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Haut & Hautkrankheiten

Lichen nitidus

Der Lichen nitidus bezeichnet eine seltene, gutartige entzündliche Hauterkrankung, die durch das Auftreten zahlreicher, sehr kleiner, stecknadelkopfgroßer, glänzender Papeln gekennzeichnet ist, die überwiegend hautfarben bis leicht bräunlich erscheinen und sich bevorzugt an den Beugeseiten der Arme, am Rumpf sowie im Genitalbereich finden. Die Erkrankung tritt überwiegend bei Kindern sowie jungen Erwachsenen auf und wird gelegentlich als eine besondere, kleinherdige Variante des verwandten Lichen ruber planus diskutiert, unterscheidet sich von diesem jedoch durch die deutlich kleineren, glänzenden Papeln sowie einen überwiegend milderen, häufig unbemerkt bleibenden Verlauf. Der Lichen nitidus verursacht bei den meisten Betroffenen keine oder nur geringe Beschwerden und heilt bei der überwiegenden Mehrheit im Verlauf von selbst wieder ab.

Ursachen

Die genaue Ursache des Lichen nitidus ist nicht abschließend geklärt, wobei eine lokale, überschießende immunologische Entzündungsreaktion der Haut als zugrunde liegender Mechanismus angenommen wird, bei der sich in der Haut kleine, herdförmige Ansammlungen bestimmter Abwehrzellen bilden, die die charakteristischen kleinen, glänzenden Papeln verursachen. Ein Zusammenhang mit dem strukturell sowie feingeweblich verwandten Lichen ruber planus wird diskutiert, wobei der Lichen nitidus als eine eigenständige, kleinherdige Variante mit überwiegend milderem Verlauf verstanden wird. Ein auslösender äußerer Faktor, etwa ein bestimmtes Medikament oder eine vorausgegangene Infektion, lässt sich bei der Mehrheit der Betroffenen nicht identifizieren.

Symptome

Der Lichen nitidus zeigt sich durch das Auftreten zahlreicher, sehr kleiner, stecknadelkopfgroßer, glänzender Papeln, die überwiegend hautfarben bis leicht bräunlich erscheinen und sich bevorzugt gruppiert an den Beugeseiten der Arme, am Rumpf, im Genitalbereich sowie gelegentlich an den Handflächen und Fußsohlen finden. Die betroffenen Hautareale verursachen bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen keine oder allenfalls einen geringen Juckreiz, sodass die Erkrankung von vielen Betroffenen zunächst gar nicht bemerkt wird und häufig erst bei einer routinemäßigen körperlichen Untersuchung auffällt. Bei mechanischer Reizung der betroffenen Hautareale, etwa durch Kratzen oder Reibung, können sich die kleinen Papeln entlang der gereizten Hautlinie neu anordnen, was als ein für entzündliche Hauterkrankungen charakteristisches Phänomen bekannt ist.

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Diagnostik

Die Diagnose des Lichen nitidus wird überwiegend klinisch anhand des charakteristischen Erscheinungsbildes der zahlreichen, sehr kleinen, glänzenden Papeln gestellt, wobei eine Lupenuntersuchung der betroffenen Hautareale die feinen, charakteristischen Oberflächenmerkmale der einzelnen Papeln zusätzlich verdeutlichen kann. Bei unklarem oder untypischem Erscheinungsbild kann eine Gewebeprobe der betroffenen Haut zur endgültigen Diagnosesicherung sowie zur Abgrenzung von dem verwandten Lichen ruber planus sowie anderen, ähnlich erscheinenden Hauterkrankungen entnommen werden, wobei sich hierbei das charakteristische, kleinherdige Entzündungsmuster der Erkrankung zeigt.

Behandlung

Da der Lichen nitidus bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen keine oder nur geringe Beschwerden verursacht und zu einer spontanen Rückbildung neigt, ist häufig keine spezifische Behandlung notwendig, sondern eine abwartende Verlaufsbeobachtung ausreichend. Bei bestehendem, störendem Juckreiz können örtlich aufgetragene, entzündungshemmende Präparate zur Linderung der Beschwerden eingesetzt werden, wobei diese Behandlung überwiegend symptomatisch wirkt. In selteneren, ausgedehnteren oder länger anhaltenden Fällen kann eine gezielte Lichttherapie mit ultraviolettem Licht als weiterführende Behandlungsoption erwogen werden.

Verlauf und Prognose

Die Prognose des Lichen nitidus ist sehr gut, da die Erkrankung bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen innerhalb von Monaten bis wenigen Jahren spontan und folgenlos wieder abheilt, ohne bleibende Narben oder sonstige dauerhafte Hautveränderungen zu hinterlassen. Ein chronisch-anhaltender Verlauf über viele Jahre wird nur bei einem kleinen Teil der Betroffenen beobachtet, wobei auch in diesen Fällen die Erkrankung überwiegend gutartig bleibt und keine ernsthafte gesundheitliche Bedrohung darstellt. Eine regelmäßige Verlaufskontrolle wird empfohlen, um den natürlichen, überwiegend spontan rückläufigen Krankheitsverlauf zu begleiten und bei Bedarf eine symptomatische Behandlung anzupassen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Wie sehen die charakteristischen Hautveränderungen aus?

Zahlreiche sehr kleine, stecknadelkopfgroße, glänzende, überwiegend hautfarbene Papeln.

Verursacht die Erkrankung starke Beschwerden?

Nein, bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen bestehen keine oder nur geringe Beschwerden.

Wie steht die Erkrankung zum Lichen ruber planus in Verbindung?

Sie wird als eine eigenständige, kleinherdige Variante mit überwiegend milderem Verlauf diskutiert.

Heilt der Lichen nitidus von selbst ab?

Ja, bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen innerhalb von Monaten bis wenigen Jahren spontan und folgenlos.

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