ursachen
Beim ungeborenen Kind besteht vorübergehend eine Verbindung zwischen Dünndarm und Dottersack, die sich normalerweise vollständig zurückbildet. Bildet sich dieser Gang nicht komplett zurück, bleibt ein blind endender Darmausstülpung, das Meckel-Divertikel, in der Dünndarmwand bestehen. In der Wand des Divertikels kann sich zusätzlich versprengtes Magenschleimhaut- oder Bauchspeicheldrüsengewebe befinden, das für einen Teil der möglichen Komplikationen verantwortlich ist.
Symptome
Die meisten Betroffenen bleiben lebenslang beschwerdefrei und das Meckel-Divertikel wird oft zufällig bei einer Untersuchung aus anderem Grund entdeckt. Kommt es zu Komplikationen, äußern sich diese meist bei Kindern in den ersten Lebensjahren durch schmerzlose, teils erhebliche Blutungen aus dem After, die durch Magensäure aus versprengtem Magenschleimhautgewebe verursacht werden. Seltener kommt es zu einer Entzündung des Divertikels mit Bauchschmerzen, die einer Blinddarmentzündung ähneln kann, oder zu einem Darmverschluss.
Diagnostik
Bei unklaren, wiederkehrenden Darmblutungen im Kindesalter wird gezielt mit einer speziellen nuklearmedizinischen Untersuchung (Meckel-Szintigrafie) nach versprengtem Magenschleimhautgewebe im Divertikel gesucht, das sich mit dieser Methode gut darstellen lässt. Eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraums oder eine Computertomografie kann bei Verdacht auf eine Entzündung oder einen Darmverschluss zusätzliche Hinweise liefern. Häufig wird die Diagnose jedoch erst während einer Operation wegen unklarer Bauchschmerzen gestellt.
Behandlung
Ein zufällig entdecktes, beschwerdefreies Meckel-Divertikel muss in der Regel nicht behandelt werden. Verursacht es jedoch Blutungen, eine Entzündung oder einen Darmverschluss, wird es operativ entfernt, wobei je nach Ausdehnung entweder nur das Divertikel selbst oder ein kurzes Stück des angrenzenden Dünndarms herausgeschnitten wird. Der Eingriff kann sowohl offen als auch minimalinvasiv (laparoskopisch) durchgeführt werden.
Verlauf und Prognose
Die überwiegende Mehrheit der Menschen mit einem Meckel-Divertikel entwickelt zeitlebens keine Beschwerden und benötigt keine Behandlung. Kommt es zu einer Komplikation, ist die operative Entfernung meist sehr erfolgreich und führt zu einer vollständigen Ausheilung ohne bleibende Folgen. Das Risiko für Komplikationen ist im frühen Kindesalter am höchsten und nimmt mit zunehmendem Alter deutlich ab.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Meckel-Divertikel: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Muss ein zufällig entdecktes Meckel-Divertikel entfernt werden?
Nein, ist es beschwerdefrei, wird in der Regel keine Behandlung benötigt, es sei denn, es liegen zusätzliche Risikofaktoren vor, die im Einzelfall ärztlich abgewogen werden.
Warum verursacht das Divertikel manchmal Blutungen?
Weil sich in seiner Wand versprengtes, säureproduzierendes Magenschleimhautgewebe befinden kann, das die angrenzende Dünndarmschleimhaut reizt und zu Blutungen führt.
Wie häufig ist das Meckel-Divertikel?
Es gilt als die häufigste angeborene Fehlbildung des Magen-Darm-Trakts, wobei die genaue Häufigkeit in der Bevölkerung nur schwer zu beziffern ist, da die meisten Fälle unentdeckt bleiben.
Ist eine Operation gefährlich?
Die operative Entfernung bei Komplikationen gilt als gut beherrschbarer Eingriff mit in aller Regel guter Heilungsaussicht.
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