Lagophthalmus (unvollständiger Lidschluss)
Der Lagophthalmus bezeichnet die Unfähigkeit, ein oder beide Augen vollständig zu schließen, wodurch ein Teil der Augenoberfläche auch während des Lidschlusses sowie insbesondere während des Schlafes ungeschützt bleibt. Diese Erkrankung entsteht am häufigsten als Folge einer Lähmung des Gesichtsnervs, der die für den Lidschluss verantwortliche Muskulatur versorgt, kann jedoch auch durch andere, mechanische Ursachen entstehen. Ein anhaltender Lagophthalmus stellt einen ernstzunehmenden Zustand dar, da die dauerhaft ungeschützte Augenoberfläche austrocknen sowie schwerwiegende Hornhautschäden entwickeln kann.
Veröffentlicht: 16. Sep. 2026 · Redaktion: Personal Paramedic e.K.
Ursachen
Der Lagophthalmus entsteht am häufigsten durch eine Lähmung des Gesichtsnervs, insbesondere im Rahmen einer Fazialisparese, bei der die für den Lidschluss verantwortliche Muskulatur ausfällt. Weitere Ursachen umfassen ein ausgeprägtes Ektropium mit gestörter Lidanlage, eine narbige Verkürzung des Augenlides nach einer Verletzung oder Operation sowie ein hervortretender Augapfel, etwa im Rahmen einer Schilddrüsenüberfunktion, der den vollständigen Lidschluss mechanisch behindert.
Symptome
Der Lagophthalmus äußert sich durch einen sichtbar unvollständigen Lidschluss, bei dem ein Teil der Augenoberfläche auch beim Versuch, das Auge zu schließen, freiliegt. Diese ungeschützte Augenoberfläche trocknet zunehmend aus, wodurch ein Fremdkörpergefühl, Rötung, Brennen sowie eine erhöhte Lichtempfindlichkeit entstehen. Insbesondere während des Schlafes, wenn der bewusste Lidschluss fehlt, ist die Austrocknung sowie Reizung der Augenoberfläche besonders ausgeprägt.
Diagnostik
Die Diagnose des Lagophthalmus wird durch eine klinische Untersuchung mit Beurteilung des Lidschlusses gestellt, bei der das Ausmaß der verbleibenden Lidspalte beim Versuch, das Auge vollständig zu schließen, gemessen wird. Eine augenärztliche Untersuchung der Hornhautoberfläche mittels Spaltlampe sowie einer speziellen Anfärbung dient der Erfassung bereits eingetretener Austrocknungsschäden. Eine neurologische Untersuchung sowie eine gezielte Suche nach einer zugrunde liegenden Schilddrüsenerkrankung ergänzen die Diagnostik.
Behandlung
Die Behandlung des Lagophthalmus besteht in erster Linie in einer konsequenten, regelmäßigen Befeuchtung der Augenoberfläche mit künstlichen Tränen tagsüber sowie einer schützenden, feuchtigkeitsspendenden Augensalbe zur Nacht, wobei zusätzlich ein Uhrglasverband oder ein Augenpflaster zum nächtlichen Schutz eingesetzt werden kann. Bei einem anhaltenden, ausgeprägten Lagophthalmus kann eine operative Behandlung, insbesondere die Einlage eines kleinen Gewichts in das Oberlid oder eine teilweise Vernähung der Lidränder, erwogen werden.
Verlauf und Prognose
Die Prognose des Lagophthalmus hängt von der zugrunde liegenden Ursache sowie der Konsequenz der Schutzmaßnahmen ab. Bei einer vorübergehenden Gesichtsnervenlähmung bildet sich der Lidschluss häufig innerhalb weniger Monate von selbst zurück, wobei eine konsequente Befeuchtung der Augenoberfläche während dieser Zeit bleibende Hornhautschäden verhindert. Ein unbehandelt bleibender, ausgeprägter Lagophthalmus kann dagegen zu schwerwiegenden, teils bleibenden Hornhautschäden bis hin zum Hornhautgeschwür führen, weshalb eine konsequente Schutzbehandlung von entscheidender Bedeutung ist.
Weiterführende Informationen der Organisation
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Häufige Fragen
Was ist der Lagophthalmus?
Die Unfähigkeit, ein oder beide Augen vollständig zu schließen.
Was ist eine häufige Ursache?
Eine Lähmung des Gesichtsnervs im Rahmen einer Fazialisparese.
Warum ist er nachts besonders problematisch?
Weil der bewusste Lidschluss dann fehlt und die Austrocknung verstärkt wird.
Was schützt die Augenoberfläche?
Künstliche Tränen tagsüber sowie eine Augensalbe zur Nacht.
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