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Augen & Sehkraft

Konvergenzschwäche und Konvergenzexzess

Die Konvergenz bezeichnet die Fähigkeit, beide Augen beim Blick auf ein nahes Objekt gezielt und gleichmäßig nach innen zu bewegen, damit das betrachtete Objekt auf beiden Netzhäuten an der entsprechenden Stelle abgebildet und vom Gehirn zu einem einzigen, scharfen Bild verschmolzen werden kann. Bei der Konvergenzschwäche gelingt diese Einwärtsbewegung nicht ausreichend, während bei dem selteneren Konvergenzexzess das Gegenteil vorliegt und die Augen beim Nahsehen übermäßig stark nach innen gerichtet werden. Beide Störungen können, obwohl gegensätzlicher Natur, zu ähnlichen Beschwerden beim Sehen in der Nähe führen und beeinträchtigen häufig alltägliche Tätigkeiten wie Lesen oder Bildschirmarbeit.

Ursachen

Die genaue Ursache der Konvergenzschwäche sowie des Konvergenzexzesses ist häufig nicht abschließend geklärt, beide Störungen werden jedoch auf eine unzureichende beziehungsweise übermäßige Koordination der für die Konvergenzbewegung zuständigen Augenmuskeln zurückgeführt. Eine Konvergenzschwäche tritt gehäuft bei verstärkter Naharbeit, etwa bei intensiver Bildschirmnutzung, auf und kann durch allgemeine körperliche Erschöpfung oder bestimmte neurologische Erkrankungen begünstigt werden. Ein Konvergenzexzess steht häufig in Zusammenhang mit einer bestehenden Weitsichtigkeit, bei der das Auge beim Versuch, ein nahes Objekt scharf zu stellen, gleichzeitig eine übermäßige Konvergenzbewegung auslöst.

Symptome

Betroffene mit einer Konvergenzschwäche berichten typischerweise über Beschwerden, die sich bei längerer Naharbeit, etwa beim Lesen oder an Bildschirmen, verstärken, darunter eine rasche Ermüdung der Augen, Kopfschmerzen, ein Verschwimmen der Buchstaben sowie gelegentlich Doppelbilder beim Blick auf nahe Objekte. Beim Konvergenzexzess bestehen ähnliche Beschwerden beim Nahsehen, wobei zusätzlich mitunter ein sichtbares, verstärktes Einwärtsschielen beim Blick in die Nähe auffällt. Bei Kindern können beide Störungen zu Konzentrationsschwierigkeiten und einer Vermeidung von Leseaufgaben führen, da die zugrunde liegende Sehanstrengung häufig nicht direkt als solche erkannt wird.

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Diagnostik

Die Diagnostik erfolgt durch eine spezialisierte augenärztliche oder orthoptische Untersuchung, bei der die Konvergenzfähigkeit gezielt geprüft wird, indem ein Prüfobjekt langsam auf die Augen zubewegt und der Punkt bestimmt wird, an dem die gemeinsame Einwärtsbewegung nicht mehr aufrechterhalten werden kann. Bei Verdacht auf einen Konvergenzexzess wird zusätzlich die Refraktion des Auges bestimmt, um eine mögliche zugrunde liegende Weitsichtigkeit zu erfassen. Eine sorgfältige Erhebung der Beschwerden im Zusammenhang mit Naharbeit ist wichtiger Bestandteil der Abklärung, da die Beschwerden beider Störungen sich stark ähneln können.

Behandlung

Die Behandlung der Konvergenzschwäche besteht in erster Linie aus einem gezielten, unter fachlicher Anleitung durchgeführten Training der Augenmuskeln, bei dem die Konvergenzfähigkeit durch wiederholte Übungen systematisch verbessert wird. Beim Konvergenzexzess, der häufig mit einer zugrunde liegenden Weitsichtigkeit zusammenhängt, steht die Korrektur dieser Fehlsichtigkeit durch eine entsprechend angepasste Brille im Vordergrund, wodurch die übermäßige Konvergenzbewegung meist deutlich reduziert werden kann. In beiden Fällen kann bei unzureichendem Ansprechen auf diese Maßnahmen eine ergänzende Beratung in einer spezialisierten Sehschule sinnvoll sein.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der Konvergenzschwäche ist bei konsequenter Durchführung eines gezielten Konvergenztrainings meist gut, ein Großteil der Betroffenen erreicht innerhalb einiger Wochen bis Monate eine deutliche Besserung der Beschwerden. Der Konvergenzexzess lässt sich durch eine korrekt angepasste Brille bei zugrunde liegender Weitsichtigkeit in der Regel gut kontrollieren, wobei regelmäßige augenärztliche Kontrollen sinnvoll sind, um die Brillenkorrektur an sich verändernde Sehbedürfnisse anzupassen. Bei Kindern ist eine frühzeitige Erkennung und Behandlung beider Störungen wichtig, um schulische Beeinträchtigungen durch die zugrunde liegende Sehanstrengung zu vermeiden.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Worin unterscheiden sich Konvergenzschwäche und Konvergenzexzess?

Bei der Konvergenzschwäche gelingt die Einwärtsbewegung der Augen beim Nahsehen nicht ausreichend, beim Konvergenzexzess ist sie hingegen übermäßig stark ausgeprägt.

Welche Beschwerden sind typisch?

Rasche Ermüdung der Augen, Kopfschmerzen, verschwommenes Sehen und gelegentlich Doppelbilder bei Tätigkeiten in der Nähe wie Lesen oder Bildschirmarbeit.

Wie wird eine Konvergenzschwäche behandelt?

In erster Linie durch ein gezieltes, unter fachlicher Anleitung durchgeführtes Training der Augenmuskeln, das die Konvergenzfähigkeit systematisch verbessert.

Warum ist eine Brille bei Konvergenzexzess hilfreich?

Da der Konvergenzexzess häufig mit einer zugrunde liegenden Weitsichtigkeit zusammenhängt, reduziert deren Korrektur durch eine Brille meist die übermäßige Konvergenzbewegung.

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